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Alnatura Magazin Mai 2018

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SLOW FOOD Vom Tierleid

SLOW FOOD Vom Tierleid zum Tierwohl Tierische Produkte sind zur Industrieware geworden, die möglichst kosteneffizient produziert wird. Den meisten Verbrauchern bleiben die wahren Kosten für dieses ausbeuterische System, das an Tier, Mensch und Umwelt großen Schaden anrichtet, verborgen. Ein Plädoyer für einen ethisch bewussten Konsum. Christoph Simpfendörfer, Bio-Bauer und Gesellschafter des Reyerhofs in Stuttgart, erklärt Teilnehmern einer Slow-Food-Veranstaltung, wie viel Platz eine Milchkuh braucht, damit es ihr gut geht, und wie die Tiere bei ihm auf dem Hof gemolken werden. Das Fleisch auf unseren Tellern, die Milch im Kaffee sowie das Huhn in der Suppe stammen von Lebewesen, die einen Anspruch auf ein Dasein in Würde und eine artgerechte Haltung haben. Während sie die Lebensmittelindustrie zu reinen Maschinen und zu Ware reduziert, spüren immer mehr Verbraucher, dass etwas im Ungleichgewicht ist, wenn sie für Leberwurst weniger als für Hundefutter, für Milch weniger als für Mineralwasser bezahlen. Die Vielfalt an Labels und Kennzeichnungen erschwert bewusste Einkaufsentscheidungen. Deshalb wächst bei Verbrauchern der Wunsch nach einer einheitlichen Haltungskennzeichnung für Nutztiere. Worum es beim Tierwohl geht und warum wir damit nicht nur den Tieren Gutes tun – ein Gespräch mit Dr. Rupert Ebner, Tierarzt und Vorstandsmitglied bei Slow Food Deutschland: Redaktion: Wie sieht es mit dem Tierwohl in Deutschland aus? Dr. Rupert Ebner: »Alles andere als vorbildlich. Wir erfüllen häufig gerade einmal die EU-Mindeststandards. Landwirtschaftliche Nutztiere müssen verhaltensgerecht untergebracht werden, dürfen weder Schmerzen noch Schaden erleiden, so sieht es das geltende Tierschutzgesetz. In der Realität fristen die meisten auf engem Raum ein kurzes, schmerzvolles Dasein. Abgeschnittene Schnäbel bei Hühnern, Atemwegserkrankungen bei Mastschweinen, schmerzhafte Gelenksund Euterentzündungen bei Milchkühen. Es dürfte nicht überraschen, dass Tiere, die in großer Stückzahl auf engstem Raum untergebracht sind, anfälliger für Krankheiten sind. Um das zu verhindern, werden inzwischen routinemäßig Antibiotika eingesetzt. In Deutschland nutzen wir über 700 Tonnen Antibiotika für Tiere gegenüber 300 Tonnen für den Menschen. Fehl- und Überdosierungen führen häufig zur Entwicklung multiresistenter Keime, die für Mensch und Tier ein hohes Gesundheitsrisiko darstellen. Auch die oft propagierte Impfung als Ausweg hat ihre 48 Alnatura Magazin Mai 2018

HERSTELLER-EMPFEHLUNG* Unschuld längst verloren. Hier wird lediglich versucht, die Defizite immunschwacher Tiere auszugleichen, anstatt robuste, immunstabile Tiere zu züchten. Der ein zige Ausweg besteht in einem grund legen den Systemumbau, einer zukunftsfähigen Haltung und Erzeugung sowie einem drastisch reduzierten Fleischkonsum.« Was fordern Sie von der Politik? »Wir fordern die politisch Verantwortlichen auf, sich zu einer artgerechten Tierhaltung zu bekennen und eine gesetzlich festgeschriebene Haltungskennzeichnung für Nutztiere mit transparenten und für alle verbindlichen Richtlinien einzuführen. Die Lösung darf nicht darin bestehen, es einzelnen Discountern zu überlassen, Produkten eigene Nachhaltigkeitsstempel zu verleihen. Wir fordern eine Beschränkung des Antibiotikaeinsatzes sowie das weitgehende Verbot von Reserveantibiotika in der Tierhaltung. Damit tun wir etwas für den Tierschutz und sichern die Wirksamkeit der Antibiotika für zukünftige menschliche Generationen. Die Lebensmittelpolitik auf Bundes- und EU- Ebene muss kohärenter und glaubhaft werden. Unsere Politik muss den Kosten für Tierwohl Rechnung tragen, indem sie Landwirte unterstützt, die freiwillig und über die gesetzlichen Erfordernisse hinaus ihre Standards verbessern. Strukturelle Investitionen zur Verbesserung der Haltungsbedingungen von Tieren in der Landwirtschaft führen dazu, die klimaund sozial bedingten Auswirkungen der Dr. Rupert Ebner ist Tierarzt und Vorstandsmitglied bei Slow Food Deutschland. Slow Food macht sich mit Bildungsprojekten und Veranstaltungen in über 170 Ländern dafür stark, die Art, wie wir Lebensmittel produzieren und konsumieren, zukunftsfähig zu gestalten. Ziel ist eine bäuerlich-ökologische Landwirtschaft, die Förderung des traditionellen Handwerks sowie Verbraucher, die Genuss und Verantwortung miteinander verbinden. Seit 1995 baut Slow Food Deutschland e. V. Kompetenz im Bereich Ernährung bei Jung und Alt auf. Werden Sie Mitglied und unterstützen Sie Slow Food dabei, seine Ziele zu verwirklichen. slowfood.de Landwirtschaft zu minimieren. Sie führen gleichzeitig zu einer Verbesserung der Produkte, also zu hochwertigeren und schmackhafteren Lebensmitteln.« Was geben Sie dem Verbraucher mit? »Sich mit dem Thema Ernährung und Lebensmittelerzeugung auseinanderzusetzen, ist, sobald man sich ein bisschen tiefer in die Materie eingearbeitet hat, eine echte Win-win-Situation. Ein vertieftes Wissen über Herkunft und Verarbeitung von Lebensmitteln ermöglicht es uns, unsere Souveränität über das, was wir zu uns nehmen, zurückzugewinnen. Natürlich führt die Wertschätzung für Landwirte und Lebensmittelverarbeiter, die nachhaltig wirtschaften, dazu, dass man für das einzelne Produkt mehr Geld in die Hand nehmen muss und möchte. Eine entsprechende Mischung aus ökologisch und im besten Fall regional sowie saisonal erzeugten Produkten mit einem nicht so hohen Anteil an Fleisch gleicht den höheren finanziellen Aufwand für das einzelne Produkt aus. Gerade wer sich mit den Gedanken, Projekten und Publikationen von Slow Food auseinandersetzt, für den wird es leicht möglich sein, Genuss und nachhaltiges Verhalten miteinander zu verbinden.« ››› Gastbeitrag Slow Food Deutschland e.V. Höchste Sorgfalt – von der Auswahl bis zur schonenden Verarbeitung der Früchte – garantiert den Erhalt aller wertgebenden Inhaltsstoffe von Donath ® Vollfrucht und damit höchsten Genuss. Donath Bio-Vollfrucht-Granatapfel ungesüßt** vegan oder -Heidelbeere ungesüßt** vegan • für Liebhaber des puren Fruchtgenusses • alle geeigneten Fruchtbestandteile werden zusammen schonend vermahlen, so bleiben die fruchteigenen Ballaststoffe erhalten • schmeckt pur oder gemischt mit Saft, Milch, Sojadrink oder Wasser • auch ideal als Zwischenmahlzeit in Joghurt oder Quark sowie als Müsli-Topping Granatapfel ungesüßt 500 ml 8,99 € (1 l = 17,98 €) Heidelbeere ungesüßt 500 ml 9,49 € (1 l = 18,98 €) * Bei Produkten, die als »Hersteller-Empfehlung« gekennzeichnet sind, handelt es sich um Anzeigen. Diese Produkte erhalten Sie in Ihrem Alnatura Super Natur Markt. ** Nicht in allen Filialen erhältlich.

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