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Alnatura Magazin Januar 2019

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Vogel des Jahres: die Feldlerche / Naturdrogerie: So starten Sie gut ins Jahr

Peter Kreiser, ProObst-

Peter Kreiser, ProObst- Vorstandsvorsitzender, und Tochter Frauke. Mit dem Rollblitz können die Äpfel schnell und rückenschonend aufgesammelt werden. Rabenhorst kurz gefasst Hersteller von 40 verschiedenen Bio-Säften. Wie die Streuobstwiesen hat auch der Safthersteller Rabenhorst eine lange Tradition. Vor über 200 Jahren wurde aus dem durch Pfarrer Johann-Heinrich Lauffs gegründeten Weingut ein Produzent von »alkoholfreiem Wein«, der Grundstein für die Saftherstellung war gelegt. Und auch Bio hat Tradition: Schon 1969 begannen der biologisch-kontrollierte Vertragsanbau bei Rabenhorst und eine enge Zusammenarbeit mit dem Institut für ökologische Agrarwissenschaft der Universität Kassel. Gründung 1805 Unternehmenssitz Unkel Beschäftigte 140

HERSTELLER-REPORTAGE Big Apple aus Rheinland-Pfalz Im Vorderhunsrück zwischen Mosel und Rhein liegt der kleine Ort Boppard-Herschwiesen. Hier wachsen inmitten idyllischer Streuobstwiesen des Vereins ProObst die Äpfel für Rabenhorst. Alnatura zu Besuch bei der Apfelernte. Gleich am Ortseingang von Herschwiesen finden wir die Streuobstwiese des Vereins ProObst. Statt einer Stadtmauer umringt sie den kleinen Ort von 310 Einwohnern – im Frühling mit einem zarten Blütenmeer, im Frühherbst mit saftigen Äpfeln. 2005 pflanzten die Vereinsmitglieder erste Bäume selbst, einige stattliche Bäume sind aber schon 80 Jahre alt. Ihre Größe überragt bei weitem die klein gezüchteten Verwandten auf monotonen Plantagen. Auf der Streuobstwiese finden wir das Gegenteil, Multikulti wird gelebt: Über 10 000 Lebewesen haben hier ihr Zuhause. Zum Beispiel nutzen Baumläufer und Steinkäuze die Baumhöh len als Brut- und Nistplätze. Unter der Baumkrone kann dank des großzügigen Platzes zwischen den Bäumen Vieh weiden – und ganz nebenbei den Boden düngen. Auch Wühlmäuse kann man finden. Sie sind zwar eigentlich keine gern gesehenen Gäste, weil sie die Wurzeln junger Bäume anknabbern – aber schließlich gibt es hier auch Füchse, die die Mäuse zum Fressen gern haben. Dass es dieses Naturidyll gibt, verdankt der Ort engagierten Bürgerinnen und Bürgern wie Peter Kreiser, der mit seinen Mitstreitern den Verein ProObst gegründet hat. Der Vereinsvorsitzende erinnert sich: »In den 1970er- und 1980er-Jahren wurde Streuobst sehr vernachlässigt und vermehrt Tafelobst angebaut. Streuobst entwickelte sich zu einer Nische. Wir wollten es wiederbeleben, es gab eine regelrechte Renaissance alter Obstsorten. Zur Ernte werden die Äpfel vom Baum gerüttelt. Ein Seil zwischen Ast und Traktor befestigen, Motor starten – und schon fallen die Äpfel. Initialzündung zur Gründung unseres Vereins ProObst war die Flurbereinigung. Dabei hat man den ursprünglichen Ring um das Dorf Boppard- Herrschwiesen geschaffen, so wie er früher einmal war. Der gesamte Streuobst bereich umfasst 55 Hektar in den Orten Herschwiesen, Oppenhausen, Windhausen, Hübingen und Buchholz mit circa tausend Bäumen. Heute gibt es 70 Mitglieder, von denen einige 20 Bäume besitzen, manche Mitglieder haben zehn, manche nur einen.« Eines der Mitglieder ist ein Imker, seine Bienen bestäuben die Apfelblüten. Alnatura Magazin Januar 2019 17

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