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Alnatura Magazin September 2020

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Rezeptideen mit Tomaten / Hersteller-Reportage: Tomatenglück von LaSelva / Alnatura Initiative: Faire Preise für unsere Milchbauern

GESELLSCHAFT Fair statt

GESELLSCHAFT Fair statt mehr »Was ist ein gutes Leben und was braucht es dazu?« Um diese Frage kreist die Faire Woche 2020 – gerade in Zeiten von Corona aktueller denn je. Fair statt mehr« – so lautet das diesjährige Motto der größten Aktionswoche des Fairen Handels. Sie findet vom 11. bis 25. September statt. Das Motto deutet an, dass Massenkonsum nicht mit Qualität und Nachhaltigkeit einhergeht. Doch Millionen Menschen – insbesondere im Globalen Süden – können sich den Luxus solcher Überlegungen nicht leisten, da sie existenziell von der Corona-Krise bedroht sind. Aufgrund von Ausgangsbeschränkungen, Einkommenseinbußen und fehlender finanzieller Absicherung leiden die Menschen am Anfang vieler Lieferketten ganz besonders. Die COVID-19-Krise hat gezeigt, dass intransparente Lieferketten, die sich auf der Suche nach billigen Produktionsmöglichkeiten rund um den Globus gebildet haben, nicht krisenfest, geschweige denn nachhaltig sind. Wie ein Brennglas verstärkt die Corona- Krise gesellschaftliche und ökologische Missstände, die die Menschheit schon vorher bedroht haben. »Wir erwirtschaften unseren Wohlstand auf dem Rücken der Schwächsten, unserer Enkel und unserer natürlichen Lebensgrundlagen. Das ist unfair und führt ökologisch ins Verderben.« Bundesminister Gerd Müller, Schirmherr der Fairen Woche Fairer Handel für ein gutes Leben Der Faire Handel ist in den 1970er-Jahren als Protest und Antwort auf die Ungerechtigkeit des Welthandels entstanden. Sein Ziel ist eine Welt, in der Gerechtigkeit und nachhaltige Entwicklung im Zentrum der Handelsstrukturen stehen, sodass die Menschen durch ihre Arbeit einen menschenwürdigen Lebensstandard erreichen und ihr Entwicklungspotenzial voll entfalten können. Der Faire Handel ermöglicht es insbesondere den im Welthandel benachteiligten Kleinbäuerinnen und Kleinbauern sowie Produzenten, unter fairen Bedingungen am Marktgeschehen teilzunehmen und aus eigener Kraft für ihren Lebensunterhalt zu sorgen. Faire und verlässliche Handelspartnerschaften sind die Basis für Zukunftsinvestitionen, damit auch die nächste Generation eine Perspektive hat. Denn ein gutes Leben braucht verlässliche Aussichten. Bei den Produzentenorganisationen – zumeist Kooperativen – werden Mitbestimmung, Geschlechtergerechtigkeit und Weiterbildung großgeschrieben. Diese Bestandteile eines würdevollen und selbstbestimmten Lebens gehören zum Fairen Handel dazu. Für viele Kleinbäuerinnen und Kleinbauern sind der Faire Handel und die nachhaltigen Anbaupraktiken, die er fördert, ein erster Schritt zum Bio-Anbau. Wer diesen Weg einschlagen möchte, erhält bei Bedarf Unterstützung. Rund 80 Prozent der Lebensmittel aus Fairem Handel stammen bereits aus ökolo gischem Anbau. Doch leider sind Kleinbäuerinnen und Klein bauern auch stark von den Auswirkungen der Klimakrise 30 Alnatura Magazin September 2020

ANZEIGE Faire Woche 2020: vom 11. bis 25. September; Veranstaltungen in ganz Deutschland. Ob etwas in Ihrer Nähe stattfindet, erfahren Sie im Veranstaltungskalender unter fairewoche.de betroffen. Sie im Kampf dagegen zu unterstützen, ist eine zunehmend wichtige Aufgabe für die Fair-Handels-Beteiligten. Der Faire Handel ist jedoch mehr als eine »gute Alternative« im falschen System. Er ist vor 50 Jahren gestartet, um ein gerechtes Weltwirtschaftssystem zu erschaffen. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Viele Unternehmen setzen auf den Fairen Handel. Aber verbindlich ist dieses Engagement nicht und gerade die, die sich für mehr Fairness im Handel einsetzen, müssen mit wirtschaftlichen Nachteilen wie höheren Kosten umgehen. Deshalb engagieren sich die Veranstalter der Fairen Woche seit Jahren für ein Lieferkettengesetz, das alle Unternehmen endlich dazu verpflichten würde, Verantwortung zu übernehmen, wenn Menschenrechte und Umwelt der Profitmaximierung zum Opfer fallen. Schon jetzt können wir alle unseren Beitrag zu mehr sozialer und ökologischer Fairness leisten. Mit unserem gesellschaftlichen Engagement und Konsumverhalten treffen wir Entscheidungen, um auf den Handel und die Welt von morgen Einfluss zu nehmen. Warum nicht während der Fairen Woche damit beginnen: ob faires Frühstück, Filmabend oder Flashmob, auch Sie können eine Veranstaltung organisieren oder eine der vielen Aktionen im ganzen Bundesgebiet besuchen. ››› Gastbeitrag Katrin Frank, Forum Fairer Handel e. V. »Eine gute Arbeit ist wichtig, um ein gutes Leben zu haben. Bei Saffy Handicrafts – einer Organisa tion für Handwerksförderung – fühle ich mich sehr wohl. Aus Capiz-Muscheln stelle ich schöne Ornamente her, beispielsweise Schmuck für Weihnachtsbäume. Die Bezahlung und das Arbeitsklima sind gut und wir können uns die Arbeit selbst einteilen. Wir sparen für ein eigenes Haus und wollen unserem Kind eine gute Ausbildung ermöglichen.« Angelina Kate Asotilla, Manila, Philippinen

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