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Alnatura Magazin Januar 2023

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Lasst uns kochen: Rezepte zum Jahresbeginn // Gut zu wissen: Ausgewogen durch den Winter // Lust auf Kultur: Albert Camus - Leben heißt handeln // Preisbewusst ins neue Jahr: Rezepte zum Sparen

ERLEBEN Marlen Reusser:

ERLEBEN Marlen Reusser: Vegetarisch leben Die aus Bern stammende Marlen Reusser war einst aufstrebende Geigenspielerin, studierte an der Hochschule der Künste, war Präsidentin der Jungen Grünen im Kanton Bern und bis 2017 chirurgische Assistenzärztin. Dann erfand sie sich noch einmal neu: Sie wechselte zum Radsport und wurde 2021 sowie 2022 Europa meisterin, Vize-Olympiasiegerin und Vize-Weltmeisterin. Seit vergangenem Jahr ist die Vegetarierin aus Überzeugung Botschafterin der tibits-Restaurants. Wir treffen Marlen Reusser im tibits in Bern. Frau Reusser, Sie essen bereits seit mehr als 20 Jahren kein Fleisch mehr. Ist das so, obwohl oder eben weil Sie auf dem Bauernhof Ihrer Eltern aufgewachsen sind? »Im Rückblick war es wohl ein wichtiger Grund für meine Entscheidung. Meine Eltern hatten auf dem Hof Geflügel und Schweine und speziell die Schweine haben in der Haltung sehr gelitten. Für mich war als Kind einfach klar: Wie die Tiere so leben, ist grundfalsch. Die Schlachtung als solches war für mich nicht das Schlimmste. Daher bin ich auch heute nicht grundsätzlich dagegen, dass man Fleisch isst.« Über die Jahre haben Sie immer mehr Gründe gefunden, die für eine vegetarische Ernährung sprechen. Was sind heute Ihre zentralen Motive? »Im Grunde habe ich über die Jahre ausschließlich Bestätigung für meine Entscheidung, die ich als Kind traf, gefunden. Speziell wenn man die größeren oder globalen Aspekte betrachtet und sieht, mit welchen Problemen der hohe Fleischkonsum weltweit einhergeht: von der Frage nach ausreichend Futtermitteln über die Problematik der Abfallprodukte und prekären Transportverhältnisse bis hin zum hohen CO 2 -Ausstoß pro Gramm Fleisch.« Als Vegetarierin und promovierte Ärztin haben Sie parallel zu Ihrer Rennradkarriere eine Weiterbildung im Bereich Sporternährung gemacht. Glauben Sie, dass die vegetarische Ernährung Ihre Leistung im Spitzensport besonders fördert? »Ja, ich weiß schließlich auch genau, wo ich meine Proteinquellen hernehmen kann. Dabei wird übrigens viel weniger Eiweiß benötigt, als es der aktuelle Trend zu proteinreichen Produkten vermuten lässt. Auch als Hochleistungssportlerin kann ich meinen Bedarf an Proteinen ganz leicht mit einer ausschließlich vegetarischen Ernährung decken. Viel wichtiger ist für mich eine ausgewogene und vielfältige Ernährung aus möglichst lokaler und biologischer Herkunft mit ausreichend Kohlenhydraten. Getreide in unverarbeiteter Form, Wurzelgemüse und Hülsenfrüchte sind zum Beispiel wertvolle Kohlenhydratlieferanten, die gleichzeitig sekundäre Pflanzenstoffe, Proteine und Ballaststoffe mit sich bringen. Das berücksichtige ich seit Jahren und ich glaube, die Resultate sprechen für sich (lacht).« Seit 2022 sind Sie Botschafterin der vegetarischen tibits-Restaurants. Welche Wertvorstellungen verbinden Sie? »Immer wenn ich im tibits bin, freue ich mich sehr. Es ist genau so, wie ich es mir vorstelle: Alles vegetarisch oder sogar rein pflanzlich – da muss ich gar nicht über legen am Büfett. Zum allergrößten Teil stammen die Zutaten aus biologischem Anbau, nach Möglichkeit regional – viele Produkte haben sogar Demeter-Qualität. Und es schmeckt einfach auch hervorragend. Wenn mich jemand nach meinem größten Hobby neben dem Radfahren fragt, sage ich, dass es Essen ist. Daher fühle ich mich im tibits pudelwohl.« EINSATZ FÜR DIE GLEICHSTELLUNG IM SPORT Frauen-Rennradsport wurde im Vergleich zu dem der Männer bis vor Kurzem kaum öffentlich wahrgenommen. Die Gehälter und Preisgelder waren so gering, dass man »als Frau erst eine WM- oder Olympiamedaille gewinnen musste, um halbwegs vom Radsport leben zu können«, weiß Marlen Reusser aus eigener Erfahrung. Erst im letzten Jahr fand die erste Tour de France für Frauen statt – die »Tour de France Femmes«. Die Schweizerin gewann dort eine schwierige Etappe. Mit Live-TV-Berichterstattung und großem medialen Echo sowie dem aktuellen Fahrradboom stehen die Chancen gut, dass sich die Situation der weiblichen Profis deutlich verbessert. Die lautstarke Stimme von Marlen Reusser wird dabei bestimmt eine wichtige Rolle spielen. Haben Sie ein Lieblingsgericht im tibits? »Also das eine Gericht, das alles andere in den Schatten stellt, habe ich nicht. Ich probiere sehr gerne neue Sachen aus. Was ich im Moment immer wähle, sind der Dörrbohnensalat und Karotten-Meerrettich- Mousse. Beides finde ich sehr fein.« Das Interview führte Sebastian Fuchs. 22 Alnatura Magazin Januar 2023

tibits – eine kreative Genusswelt Täglich frisch zubereitet und saisonal wechselnd – die große Auswahl an hausgemachten Speisen aus aller Welt lässt keine Wünsche offen. Heute ist Gemüse nicht mehr nur Beilage, sondern oft der gefeierte Star auf dem Teller. Vielen Menschen ist es zu verdanken, dass es so gekommen ist. Die Macher des Schweizer Restaurant konzepts tibits zählen zweifelsfrei dazu. Die tibits-Restaurants sind der Inbegriff für vegetarische und vegane Küche. Seit dem Jahr 2000 bietet der Familienbetrieb von den Gebrüdern Frei gemeinsam mit Rolf Hiltl seinen Gästen eine genussvolle Auswahl an frisch zu bereiteten Gerichten. Das Herzstück jedes tibits ist ein Schlemmer büfett mit Salaten, heißen Gerichten und Desserts. Die Restaurants in Basel, Bern, Lausanne, Luzern, St. Gallen, Winterthur, Zürich und Darmstadt (auf dem Alnatura Campus) sind nicht nur Lokale zum Schlemmen, sondern auch Orte der Be gegnung. Gekocht wird mit frischen, naturbelassenen Produkten, die saisonal, regional und nachhaltig produziert worden sind. Das tibits Darmstadt ist ein Öko-zertifiziertes Bio-Restaurant. Neben den vielen köstlichen Speisen vor Ort gibt es darüber hinaus auch wunderbare Kochbücher: »tibits at home« oder die Sammlung an Lieblingsrezepten aus der tibits- Welt »#tibits – Kochen. Teilen. Genießen«. Sie sind im AT Verlag erschienen und im Buchhandel erhältlich. Aus der Kreati v werkstatt der tibits-Restaurants: 60 einfache, raffinierte und bei den Gästen besonders beliebte Rezepte. Acht Tipps von tibits für eine genussvolle Lebensweise 1 Mindestens zwei Liter Wasser am Tag trinken. 2 Den Teller frisch, bunt und vielfältig gestalten – alles mit Maß. 3 Regionale und saisonale Produkte bevorzugen. 4 Zu jeder Mahlzeit je ein Drittel Teller mit vollwertigen Stärkebeilagen und pflanzlichem Eiweiß wählen. 5 Five a day – mindestens drei Portionen Gemüse und zwei Portionen Früchte pro Tag essen (eine Portion = eine Handvoll). 6 Sparsam mit gesättigten Fetten, Zucker und Salz umgehen. 7 Das Essen bewusst und in einer entspannten Atmosphäre genießen. 8 Tägliche Bewegung gehört zu einem gesunden Lebensstil. Alnatura Magazin Januar 2023 23

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