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Alnatura Magazin Mai 2018

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NACHHALTIG LEBEN Raus in

NACHHALTIG LEBEN Raus in die Natur, rein ins Abenteuer Wer zwischen Feierabend und Sonnenaufgang ein bisschen was anstellt, erholt sich perfekt. ZEIT WISSEN weiß, warum. Alastair Humphreys ist Tausende Kilometer um die Welt geradelt, durch die Sahara gerannt und quer durch Indien gewandert. Er ist über den Atlantik gepaddelt und hat die größte Wüste der Welt durchlaufen. Fast die Hälfte aller Länder hat der Brite bereist, und dann ist er bekannt geworden mit einer Tour vor seiner Haustür: In einem bitterkalten, trüben Januar wanderte er die M 25 entlang. Die Autobahn umkreist London und ist, wie Stadtautobahnen im Winter eben so sind: grau und hässlich. Sein Plan war, das Abenteuer am langweiligsten Ort zu suchen, der ihm einfiel. Mit einem Freund ging er los, immer so nah wie möglich an der Straße, durch Industriegebiete, Wohnsiedlungen und Ackerland. Sie kletterten über Zäune und schlugen sich durch Büsche. Sie aßen in Autobahnraststätten und Pubs, schliefen unter Brücken, in Gärten, im Schnee. Jahrzehnte war Humphreys um die Welt gezogen und hatte davon gelebt, Vorträge über Extreme und Grenzerfahrungen zu halten, die er an den entlegensten Orten erlebt hatte. Oft kamen danach Leute aus dem Publikum zu ihm und sagten: »Wahnsinn, was du alles machst! Aber du bist ja auch ein Abenteurer, ich dagegen bin nur ein normaler Mensch.« Deshalb die M 25. »Abenteuer ist ein weiter Begriff und für jeden etwas anderes«, sagt Humphreys. »Aber im Grunde geht es darum, etwas Neues auszuprobieren, die eigene Komfortzone zu verlassen.« Und das klappt auch ohne Arktis-Expedition oder monatelange Auszeiten. Der Ausflug an die Autobahn gefiel so vielen Menschen auf Humphreys’ Social-Media-Kanälen, dass er beschloss, weiterzumachen: Er radelte nach der Arbeit aus London raus, fuhr ans Meer und legte sich mit dem Schlafsack an den Strand. Er spazierte in einer Vollmondnacht am Stadtrand über Felder und schoss Fotos mit extralanger Belichtungszeit. Er fing einen Fisch und briet ihn überm Lagerfeuer. Mikroabenteuer nennt er das. Sie sind billig, einfach und kurz, bieten aber alles von einem großen Abenteuer: die Herausforderung, den Bruch mit dem Alltag, das Lernen – kondensiert in einem Tag oder ein paar Stunden. »Mikroabenteuer passen gut zum modernen Menschen«, sagt Anja Göritz, Psychologieprofessorin an der Universität Freiburg. »Er hat wenig Zeit und Natur, dafür viel Beton und Lärm um sich. Die kleinen Ausbrüche sind eine effiziente Form der Erholung.« Der Urlaubsforscher Gerhard Blasche aus Wien sagt, oft sei uns gar nicht bewusst, wie wir uns am besten erholen. Viele glaubten, nach einem anstrengenden Tag sei Nichtstun oder Schlafen das Entspannendste – ein Trugschluss. »Früher hat man sich beiläufig erholt. Heute ist das nicht mehr so«, sagt er. Damit es trotzdem klappe, müsse man sich mental vom Alltag distanzieren. Ablenkung hilft, besonders die durch Natur: »Natürliche Reize binden die Sinne und damit die Aufmerksamkeit«, sagt Blasche. Das Grün und Vogelgezwitscher, der Wind und das Wahrnehmen des Tag- Nacht-Rhythmus bieten einen Kontrast, der einen abschalten lässt. »Kleine Abenteuer sind vielleicht erst mal ein bisschen anstrengend. Aber sie bringen uns raus und schaffen eine Distanz zwischen uns und unseren Sorgen«, sagt Blasche. Aus der Forschung weiß man, dass neben dem Abschalten vor allem das Meistern von Herausforderungen der Erholung dient. Sich im Gelände ohne Navi zurechtfinden. Feuer machen. Draußen kochen. Tiere und Pflanzen erkennen. Körperliche Aktivität gilt zusätzlich als einer der stabilsten Wirkfaktoren auf Gesundheit und Erholung. Und auch die Erdung, die bei einem Abenteuer in der Natur eintritt, tut gut: den Elementen ausgesetzt, 42 Alnatura Magazin Mai 2018

März /April 2018 NR. 02 wird man zurückgeworfen auf grundsätzliche Bedürfnisse wie Wärme, Essen, Geborgenheit. Bleibt nur ein Problem: das Losgehen. Auch Alastair Humphreys kennt das Phänomen und empfiehlt, klein anzufangen: Einmal im Garten schlafen. Oder im Park frühstücken. Zum nächsten Fluss rennen und reinspringen. Im Winter auf dem Balkon zu Abend essen. ››› Gastbeitrag von Katrin Zeug WISSEN Die Wahrheit im Wein Kann man Genuss erforschen? Chemiker trifft Sommelière Die Magie der Stimme Glück, Erfolg, Geld: Tipps für Einsatz und Pflege unseres Klanginstruments WISSEN Serie: Am liebsten würde ich damit aufhören ... 12 MIKRO- ABENTEUER Jetzt raus in die Natur! GEHEN ODER BLEIBEN? Was zu tun ist, wenn sich ein Gefühl verändert hat Charmant, überraschend, bereichernd: ZEIT WISSEN steckt voller Impulse und Inspirationen für ihren Alltag. Wagen Sie den Perspektivwechsel, denken Sie weiter als andere und entdecken Sie mit ZEIT WISSEN Neues aus Wissenschaft und Forschung. Sichern Sie sich jetzt Ihre Gratisausgabe! Einfach Gutschein-Code ZW944AN05 eingeben unter zeit.de/zw-gutschein HERSTELLER-EMPFEHLUNG* Fotos © Arielle Bobb-Willis Zwei Mikroabenteuer Gefährliches Meer, glückliche Seele Als der Mond unter- und die Sonne aufgeht über Nordfriesland, beginne ich meine Tour ins Nichts. Vor mir drei Schichten Grau: Watt, Meer, Nordseehimmel. Ich setze meinen ersten Schritt hinein: Stille. Kein schmatzendes Geräusch, wie ich es erwartet hatte. Der Boden wird fester, je weiter ich mich vom Ufer entferne. Verkehrte Welt. Das Watt hat bei Ebbe eine perfekte Wanderfestigkeit. Ich spüre die Sandrippel unter meinen Fußsohlen, geformt vom auf- und ablaufenden Meer. Es knackt, Herzmuscheln, sie leben knapp unter der Oberfläche des Wattbodens. Ich gehe weiter. Atme ein. Suche den Horizont ab. Leere. Irgendwo muss Oland sein. Und Langeneß, da will ich hin. Zwei Halligen im Wattenmeer. Zwei Hügel im Grau, neun Kilometer vor der Küste, inmitten von Schlick. Der Lorendamm, der sie mit dem Festland verbindet, ist meine Nabelschnur. Hier darf man ohne Führer gehen, aber wer allein unterwegs ist, sollte sich gut erkundigen: Auch wenn Gezeiten berechenbar sind, das Meer ist es nie. Ich gehe mit Kompass, Handy und Gezeitenkalender. Als ich die Hallig betrete, gehe ich als eine andere an Land. (Hella Kemper) Die Küche nach draußen verlegen Ein scharfer Ostwind hat den Januarabend ausgekühlt, wir sitzen am Elbstrand und drängen uns zu dritt um ein Lagerfeuer. Der Fluss plätschert, während wir neben den tief hängenden Weiden unter freiem Himmel kochen. Unsere Gesichter leuchten im flackernden Schein der Flammen. Die Würstchen haben wir auf angespitzte Stöcke gesteckt, den Hefeteig um das Holz gewickelt. Neben mir baut Lena eine Pfanne aus einer Astgabel und Alufolie, träufelt Öl hinein und schlägt ein Ei auf. Es gleitet in die Pfanne – und dann wieder heraus. Zu schief gehalten! Jetzt haben wir Ei im Sandmantel. Nächster Versuch: Dünne Scheiben von Zucchini, Aubergine und Pilzen brutzeln im Öl, vielleicht etwas zu lange. Dunkel gebräunt und gut gesalzen zergehen sie auf der Zunge – lecker! Die Kartoffeln backen schon eine Weile im Sandboden und sind gleich gar. Wir haben sie ungeschält in eine Mulde gelegt, Sand und Glut darübergeschichtet. Die nächste Kochsession ist schon verabredet. (Britta Kunft) ››› Zehn weitere Mikroabenteuer und die ungekürzte Fassung des Textes »Raus in die Natur, rein ins Aben teuer« finden Sie in der ZEIT WISSEN-Ausgabe März/April 2018. Das Mizellenwasser von Speick Naturkosmetik ermöglicht eine schonende Gesichtsreinigung und entfernt auch Mascara sowie wasserlösliches Make-up problemlos. Ein weiteres Abspülen der Haut ist nicht notwendig. Speick Thermal Sensitiv Mizellenwasser** vegan • mit Thermalwasser aus Schlangenbad • pflegt die Haut mit feuchtigkeitsspendendem Bio-Aloe-vera-Gel und hautberuhigendem Schilfrohrextrakt • der konzentrierte Algenextrakt reguliert die Hautbalance • ohne Alkohol, synthetische Duft-, Farb- und Konservierungsstoffe, Silikone, Parabene und Rohstoffe auf Mineralölbasis 200 ml 6,95 € (100 ml = 3,48 €) * Bei Produkten, die als »Hersteller-Empfehlung« gekennzeichnet sind, handelt es sich um Anzeigen. Diese Produkte erhalten Sie in Ihrem Alnatura Super Natur Markt. ** Nicht in allen Filialen erhältlich.

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