Aufrufe
vor 11 Monaten

Alnatura Magazin Januar 2021

  • Text
  • Landbau
  • Unverpackt
  • Umami
  • Farming
  • Hermann
  • Pilzschnitzel
  • Margarine
  • Ruehrkuchen
  • Tofu
  • Lasagne
  • Veganuary
  • Ernaehrung
  • Tier
  • Flammkuchen
  • Kraeuterseitlinge
  • Copien
  • Rittenau
  • Oneworldflag
Fleischalternative aus Pilzen // Wie wir uns klimafreundlicher ernähren // Spezial: Im Gespräch mit Niko Rittenau und Sebastian Copien

WISSENSWERTES ÜBER

WISSENSWERTES ÜBER BIO-LANDBAU Warum sind Bio-Böden besser? Warum der Bio-Landbau sinnvoll für Mensch und Erde ist, wie er funktioniert und vor welchen Heraus forderungen wir stehen – all das erklären Ihnen Expertinnen und Experten jeden Monat in dieser Serie. Lebendige Böden gehören zum wichtigsten Kapital einer nachhaltig angelegten Landwirtschaft. Dr. Andrea Beste erläutert, warum das so ist. Dr. Andrea Beste ist Agrarwissenschaftlerin und Diplom- Geografin. Nach ihrem Studium an der Johannes- Gutenberg- Universität Mainz promovierte sie in Gießen und gründete im Jahr 2001 das Büro für Bodenschutz und Ökologische Agrarkultur. Seit 2008 berät sie zudem das Europäische Parlament, den Deutschen Bundestag und verschiedene Landtage in den Bereichen Umwelt-, Agrar- und Lebensmittelpolitik. Die Vorteile des Bio-Landbaus 1. Durch den im Bio-Landbau üblichen Anbau von Hülsenfrüchten, die Stickstoff aus der Luft sammeln, entstehen deutlich weniger Treibhausgase als beim Einsatz von Kunstdünger in der konventionellen Landwirtschaft. 2. Zudem werden Humus und eine gesunde Bodenstruktur gebildet und die Lebewesen im Boden ernährt. 3. Humusreiche Böden sind locker und schwammartig, sodass Regen gut versickern kann. Dadurch kann das Wasser gespeichert werden und steht Pflanzen und Tieren länger zur Verfügung. Der Rest trägt zur Grund- und Trinkwasserbildung bei. D ie Pioniere des biologischen Landbaus haben nicht ohne Grund vor etwa hundert Jahren beschlossen, die Düngung auf organische Abfälle, Kompost sowie Gesteinsmehle zu beschränken. Denn schon früher waren es Probleme wie Bodenverdichtung, Bodenmüdigkeit, mindere Saatgutqualität, Zunahme von Pflanzenkrankheiten und Schädlingsbefall, die zu einem Umdenken führten. Die Welt hat inzwischen die Erfahrung gemacht, dass die sogenannte »Grüne Revolution« mit Leistungssaatgut, Säcken voll Dünger und Pestizid-Nebeln die damals schon auftretenden Probleme sogar verschlimmert hat. Der Einsatz von Mineraldünger schafft eine einseitige Pflanzenernährung und geht am Bodenleben vorbei. Das führt zu einer geringeren Wasseraufnahme und -speicherfähigkeit und macht Pflanzen außerdem anfällig für Schädlinge. Inzwischen belegen Vergleichsstudien die Überlegenheit des Bio-Landbaus in Kriterien, die eine nachhaltige Landwirtschaft ausmachen, und zeigen, dass ein reiner Vergleich von konventionell und bio anhand des Ertrags (also der Menge der Verkaufsfrucht) den Leistungen des Bio-Landbaus nicht gerecht wird: Ökosystemleistungen wie fruchtbare Böden, sauberes und ausreichend nachgeliefertes Grundwasser sowie eine höhere Artenvielfalt müssen beim Vergleich der Systeme zwingend miteinbezogen werden. Hülsenfrüchte (Lupinen, Erbsen, Linsen) können mithilfe von Bakterien Stickstoff aus der Luft binden. Man sieht das an den Knöllchen an der Wurzel. So entstehen wesentlich weniger Treibhausgase als bei Kunstdüngerverwendung und zusätzlich wird Humus gebildet, eine gesunde Bodenstruktur aufgebaut und das Bodenleben ernährt. 52 Alnatura Magazin Januar 2021

HERSTELLER-EMPFEHLUNG* »PRÄZISION« IST AUGENWISCHEREI Da hilft die sogenannte Präzisionslandwirtschaft, bei der mit Roboter- und GPS-Technik Dünger und Pesti zide gespritzt werden, auch nicht weiter. Hier wird nur mit sehr viel Technik das weiterverfolgt, was aktuell schon Praxis ist – mit ein wenig Effizienzsteigerung. Wenn aber die Nährstoffe am Bedarf des Bodenlebens vorbeigehen, bringt es nicht viel, wenn diese falschen Nährstoffe nur genauer dosiert werden. Kunstdünger ist nicht nur der größte Humusfresser, sondern er schadet auch direkt den für die Pflanzengesundheit so wichtigen Mykorrhiza- Pilzen, die den Pflanzen helfen, genügend Phosphor zu bekommen. Außerdem ist er der größte Klimagastreiber in der Landwirtschaft. Baut man stattdessen – wie im Bio-Landbau – Hülsenfrüchte wie Lupinen, Erbsen oder Linsen (also Leguminosen) an, die Stickstoff aus der Luft sammeln, entstehen wesentlich weniger Treibhausgase, als man mit digitaler Präzision vermindern kann. Wird der Stickstoff über Hülsenfrüchte aus der Luft geholt, so entstehen nur 36 Prozent der Treibhausgase, die beim Einsatz von Kunstdünger entstünden. Gleichzeitig bildet man so zusätzlich Humus und eine gesunde Bodenstruktur und ernährt das Bodenleben. BIOLOGISCHE AKTIVITÄT IM BODEN FÖRDERN Im Klimawandel ist es für die praktische Landwirtschaft überlebenswichtig, angepasste landwirtschaftliche Praktiken zu verwenden, die das Risiko eines Ertragsausfalls verringern. Dabei ist es entscheidend, die Wasseraufnahme-, Speicher- und Filterfähigkeit der Böden zu verbessern. Denn unsere intensiv genutzten Böden sind häufig sehr verdichtet. Hat der Boden eine lockere, schwammartige Struktur, ist also nicht versiegelt, verkrustet oder verdichtet, dann sickert der größte Teil des auf ihn fallenden Regens ein. Unter natürlichen Bedingungen wird ein Teil des Wassers für längere Zeit gespeichert und steht den Pflanzen und Boden tieren zur Verfügung. Der Rest versickert gereinigt und trägt zur Grund- und Trinkwasserbildung bei. Eine hohe biologische Aktivität im Boden zu fördern ist das grundlegende Prinzip des Bio-Landbaus. Dieses System unterstützt eine gute Bodenstruktur, die weniger erosionsanfällig ist und deutlich mehr Wasser speichern kann. KANN MAN BIO-BÖDEN NOCH LEISTUNGSFÄHIGER MACHEN? Durchaus! Entwickelt man dieses System weiter Richtung Permakultur (von »permanenter Agrarkultur«, bei der vielseitige Ökosysteme statt Monokulturen gestaltet werden) und Agroforst (= Kombination von Acker und Bäumen), dann entstehen hochleistungsfähige Systeme, die einen deutlich höheren Ertrag an Nahrungsmitteln pro Fläche erzeugen können als der konventionelle Landbau. Und das kombiniert mit Klimaschutzvorteilen, Ressourcenschutz und Bodenaufbau. Man kann also viel bewirken, wenn man ökologische Lebensmittel kauft. Und zur Frage der Welternährung: Mit intensiver Landwirtschaft werden wir vielleicht kurzfristig höhere Erträge ernten, doch ohne den Schutz von Boden, Wasser, Artenvielfalt und Klima ernten wir dann sehr bald gar nichts mehr! Gastbeitrag von Dr. Andrea Beste Kanne Bio-Brottrunk® vegan oder Bio-Brolacta®** vegan Der Original Kanne Bio-Brottrunk wird nach traditionellem Rezept seit 1981 hergestellt. Durch die enthaltenen Vitamine und Milchsäurebakterien sind Kanne Bio-Brottrunk und Bio-Brolacta eine wertvolle Ergänzung zu einer gesunden, probiotischen Ernährung. Kanne Bio-Brottrunk ist ein alkohol - freies und veganes Gärgetränk, dass nur aus natürlichen Inhaltsstoffen besteht: Quellwasser, Bio-Roggenvollkornmehl, Bio-Weizenvollkornmehl, Natursauerteig, Steinsalz und Bio- Hafervollkornmehl. Aus den Zutaten entsteht ein spezielles Brot, welches einer monatelangen Fermentation zugeführt wird. Kanne Bio-Brolacta enthält einen Teil des fermentierten Brotes. Brottrunk 750 ml 1,99 € (1 l = 2,65 €) Brolacta 750 ml 3,79 € (1 l = 5,05 €) * Bei dieser Produktvorstellung handelt es sich um eine Anzeige. Sie erhalten die Produkte in Ihrem Alnatura Super Natur Markt. ** Nicht in allen Märkten erhältlich. Alnatura Magazin Januar 2021 53

digitale Sammlung

Neu eingetroffen

© 2021 by Alnatura