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Alnatura Magazin Dezember 2022

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Lasst uns kochen: Winterliche Hüttenrezepte // Gut leben: Die Kraft des Singens // Gesellschaft: Sinnvolles schenken

ZU BESUCH BEI VEGAVERDE

ZU BESUCH BEI VEGAVERDE Biodynamisch in Andalusien Andalusien verfügt über beste Bedin - g ungen für den Anbau von aromatischen und saftigen Zitronen in Spitzenqualität. Das Klima ist sehr trocken, die Sommer sind heiß und die Winter angenehm, nur selten gibt es Minusgrade. Für die Wintermonate, in denen wir die Vitamin-C-reichen Früchte besonders schätzen, be zieht Alnatura seine Zitrusfrüchte von ausgewählten andalusischen Bio-Partnern und nicht aus Übersee. Zum Beispiel von Vegaverde, wo man immer mehr auf biodynamischen Anbau setzt. Das Alnatura Magazin hat die Plantagen besucht – und nicht schlecht gestaunt. F rancisco Espinosa, der Gründer von Vegaverde, erläutert mir beim Rundgang auf einer in die Berge übergehenden Finca südlich von Málaga, dass wir uns im Herzstück seiner biodynamischen Plantagen befinden. Sie verteilen sich über mehrere Provinzen in Spanien. Francisco spricht vom Mond, von der Sonne und vom Kosmos. Er greift in das wilde Beet in Form einer Mond sichel vor sich und lässt mich Blumen und Kräuter kosten. Er erzählt mir, dass der gelben Kapuziner kresse, Capuchina, die ich gerade esse, nachgesagt werde, sie wirke wie ein natürliches Antibiotikum. Dass jede Pflanze einem Sternzeichen zuge ordnet werden könne und die anda lusischen Alchemisten das alles schon lange vor Rudolf Steiner und der Entstehung des Demeter-Verbands wussten. Ich bin überrascht. BIODYNAMISCH ALS ZIEL Ich frage Francisco Espinosa, ob Demeter überhaupt ein Begriff für Spanierinnen und Spanier sei. »Das ist alles 500 Jahre altes Wissen. Nichts Neues. Im Nachkriegs- 28 Alnatura Magazin Dezember 2022

Anbauflächen des spanischen Alnatura Partners Vegaverde sind größtenteils Naturland- und Demeter-zerti fiziert. ZU BESUCH BEI VEGAVERDE »Ziegenmist, Schwefel und natürliche Öle. Das waren die einzigen Mittel, die meine Großeltern damals gegen Schädlingsbefall hatten. Und es hat auch funktioniert.« Francisco Espinosa, Vegaverde spanien gab es keine chemischen Hilfsmittel für die Landwirtschaft, erst ab den 1970er-Jahren begann das mit der agrochemischen Landwirtschaft.« Und er erzählt mir von seinen Großeltern, die weiter unten im Tal, im Distrikt Campanillas, wo es immer Wasser gab und noch gibt, ihre ersten Zitrusbäume gepflanzt hätten. »Ziegenmist, Schwefel und natürliche Öle. Das waren die einzigen Mittel, die meine Großeltern damals gegen Schädlingsbefall hatten. Und es hat auch funktioniert. Besser! Daher setzen wir seit einigen Jahren auch wieder darauf.« Am nächsten Tag erzählt mir sein mittlerer Sohn Miguel, dass eine Reise nach Kuba und Mexiko vor ein paar Jahren den finalen Ausschlag dafür gab, komplett auf Bio zu setzen: »Mein Vater wollte unbedingt von den alten landwirtschaftlichen Kulturen in Kuba und Mexiko lernen. Dort, wo die Bauern wirklich gar kein Geld für Kunstdünger oder chemisch-synthetische Hilfsstoffe haben. Drei Monate sind wir umhergereist, haben uns auf Farmen aufgehalten und von ihnen gelernt.« Mitgebracht hat Francisco Espinosa nicht nur die Überzeugung, Francisco Espinosa und sein mittlerer Sohn Miguel inmitten des biodynamischen Erlebnisgartens. dass es absolut ohne synthetische Chemie und chemischsynthetische Pestizide geht, sondern auch die Liebe zum Zuckerrohr. Wir stehen nun im flachen und goldenen Abendlicht auf der Terrasse der Finca, die man vom Stil und der Intention eher als Agroturismo bezeichnen könnte, und Francisco presst uns Limonade aus selbst angebautem Zuckerrohr. »Sieht aus wie Bambus, enthält aber zu 50 Prozent Wasser.« Ich hatte mich bereits beim Aufheben der Stäbe gewundert, warum sie so schwer sind. EIN WILDER GARTEN VOLL BIODIVERSITÄT Wir sitzen im Auto nach Huelva an der atlantischen Küste Spaniens. Mit dabei sind Franciscos Söhne Miguel und Francisco Miguel. Wir sind plötzlich aufgebrochen und in die Nacht gefahren, denn die Wettervorhersage sagt ab Mittag Regen voraus – nicht so gut für Fotos. Am nächsten Morgen besuchen wir die Finca San Bartolomé nahe Punta Umbría kurz vor der portugiesischen Grenze. Eigentlich brauchen sie mir gar nichts mehr sagen, denn das Entscheidende sehe ich sofort: Die Wege zwischen den Orangenbaumreihen gleichen einem wilden Kräutergarten, und auch hier könnte man Schulklassen hinführen, um ihnen gelebte Biodiversität zu vermitteln. Ich war schon häufig auf Orangen- oder Zitronenplantagen in Spanien, aber einen derartigen Garten an Wildblumen und wilden Pflanzen aller Art hatte ich bis dato noch nie gesehen. Bei der konventionellen Landwirtschaft sind die Wege zwischen den Baumreihen praktisch wie leer gefegt: von Pestiziden. Alnatura Magazin Dezember 2022 29

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