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Alnatura Magazin August 2021

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WISSENSWERTES ÜBER

WISSENSWERTES ÜBER BIO-LANDBAU Mehr Biodiversität! Warum der Bio-Landbau sinnvoll für Mensch und Erde ist, wie er funktioniert und vor welchen Herausforderungen wir stehen – all das erklären Ihnen Expertinnen und Experten jeden Monat in dieser Serie. Diesmal erläutert Prof. Dr. Thomas Döring, warum Bio-Landbau Biodiversität fördern kann. W er sich mit dem Thema Biodiversität beschäftigt, erlebt oft ein Wechselbad der Gefühle: Auf der einen Seite lässt sich in der Natur Begeisterung und Inspiration im Miterleben von Lebendigkeit und Vielfalt finden. Auf der anderen Seite steht immer wieder die Sorge über den Rückgang dieser Vielfalt. Der schon lang anhaltende Verlust an Artenvielfalt zeigt sich von der lokalen bis zur globalen Ebene und er betrifft viele Artengruppen wie Pflanzen, Amphibien, Insekten und Vögel. Dabei gerät diese Entwicklung neben anderen Großkrisen wie dem Klimawandel medial oft aus dem Blickfeld. Der Erhalt der Biodiversität ist jedoch vor allem für die Landwirtschaft von essenzieller Bedeutung, etwa durch die Bestäubungsleistung der Insekten und die natürliche Regulierung von Schädlingen durch Nützlinge, aber auch für den Abbau von Pflanzenresten zu fruchtbarem Humus. BIO-LANDBAU SCHAFFT VIELFALT Die Bio-Pionierinnen und -Pioniere haben früh die Bedeutung der biologischen Vielfalt erkannt. Dass der biologische Landbau tatsächlich die Biodiversität fördert, wurde durch etliche Untersuchungen belegt. In einer Übersichtsstudie bestätigte 2014 ein internatio nales Forscherteam um den Ökologen Sean Tuck, dass der Bio-Landbau positive Auswirkungen auf die biologische Vielfalt hat. Insbesondere für die Zahl der Pflanzenarten wurde ein starker Effekt festgestellt. Aber auch für Gliederfüßer – zu denen die Insekten gehören – und Vögel ließ sich die fördernde Wirkung von biologischer Bewirtschaftung zeigen. Besonders ausgeprägt waren die Unterschiede für Äcker. Für die Unterschiede in der biologischen Vielfalt zwischen ökologischem und konventionellem Anbau gibt es etliche Gründe. Die meisten lassen sich unter dem Schlagwort der Bewirtschaftungsintensität zusammenfassen: Durch Selbstbegrenzung in der Wahl der Dünge- und Pflanzenschutzmittel ist der biologische Landbau weniger intensiv als der konventionelle. Insbesondere durch die geringere Fracht an Stickstoff und das Verbot chemisch-synthetischer Pflanzenschutzmittel wird die Artenvielfalt im Bio-Landbau gefördert. Darüber hinaus tragen eine höhere Vielfalt an Kulturarten, längere Fruchtfolgen, die Weidehaltung von Tieren und die Anlage von zusätzlichen Lebensräumen wie Hecken zu einer höheren Artenvielfalt bei. 48 Alnatura Magazin August 2021

Bio-Landbau fördert Artenvielfalt durch … • weniger Stickstoff und das Verbot chemisch-synthetischer Pflanzen- schutzmittel • eine höhere Vielfalt an Kulturarten, längere Fruchtfolgen, die Weidehaltung von Tieren und die Anlage von zusätz- lichen Lebensräumen wie Hecken • Mischkulturen aus Getreide und Hülsenfrüchten und die Agroforstwirtschaft, die Gehölze in Acker- oder Weideflächen integriert • Anbau von blühenden Kulturpflanzen wie Mohn, Lein, Fenchel oder anderen Arznei- und Gewürzpflanzen HERSTELLER-EMPFEHLUNG* Thomas Döring ist Professor im Fachgebiet Agrarökologie und Organischer Landbau (AOL) des Instituts für Nutzpflanzen wissenschaften und Ressourcenschutz (INRES) an der Universität Bonn. MISCHKULTUREN, AGROFORSTWIRTSCHAFT, FAIRE PREISE Trotzdem zeigt auch der Bio-Landbau noch Entwicklungspotenzial. Nicht immer ist ein Ökobetrieb einem konventionellen in der Artenausstattung überlegen. Je nach Intensität, Historie und Landschaftskontext gibt es auch Überschneidungen. Denn auch innerhalb des Bio-Landbaus bestehen Zielkonflikte zwischen der Produktion auf der einen Seite und dem Schutz der Biodiversität auf der anderen. Ein Beispiel ist die Futter qualität im Grünland: Diese sinkt bei spätem Schnitt, weil der Eiweißgehalt der Pflanzen im Saisonverlauf abnimmt, gleichzeitig hat ein früher Schnitt jedoch negative Effekte auf Insekten, Vögel und Flora. Und obwohl eine artenreiche Beikrautflora auf dem Acker zur Vielfalt beiträgt, wird auch im Bio-Landbau zu Maßnahmen wie Striegeln oder Hacken gegriffen, um die Konkurrenz der Beikräuter gegenüber den Kulturpflanzen einzugrenzen. Eine Lösungsmöglichkeit für solche Zielkonflikte ist die Diversifizierung, das heißt ein (noch) größerer Einsatz von Kulturpflanzenvielfalt. Dazu gehören Mischkulturen aus Getreide und Hülsenfrüchten oder auch die Agroforstwirtschaft, die Gehölze in Acker- oder Weideflächen integriert. Die Forschung zeigt, dass solche diversifizierten Systeme sowohl Biodiversität als auch Produktivität fördern können. Zusätzlich dienen sie dazu, das Produktionsrisiko zu mindern. Eine wei tere Idee, Vielfalt zu nutzen, ist der verstärkte Anbau von blühenden Kulturpflanzen wie Mohn, Lein, Fenchel oder anderen Arzneiund Gewürzpflanzen, um mit Insektenförderung gleich zeitig auch Ertrag zu erwirtschaften. Darüber hinaus bedarf es fairer Preise für die Landwirtinnen und Landwirte, um den Druck zu höheren Erträgen auch inner halb des Bio-Landbaus zu mildern. Dann bleibt mehr Freiheit, Biodiversität effektiv zu fördern. Gastbeitrag von Prof. Dr. Thomas Döring Santaverde Pure Purifying Cleanser ohne Duft** vegan Das ölfreie Reinigungsgel reinigt porentief und hilft, die Entstehung von Unreinheiten zu minimieren. Es befreit die Haut gründlich von Make-up sowie Schmutz und bereitet sie auf die nachfolgende Pflege vor. Reiner Aloe-vera-Saft und Meeresalgenextrakt wirken reizlindernd und schützen die Haut vor dem Austrocknen. Stiefmütterchenblütenextrakt und Salicylsäure aus Weidenrinde wirken talgregulierend und klären Unreinheiten. Besonders geeignet für sensible und unreine Haut. NATRUE-zertifiziert. 100 ml 25,90 € * Bei dieser Produktvorstellung handelt es sich um eine Anzeige. Sie erhalten das Produkt in Ihrem Alnatura Super Natur Markt. ** Nicht in allen Märkten erhältlich. Alnatura Magazin August 2021 49

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