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Alnatura Magazin Januar 2020

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Vogel des Jahres: Die Turteltaube // Warenkunde: Pflanzliche Proteine // Rezeptideen: Köstliches mit Kichererbsen // Alles fürs Klima: Klima, Mensch und CO2

HERSTELLER-PORTRÄT

HERSTELLER-PORTRÄT Allerlei Algen Die Singener Firma Sanatur stellt Nahrungsergänzungsmittel mit Spirulina und Chlorella in Bio-Qualität her. Das Alnatura Magazin hat mit der Geschäftsführerin Ingrid Schädler und deren Assistentin Nonna Tröster über Herkunft, Erzeugung und Nährwert der Mikroalgen gesprochen. Redaktion: Frau Schädler, Sie sind seit 20 Jahren Geschäftsführerin der Sanatur GmbH und stellen Nahrungsergänzungsmittel her. Haben Sie geahnt, dass Ernährung für immer mehr Menschen zu einer Art Ersatzreligion wird? Ingrid Schädler: »Für die Menschheit war Ernährung schon immer ein wichtiges Thema. Heute muss alles schnell gehen, das ist eine Lebensweise, die zu Lasten von Körper und Psyche geht. Da liegt es nahe, dass die Menschen genau überlegen, was sie zu sich nehmen.« In 20 Jahren tut sich viel. Inwieweit haben Sie das Sortiment an sich verändernde Kundenwünsche angepasst? Schädler: »Die Firmengründer waren Heilpraktiker, die unter den Ersten waren, die Spirulina und Chlorella auf dem deutschen Markt eingeführt haben. Wir gehen auf Kundenwünsche ein, verkaufen aber nur, wovon wir überzeugt sind. Heute bieten wir rund 50 Produkte an. Was immer bleibt, sind die Mikroalgen.«

Geschäftsführerin Ingrid Schädler (links im Bild) und ihre Assistentin Nonna Tröster. Das Unternehmen Sanatur sitzt in Singen am Bodensee. Manche Rohstoffe wie die Yamswurzel werden in der unmittelbaren Umgebung angebaut. chertem Licht beschreiben. Dazu kommt: Spirulina aus Glaskulturen gibt es aktuell nicht in bio-zertifizierter Qualität. Natürliche Anbaubedingungen sind uns sehr wichtig, deshalb beziehen wir sie aus Regionen, in denen sie auch unter natürlichen Klimabedingungen wachsen darf.« Wie viele Bio-Algen beziehen Sie denn jedes Jahr? Schädler: »Dazu sagen möchte ich nur so viel: Der Bedarf ist sehr hoch. Es sind einige Tonnen, die wir in getrockneter Form, also als Pulver oder Tabletten, beziehen.« Sie arbeiten mit Produzenten in Indien und Taiwan. Wie haben Sie sie gefunden? Schädler: »Der Produzent in Taiwan hat die Züchtung mit unserem Vorgänger gemeinsam entwickelt. Vor zwei Jahren konnte er klimabedingt nicht fristgerecht liefern. Daraufhin haben wir uns nach einem zweiten Produzenten umgesehen, der bereit war, auf unsere Vorgaben einzugehen.« Während beispielsweise die Yamswurzeln, die Sie zu Nahrungsergänzungsmitteln verarbeiten, am Bodensee gedeihen, stammen Ihre Spirulina­ Algen aus Taiwan und Indien. Liegt das am Klima? Nonna Tröster: »Spirulina und Chlorella brauchen Wärme. Es gibt zwar in Europa Gewächshäuser und Glasröhrenanlagen, die beheizt und künstlich beleuchtet sind, in denen Mikroalgen gedeihen. Aber wenn sie direkt unter der Sonne wachsen, misst man in den Produkten mehr Biophotonen. Das könnte man bildlich gesprochen als größere Menge an gespei- Anders als bei Meeresalgen ist der Jodgehalt bei Süßwasseralgen wie Spirulina und Chlorella nicht das Problem. Dennoch ist bei der Kultivierung vieles zu beachten. Wie stellen Sie die Qualität sicher? Tröster: »Mikroalgen können Schadstoffe aus der Umwelt binden. Deshalb achten wir ganz penibel auf eine schadstofffreie Kultivierung und lassen jede Charge auf Reinheit untersuchen. In Taiwan verwenden wir nur Bergquellwasser, das auf Pestizide und Schwermetalle kontrolliert wird. Auch polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, sogenannte PAKs, können die Algen aufnehmen. Vermutlich geschieht das dann, wenn ihre Trocknung in Dieselanlagen erfolgt. Hier haben wir sehr strenge Richtwerte. Die Plantage wird jähr - lich kontrolliert und wir lassen in Deutschland jede Charge von einem Labor prüfen.« Alnatura Magazin Januar 2020 27

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