Aufrufe
vor 3 Jahren

Alnatura Magazin August 2018

  • Text
  • Suesskartoffel
  • Kartoffel
  • Alnatura
  • August
  • Magazin
  • Natur
  • Wasser
  • Produkte
  • Tomaten
  • Vielfalt
Bunte Mini-Tomaten von Eosta // Warenkunde: Kartoffel und Süßkartoffel // Einblicke in die Bio-Gärten auf dem Alnatura Campus

SLOW FOOD Mehr als bunte

SLOW FOOD Mehr als bunte Vielfalt auf dem Teller Menschen, die zu samenfestem Obst und Gemüse statt zu Hybrid sorten greifen, ihr Fleisch aus artgerechter Haltung kaufen, schützen nicht nur die Vielfalt des Geschmacks, sondern auch die ihrer Region und Kultur. Ernährungssicherheit gelingt nur mithilfe verschiedener Sorten und Abwechslung auf dem Acker. Slow Food bewahrt aktuell mit dem Projekt »Arche des Geschmacks« 69 Lebensmittel, Nutztierrassen, Gemüse- und Obstsorten in Deutschland vor dem Vergessen. Vielen Verbraucherinnen und Verbrauchern sind Obst- und Gemüseraritäten sowie alte Tierrassen ihrer Region nicht mehr vertraut, Zubereitungsstipps ihrer Oma müssen sie »googeln«. Umso wertvoller ist daher die langsam, aber stetig wachsende Gemeinschaft derer, die den unermesslichen Reichtum hinter »alten« Sorten und dem fast vergessenen Wissen über ihre Zubereitung (wieder)entdecken möchten. Die Kartoffel ist für sie nicht mehr gleich Kartoffel, die Linse nicht mehr gleich Linse – sie erkennen und erschmecken Unterschiede. Denn spezifische geologische Eigenschaften und regionaltypisches Klima spiegeln sich im Geschmack wider, teils sehr deutlich. Die bewussten Esser, die sich diese große Vielfalt zu eigen machen, sehen auch die größeren Zusammenhänge: Dass artenreiche Ökosysteme die Bodenfruchtbarkeit, unsere Kulturlandschaften sowie die Existenz kleinbäuerlich arbeitender Höfe und des Lebensmittelhandwerks bewahren. Es sind die mit ihrer Region verwurzelten Erzeugerinnen und Erzeuger, die rücksichtsvoll mit den vorhandenen Ressourcen umgehen und mithilfe traditioneller Anbau- und Verarbeitungsmethoden deutlich flexibler auf klimatische Veränderungen reagieren können als die Industrie. Mit dem Projekt »Arche des Geschmacks« fördert Slow Food Deutschland die biokulturelle Vielfalt sowie entsprechend regionale Verarbeitungsstätten. Die Liste der Arche ist lang: von der Münsterbirne aus dem Großraum Aachen über die brandenburgische Spezialität Teltower Rübchen bis zum Angler Sattelschwein aus Schleswig-Holstein, welches in den 1960er-Jahren an Beliebtheit einbüßte, als mit steigendem Wohlstand die Nachfrage nach magerem Fleisch wuchs. Allen Arche-Passagieren gemeinsam ist, dass sie sich nicht in industrielle Herstellungsweisen pressen lassen: zu langsam oder unterschiedlich im Wachstum, zu geringer Ertrag, zu komplizierte Arbeitsschritte. Zu viele Esser wissen die geschmackliche Vielfalt nicht zu schätzen und sind dementsprechend nicht bereit, handwerkliche oder kleinbäuerliche Produkte angemessen zu bezahlen. »Vielen mag es wie der Tropfen auf den heißen Stein erscheinen, dass wir uns für vereinzelte Erzeugnisse starkmachen. Aber mithilfe eines jeden Arche-Passagiers halten wir die Fahne für die Vielfalt hoch«, erklärt Ursula Hudson, Vorsitzende von Slow Food Deutschland. Um das Repertoire an Passagieren zu erweitern, ist Slow Food auf Hinweise von Verbrauchern angewiesen. »Sie machen uns auf Lebensmittel aufmerksam, die sie aus ihrer Kindheit kennen, die aber heute kaum noch zu finden sind. Wir schalten dann die jeweilige Slow-Food-Gruppe der Region ein, die alle notwendigen Informationen zum Erzeugnis zusammenträgt. Eine Kommission aus ehrenamtlichen Mitarbeitern setzt die Aufnahme in die Arche um«, erklärt Hudson. Gerhard Schneider-Rose leitet diese Kommission. Ihm wurde das Interesse an Vielfalt in die Wiege gelegt. Sein Vater war Apfelliebhaber, kannte die verschiedensten Sorten und schnitt Obstbäume für die ganze Verwandt- und Bekanntschaft. »Ich gehe seither mit offenen Slow Food macht sich mit Bildungsprojekten und Veranstaltungen in über 170 Ländern dafür stark, die Art, wie wir Lebensmittel produzieren und konsumieren, zukunftsfähig zu gestalten. Ziel ist eine bäuerlich-ökologische Landwirtschaft, die Förderung des traditionellen Handwerks sowie Verbraucherinnen und Verbraucher, die Genuss und Verantwortung miteinander verbinden. Seit 1995 baut Slow Food Deutsch land e. V. Kompetenz im Bereich Ernährung bei Jung und Alt auf. Werden Sie Mitglied und unterstützen Sie Slow Food dabei, seine Ziele zu verwirklichen. slowfood.de Augen durch die Natur, wobei mich monotone, ausgeräumte Landschaften traurig stimmen. Damit verkümmern nicht nur traditionelle Landschaftsbilder und unser Genuss. Wir riskieren die Sicherung der Welternährung, wenn wir auf einige Hochleistungssorten statt die bewährten, an Klima- und Bodenverhältnisse angepassten alten Sorten setzen. Nach meinem Verständnis wird die genetische Vielfalt nur dann am Leben gehalten und weiterentwickelt, wenn sie auf Äckern und in Gärten lebendig bleibt. Die Arche des Geschmacks ist für mich ein sehr starkes Symbol für dieses Bewahren alter Sorten und Rassen«, begründet Schneider-Rose sein langjähriges Engagement. Außergewöhnlich seien für ihn alle Passagiere, wobei er sich einem besonders verbunden fühlt. »Ich bin Enkelsohn eines nordhe s- sischen Hausmetzgers, deshalb habe ich 2004 die Aufnahme der Ahlen Wurscht unterstützt. Ich empfehle Verbraucherinnen und Verbrauchern, sich je nach Saison einfach mal in ihrer Region umzuschauen. Vielleicht treffen sie auf einen unserer Passagiere. Im August beispielsweise haben die Bühler Frühzwetschge, der Mangold Sennfelder Stiel sowie der Salat Kasseler Strünkchen Saison«, erklärt Schneider-Rose. ››› Gastbeitrag Slow Food Deutschland e.V. 44 Alnatura Magazin August 2018

HERSTELLER-EMPFEHLUNG* Wer seiner Haut etwas Ruhe und Entspannung gönnen möchte, ist mit den Produkten der Neutral-Serie von CMD Naturkosmetik gut beraten. Mit hautberuhigendem Salz aus dem Toten Meer und ohne Duftstoffe – ideal für sensible Haut. Alte Sorten finden Sie auch in Ihrem Alnatura Super Natur Markt, beispielsweise zu erkennen am ProSpecieRara-Logo. Passagiere der »Arche des Geschmacks«: Die Münsterbirne (oben) ist Passagier seit 2017. Die Nordhessische Ahle Wurscht (Mitte) ist Arche-Passagier seit 2004 und gehört zum kulinarischen Erbe Hessens. Der Mangold Sennfelder Stiel (unten) ist eine lokale Varietät des Stielmangolds und seit 2017 in der Arche. CMD Naturkosmetik Neutral Shampoo/Duschgel vegan oder Neutral Körperlotion vegan • Shampoo/Duschgel: ermöglicht eine milde und reizfreie Reinigung; beruhigt irritierte, juckende und spröde Haut sowie Kopfhaut und beugt Schuppenbildung vor • Körperlotion: reichhaltige Feuchtigkeitspflege für sensible oder zu Allergien neigende Haut; zieht schnell ein und hinterlässt ein zartes Hautgefühl Neutral Shampoo/Duschgel 200 ml 8,95 € (100 ml = 4,48 €) Neutral Körperlotion 200 ml 11,35 € (100 ml = 5,68 €) * Bei Produkten, die als »Hersteller-Empfehlung« gekennzeichnet sind, handelt es sich um Anzeigen. Diese Produkte erhalten Sie in Ihrem Alnatura Super Natur Markt.

digitale Sammlung

Neu eingetroffen

© 2021 by Alnatura