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Alnatura Magazin Dezember 2020

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40 JAHRE »ALTERNATIVER

40 JAHRE »ALTERNATIVER NOBELPREIS« Bryan Stevenson – ein US-Anwalt für die Benachteiligten Aus der Begründung des Komitees 2020: »Was die diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträger vereint, ist ihr Kampf für Gleichberechtigung, Demokratie, Gerechtigkeit und Freiheit«, sagte Ole von Uexküll, Direktor der Right Livelihood Foundation. »Mit ihrem Widerstand gegen ungerechte Rechtssysteme und diktatorische politische Regime stärken sie erfolgreich die Menschenrechte, fördern Zivilgesellschaften und prangern institutionelles Fehlverhalten an. Die diesjährige Auswahl der Preisträgerinnen und Preisträger wirft ein Schlaglicht auf die welt weite Bedrohung der Demokratie. Es ist höchste Zeit, dass wir alle, die weltweit an die Demokratie glauben, aufstehen und einander unterstützen.« In den USA ist der Anwalt Bryan Stevenson einer der bekanntesten Bürgerrechtsanwälte, ein Kämpfer für die Gleichheit vor dem Gesetz. Hierzulande werden nur wenige sein auch in Deutsch erschienenes Buch »Ohne Gnade: Polizeigewalt und Justizwillkür in den USA« kennen. Ab dem 3. Dezember wird Bryan Stevenson wahrscheinlich für mehr Menschen ein Begriff sein: An dem Tag erhält er als einer von vier Ausgezeichneten den »Alternativen Nobelpreis« 2020. D as US-Justizsystem so zu reformieren, dass alle vor dem Gesetz gleich sind, egal ob sie schwarz, weiß, arm oder reich sind – das ist das Ziel des US-Anwalts und Bürgerrechtlers Bryan Stevenson. Für sein jahrzehntelanges Engagement wird er nun von dem schwedischen Komitee mit dem »Alternativen Nobelpreis« geehrt. Er weise stetig auf die Ursachen der in den USA herrschenden Ungleichheit vor dem Gesetz hin und prangere damit den tief in der amerikanischen Gesellschaft verwurzelten Rassismus an, begründet die Jury ihre Wahl. Das drückt sich für sie auch in dem von ihm initiierten »The Legacy Museum« in Montgomery in Alabama aus: einem Museum über die Sklaverei in den USA, im Herzen der Südstaaten. Bryan Stevenson ist überzeugt, dass die Amerikaner die Geschichte der Sklaverei in ihrem Land noch nicht angemessen aufbereitet haben, was einen institutionalisierten Rassismus in den USA gefördert hat. Dies bildet sich auch im Strafrechtssystem ab. Die USA haben die höchste Inhaftierungsrate der Welt – überdurchschnittlich häufig sind People of Colour betroffen. GLEICHES RECHT FÜR ALLE Und dann ist Bryan Stevenson vor allen Dingen Mitgründer und Geschäftsführer der Neben Bryan Stevenson werden am 3. Dezember drei weitere Persönlichkeiten mit dem Right Livelihood Award ausgezeichnet: die im Iran inhaftierte Menschen rechtsanwältin Nasrin Sotoudeh (links im Bild), die in Nicaragua für die Rechte der indigenen Bevölkerung kämpfende Umweltaktivistin Lottie Cunningham Wren (2. von rechts) und der Menschen rechts aktivist Ales Bjaljazki (rechts) sowie die Nichtregie rungs organi sation »Viasna«, die sich für Demokratie und Menschenrechte in Belarus einsetzt und dessen Mitgründer und Vorsitzender Bjaljazki ist.

Bryan Stevenson, Anwalt und Professor an der juristischen Fakultät der New York University, kämpft in den USA dafür, dass alle vor dem Gesetz gleich sind, egal ob sie schwarz, weiß, arm oder reich sind. Nicht nur in Zeiten von »Black Lives Matter« ein besonders aktuelles Thema. »Equal Justice Initiative« (EJI), einer Organisation, die sich unter anderem für Menschen einsetzt, die unter die Räder der amerikanischen Justiz gekommen sind. Bryan Stevenson hat als Anwalt Hunderte Angeklagte verteidigt und viele Verfahren gewonnen und dabei auch zahlreiche Unschuldige vor der Vollstreckung der Todesstrafe bewahrt. Einige dieser Fälle schildert er in seinem bei Piper erschienenen Buch »Ohne Gnade: Polizei gewalt und Justizwillkür in den USA«, das unter dem Filmtitel »Just Mercy« verfilmt wurde und 2020 auch in deutschen Kinos zu sehen war: 13-jährige Kinder, die Jahre in Isolationshaft verbringen müssen, willkürliche Verhaftungen und rassistische Vorurteile der Polizei und Justiz – Schilderungen des Alltags in den USA. Der schwarze Anwalt aus Milton, Delaware, macht diese Fälle aus Amerikas Gerichtssälen publik. Er vertritt Menschen, die keinen oder nur pro forma einen Rechtsbeistand erhalten, und liefert somit erschreckende Einblicke in die aktuelle amerikanische Gesellschaft, der einstigen Wiege der Demokratie und der Menschenrechte. Die Süddeutsche Zeitung findet: »ein aufrüttelndes Buch«. BLACK LIVES MATTER Der Preis des schwedischen Komitees an Bryan Stevenson bestärkt somit die gesamte »Black Lives Matter«-Bürgerrechtsbewegung, die Willkür und Ungerechtigkeiten im Justizsystem der USA nicht länger hinnimmt und die 1776 in der Amerikanischen Unabhängigkeitserklärung erklärte Gleichheit auch in der Wirklichkeit der USA umgesetzt sehen will. Bryan Stevenson steht in der Tradition der großen amerikanischen Bürgerrechtler wie Harvey Milk oder des 2020 verstorbenen John Lewis. Für ihn ist der Kampf noch lange nicht vorbei, sondern die Berufung seines Lebens geworden. MF Der Right Livelihood Award kurz gefasst Der Right Livelihood Award, eher bekannt als der »Alternative Nobelpreis«, wird seit 40 Jahren an Menschen verliehen, die erfolgreich an einer nachhaltigen, gerechten und friedlichen Zukunft bauen. Die bislang ausgezeichneten 182 Persönlichkeiten aus 72 Ländern gelten als »Heldinnen und Helden der Gegenwart« und Pionierinnen und Pioniere einer besseren Welt. Die schwedische Right Livelihood Foundation, die den Award vergibt, sieht ihre Rolle als Sprachrohr und Schutzschild für die Menschen, die den Preis erhalten, und unterstützt diese dauerhaft. In Deutschland kann die Stiftung mit steuerabzugsfähigen Spenden unterstützt werden: Dachstiftung für individuelles Schenken, IBAN: DE 9743 0609 6701 0370 0802 Alnatura Magazin Dezember 2020 45

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