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Alnatura Magazin Juli 2019

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Initiativen rund um die Milch // Rezeptidee: kleine Pause unterwegs // Warenkunde: Salatvielfalt

HERSTELLER-REPORTAGE

HERSTELLER-REPORTAGE Tampons für bessere Tage Das Start-up JUNO & me hat Tampons aus Bio-Baumwolle auf den Markt gebracht, um sowohl Frauen als auch der Umwelt einen Dienst zu erweisen. Das Alnatura Magazin hat Julia Steigerwald, eine der drei Gründerinnen, in Mainz getroffen. Nicht nur saugstark, sondern auch hypoallergen: Tampons von JUNO & me. Sie bestehen zu hundert Prozent aus Bio- Baumwolle und werden nach strengsten Qualitätskriterien in Deutschland hergestellt. Sie wollen kein Plastik im Körper tragen: die drei Gründerinnen Julia Steigerwald, Hanna Schlönvoigt und Kerstin Bonni von JUNO & me. 30 Alnatura Magazin Juli 2019

In Ruanda stellen Frauen Binden aus Bananenblättern her. JUNO & me unterstützt die vor Ort tätige Hilfsorganisation SHE, die Frauen den Zugang zu Hygieneprodukten erleichtert. Die drei Gründerinnen haben sich viel vorgenommen. »Oh happy days« verspricht ihr Werbematerial in goldenen Lettern. Glückliche Tage. Gemeint ist tatsächlich die Menstruation, jene Phase während des weiblichen Zyklus, in der sich die Gebärmutter oft krampfhaft zusammenzieht, um Schleimhaut und Blut abzustoßen. Für viele Frauen nicht gerade ein Vergnügen. Das weiß auch Julia Steigerwald, eine der drei Gründerinnen des Mainzer Start-ups JUNO & me. Sie hat jedoch eine eigene Sicht auf die Dinge. »Die Monatsblutung ist ein Zeichen von Gesundheit und Fruchtbarkeit. Wir wollen dazu beitragen, sie positiv zu besetzen«, erklärt sie ihre Unternehmensphilosophie. Das Produkt dazu: Tampons aus Bio-Baumwolle, erhältlich in drei verschiedenen Größen. Müssen jetzt selbst Hygieneartikel bio sein, noch dazu, wo sie doch nach dem Auspacken sofort im Körperinneren verschwinden? Immer wieder werde sie das gefragt, erzählt die Unternehmerin. An diesem Tag sitzt sie an ihrem Arbeitsplatz im Mainzer Hafen, nicht weit entfernt schippern Fährschiffe über den Rhein. Ihre Tampons seien sehr gut verträglich und biologisch abbaubar, sagt die 33-Jährige. Aber eigentlich seien das nur die weiteren Vorteile der Tampons. Denn zunächst einmal sei gar nicht selbstverständlich, dass ein Tampon überhaupt Baumwolle enthalte. Ihr selbst wurde das eines Tages vor dem Fernseher klar. Es lief eine Sendung über Plastikmüll in den Meeren. Auch Tampons schwammen in den Wellen. Steigerwald wunderte sich über das eingeblendete Bild, der anschließende Blick auf die Packungen offenbarte – nichts. »Nach EU-Recht müssen Hersteller die Inhaltsstoffe auf der Verpackung nicht angeben«, beklagt sie. Damit sich das ändert, haben die drei Gründerinnen, Julia Steigerwald, Hanna Schlönvoigt und Kerstin Bonni, eine Petition gestartet und schon 25 000 Unterschriften für eine Deklarationspflicht gesammelt. Damals, 2017, musste sie also erst einmal recherchieren. »Ich fand heraus, dass in meinem bisher verwendeten Tampon nicht mal der Rückholfaden aus Baumwolle bestand, dafür aber Chemiefasern und Plastik enthielt«, fasst sie das Ergebnis zusammen. Das muss doch auch anders gehen, dachte Steigerwald. Gemeinsam mit ihren beiden Mitstreiterinnen entwickelte sie die Geschäftsidee zu JUNO & me. Das Ziel der drei Frauen: eine Alternative schaffen für Frauen, die während der Periode nicht auf den Komfort von Tampons verzichten möchten. Bald stand fest, dass nur Baum wolle mit dem GOTS-Zertifikat (Global Organic Textile Standard) für Naturfasern in ihre Tampons sollte. Es setzt strenge ökologische und soziale Standards voraus. Vieles Weitere war aber noch zu klären – nicht nur, was Saugstärke, Weichheit und Leitfähigkeit des Produkts betrifft. Ein Hersteller musste her, der die Tampons nach ihren Vorstellungen produziert; er sollte möglichst in Deutschland sitzen. Nicht nur der Tampon, auch der Karton sollte biologisch abbaubar sein. Und welche Wünsche bestehen überhaupt seitens der Kundinnen? Die Gründerin fuhr auf Yoga- und Designmessen, um deren Meinung einzuholen. Vor einem Jahr brachten die Frauen ihr Produkt auf den Markt. Für jede verkaufte Packung erhält eine Frau in Ruanda einen Monatsvorrat kompostierbarer Binden aus Bananenblättern, beschreibt Steigerwald ihr soziales Engagement in Afrika. »Weil viele Mädchen dort keinen Zugang zu Hygieneprodukten haben und deshalb zu Hause bleiben, verpassen sie bis zu 50 Schultage im Jahr.« In Deutschland hingegen haben Frauen die Qual der Wahl. Seit Mai sind die Tampons von JUNO & me bei Alnatura erhältlich. Für die Unternehmerinnen kein Grund zum Ausruhen: »Die Hülle der Tampons muss versiegelt sein, aber mit einem biologisch abbaubaren Material gelingt das im Moment noch nicht. Hier arbeiten wir an einer Lösung«, sagt die Geschäftsführerin. Die drei Gründerinnen haben sich eben viel vorgenommen. JL Tampons Die Vorläufer heutiger Tampons reichen bis ins alte Ägypten zurück, wo Frauen sie aus Papyrus angefertigt haben sollen. So, wie wir sie heute kennen, sind sie allerdings ein vergleichsweise junges Produkt. Nach amerikanischem Vorbild werden sie seit den 1950er-Jahren in Deutschland hergestellt. Heute benutzt hierzulande mehr als jede zweite Frau Tampons. Rechnet man mit 20 Tampons pro Periode und 500 Monatsblutungen, ergibt das auf ein Leben gerechnet 10 000 Tampons. Entsprechend groß ist die Menge an Müll, die durch die Menstruation entsteht. Wer auf den Komfort von Tampons nicht verzichten möchte, für den sind Tampons aus Bio-Baumwolle eine umweltfreundliche Alternative. Alnatura Magazin Juli 2019 31

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