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Alnatura Magazin August 2018

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Bunte Mini-Tomaten von Eosta // Warenkunde: Kartoffel und Süßkartoffel // Einblicke in die Bio-Gärten auf dem Alnatura Campus

HERSTELLER-REPORTAGE

HERSTELLER-REPORTAGE Wilde Wunderdinger Unser Autor ist seit über 20 Jahren in der Bio-Branche, doch Tomaten aus Holland haben ihn bislang nicht überzeugt. Jetzt wollte er es genau wissen, fuhr an die niederländische Küste und besuchte einen Bio-Tomatenbauern sowie den Bio-Importeur Eosta. Tomaten wurzeln tief, so wie Klischees über Tomaten aus Holland. Und ich soll einen holländischen Tomatenbauern porträtieren? Immerhin soll es ein Bio- beziehungsweise Demeter-Bauer sein, doch Gewächshaustomaten sind nun mal Gewächshaustomaten. Holland, Gewächshaus und Demeter, wie kann das zusammenpassen? Meine Neugierde ist geweckt. Ich bin in Tinte verabredet, einer Gemeinde zwischen Rotterdam und der Nordseeküste. Der erste Eindruck aus dem Zugfenster: Pittoreske Abschnitte und schnöde Infrastruktur geben sich die Klinke in die Hand. Hier ist jeder Zentimeter Land effizient genutzt. Wen wundert’s, sind die Niederlande doch eines der am dichtesten besiedelten und darüber hinaus exportstärksten Länder. Michaël Wilde, der Nachhaltigkeitsmanager von Eosta, holt mich ab. Eosta beliefert Alnatura seit über 20 Jahren mit frischem Bio-Obst und -Gemüse und eben auch mit Tomaten von Frank de Koning. Wir halten vor einem Gewächshaus und betreten die Abpackhalle. Unzählige gelbe, rote, braune, grüne und orangefarbene Tomaten in Kartonsteigen bestimmen das Bild. »Das sind unsere Wild Wonders«, begrüßt mich der Demeter- Bauer lachend und auf Deutsch. Mich beeindruckt schon immer das Sprachtalent der Niederländerinnen und Niederländer, noch mehr allerdings das Ausmaß dieses Gewächshauses. Rund einen Hektar Fläche bedeckt es, also etwa 10 000 Quadratmeter. Für Frank, wir sind sofort per Du, ist das nicht groß, er be ar bei tet insgesamt knapp zwölf Hektar Fläche. Im konventionellen Bereich sind 20, 30 oder gar 60 Hektar große Gewächs häuser nicht ungewöhnlich. In Reih und Glied stehen sie da, unzählige Tomaten sträucher, auch Auberginen und Paprika. Zunächst sieht es hier wie in jedem Glashaus aus, doch der Blick zum Boden offen bart einen wesentlichen Unterschied. Die Bio-Pflanzen dürfen in den 18 Alnatura Magazin August 2018

Und plötzlich erhält jede Tomate ein Gesicht. Weil Nachhaltigkeit Transparenz braucht, hat Eosta das Rückverfolgungssystem Nature & More entwickelt. Unter natureandmore.com erfahren Sie Hintergründe zum jeweiligen Obst- oder Gemüsebauern. Einfach die auf dem Karton genannte Nummer eingeben, z. B. Nr. 179 für Frank de Koning. Pick & Mix Der Nature & More-Bauer Frank de Koning. 4 Mini-Tomaten-Sorten sind in allen Alnatura Super Natur Märkten erhältlich. Einfach gewünschte Sorten und Mengen selbst zusammenstellen. Boden wurzeln, die konventionellen werden auf Steinwolle aufgezogen, einem synthetischen Dämmstoff aus der Bauindustrie. Jetzt kommt der Demeter- Bauer in Frank zum Vorschein: »Die Pflanze selbst soll entscheiden, welche Nährstoffe sie aus dem Boden aufnimmt. In einer Handvoll gesunder, vitaler Erde leben Milliarden Lebewesen. Wir Bäuerinnen und Bauern wiederum ernähren den Boden mit Kompost und bio dynamischen Präparaten.« Seit 29 Jahren ist Frank Gemüsebauer, 19 Jahre davon als Bio- und 5 als Demeter-Bauer. Leicht war die Umstellung nicht. Der ursprünglich konventionell bearbeitete Boden war schlichtweg ausgelaugt. Hohe Verluste prägten die Anfangsphase, erzählt Frank, während er mich durch die satt tragenden Tomatenpflanzen führt. Zwischendurch immer wieder ein »Hier, probiere mal diese!«. Wild Wonders sind Mini-Tomaten mit unterschiedlichsten Farben, Formen und Geschmäckern. Frank reicht mir Choco Tom, eine rotbraune Sorte. Der Biss ist knackig und löst ein süßes Geschmacksfeuerwerk aus. Gleich danach teste ich Rudolph, klein, rot, aromatisch, der Klassiker bei Kindern. »Wir mussten mithilfe großer Mengen organischen Düngers einen gesunden Humus aufbauen, um so alles wieder zum Leben zu erwecken. Und wir mussten lernen, dass sich die Natur nur langsam und nach ihren eigenen Gesetzen entwickelt.« Nur bedingt gelingt es mir, mich in diese Zeit hineinzuver set zen, während Erntehelferinnen und Erntehelfer eine volle Steige nach der anderen an mir vorbeirollen. Es ist heiß, durch die hochgestellten Glas dächer fliegen Vögel ein und aus. »Sie fressen Raupen, aber auch gerne Tomaten«, sagt Frank lachend. Er hat wirklich ein sonniges Gemüt. Wichtiger als die Vögel sind die eigens angesiedelten Marien käfer, Schlupfwespen und Milben. Sie ernähren sich von Läusen und anderen unerwünschten Insekten. Hummeln sorgen für die Bestäubung. Frank zieht Hummeln gegenüber Bienen vor, weil sie schneller arbeiten. Also auch Insekten werden unter Effizienzgesichtspunkten betrachtet? Warum nicht, denke ich. Wir kommen an Orange Sunburst vorbei. Auch sie ist charakterstark, süß-würzig und wieder anders als Yellow Nugget, die vier te Sorte für Alnatura. Noch nie habe ich so viele und so unterschiedliche Toma ten gegessen. Oh Wunder, der Geschmack der Mini-Tomaten überzeugt mich. Während wir zum Auto zurück gehen, muss ich schmunzeln. Frank hat heute öfter betont, wie viel er im Gewächshaus gelernt hat. Mir geht es ähnlich. ››› Volker Laengenfelder Lesen Sie das Interview mit Eosta-Gründer Volkert Engelsman auf den folgenden Seiten.

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