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Alnatura Magazin August 2021

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Ein besonderer Genuss: Backwaren aus der Region // Spezial: Wie geht es unseren Wäldern // Die soziale Müslirösterei: Heyho

ZU BESUCH BEI HEYHO

ZU BESUCH BEI HEYHO Frühstück für eine bessere Welt Menschen eine Chance auf dem Arbeitsmarkt zu bieten, die sonst chancenlos wären, ist der Grundsatz von Heyho. Gemeinsam mit ihnen kreiert das Unternehmen in Lüneburg außergewöhnliche Müslisorten. Das Alnatura Magazin hat mit Geschäftsführer Timm Duffner gesprochen. ÜBER HEYHO • 2016 in Lüneburg als soziale Müslirösterei von Christian Schmidt, Timm Duffner und Stefan Buchholz gegründet • hergestellt werden handgemachte Müslis mit außergewöhnlichen Zutaten, hundert Prozent Bio, verpackt im Pfandglas • 27 Mitarbeitende • Unternehmensphilosophie: positiven gesellschaftlichen Wandel durch soziales Unternehmertum aktiv mitgestalten; Perspektiven für Menschen schaffen, die aufgrund von Brüchen in ihrer Lebensgeschichte vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen sind – bei fairer Bezahlung 22 Alnatura Magazin August 2021

Die Handarbeit hört beim Rösten noch nicht auf: Von Hand werden Deckel beklebt, Etiketten gestempelt, das fertige Müsli abgefüllt, vakuumiert, verpackt und versendet. D er Einfall für eine soziale Müslirösterei kam Timm Duffner und seinem Kollegen Christian Schmidt bei einem zufälligen Gespräch über die mit Geschichten bedruckten Cornflakes- Packungen von früher. »Die Idee von einem guten Start in den Tag mit Geschichte ließ uns von da an nicht mehr los«, erzählt uns Timm Duffner im Gespräch. Inspiriert von der Frage, welche Verantwortung Unternehmen in der heutigen Zeit eigentlich für die Gesellschaft haben, begannen die beiden schon bald an einem Konzept für einen eigenen kleinen Lebensmittelbetrieb zu arbeiten. »Durch ein Zusammentreffen mit Stefan Buchholz, der zu dem Zeitpunkt bereits seit 20 Jahren in der Wohnungslosenhilfe tätig war, entstand die Überlegung, in Lüneburg eine Müsliproduktion aufzubauen, die bewusst Teilhabe schafft für Menschen, die aufgrund einer Suchterkrankung, einer psychischen Krankheit oder eines früheren Gefängnisaufenthalts am Arbeitsmarkt keine Chance haben«, erklärt der 44-Jährige. Die Idee für Heyho war geboren. »Bei Heyho stellen wir keine Menschen ein, um Hafer zu rösten, wir rösten Hafer, um Menschen einzustellen.« Timm Duffner, Geschäftsführer Heyho AUSSERGEWÖHNLICHE GESCHMACKSKOMBINATIONEN Seitdem sind fünf Jahre vergangen. Mittlerweile hat das Unternehmen, das »radikal sozial« handelt, 27 Mitarbeitende, die täglich rund 400 bis 500 Kilogramm Granola, also gesüßte und geröstete Haferflocken, rösten, mischen und abfüllen. »Wir produzieren alles selbst! Unsere Haferkreationen werden täglich frisch in unserem Stikkenofen, einem auf Rollen fahrenden Wagenofen, geröstet«, erläutert Timm Duffner, der auf der Arbeit immer mindestens ein Glas Müsli in Reichweite hat, stolz. »In Handarbeit mischen wir die Zutaten und passen auf, dass die Flocken nicht verkleben, Knusprigkeit garantiert!« Dabei wagt sich Heyho gerne an ungewöhnliche Zutaten, wie zum Beispiel salzig karamellisierte Nüsse im Saltcity Original, schokolierte Laugenbrezeln im Late Night Breakfast, getrocknete Himbeeren im Frühsportfreunde und handgeschlagene Schokostücke sowie Erdnussmus im Peanut- Power-Granola. Das Unternehmen achtet darauf, die Bio-Zutaten von sozial und ökolo gisch denkenden Heyho- Geschäftsführer Timm Duffner sowie vorwiegend regionalen Betrieben zu beziehen. »Das Salz für unser Saltcity Original erhalten wir direkt aus Lüneburg, wo der Museumsverein für uns auf traditionelle Weise Steinsalz siedet«, nennt der Geschäftsführer ein Beispiel. Auch die Brezeln im Late Night Breakfast werden von einer örtlichen Pralinen-Manufaktur schokoliert und der Hafer kommt aus dem Nachbarkreis. »Mit dem guten Start in den Tag klappt es am Ende doch nur, wenn wir die Natur und ihre Ressourcen mitdenken. Wir wollen richtig gute Lebensmittel herstellen und dabei nicht nur sozial, sondern auch ökologisch nachhaltig wirtschaften«, bekräftigt der »Granola-Aktivist«. EIN MODELL ZUM NACHAHMEN WERDEN Im letzten Jahr konnten so über 70 000 Gläser Müsli verkauft werden. Die Mengen steigen ständig weiter und das ist gut, denn die Rechnung ist einfach: Je mehr Müslis Heyho verkauft, umso mehr Menschen, die eine zweite Chance brauchen, können eingestellt werden. »Ich wünsche mir, dass wir alle besser miteinander leben und niemand ausgeschlossen wird. Damit beginnen wir in unserer Rösterei, die weiter wachsen soll«, sagt Timm Duffner, der bereits Ausschau nach größeren Räumlichkeiten hält, die Platz für ein Café und Wohnungen bieten. »Wir möchten auch andere Unternehmen dazu inspirieren, einen ähnlichen Weg zu gehen. Wir wollen ein Modell zum Nach ahmen werden. Dabei einen Partner wie Alnatura an der Seite zu haben, ist toll!« JK Alnatura Magazin August 2021 23

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