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Teil 9/12: Kunst

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Anthroposophische Perspektiven - In dieser Aufsatzreihe stellen Autoren beispielhaft Perspektiven der Anthroposophie auf das Lebensgebiet ihrer Berufspraxis vor.

EINFÜHRUNG Die Wende

EINFÜHRUNG Die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert war gerade auch in der bildenden Kunst eine überaus bewegte Zeit. In Europa hatten sich – einerseits in den Metropolen, andererseits in kleinen, meist idyllisch gelegenen Orten – diverse Künstlergemeinschaften gebildet, die mit Farbe, Darstellungsart und dem Lebensstil überhaupt experimentierten und Neues wagten. Modern, ja revolutionär zu Steiners Zeiten war der sehr viel freiere Umgang mit Farben ebenso wie das Abrücken von der Abbildungsfunktion der Malerei. Die Kongresse seit der Jahrhundertwende, für die Steiner sowohl inhaltlich als auch organisatorisch verantwortlich war und die häufig viele hundert Teilnehmer anzogen, gestaltete Steiner mit seinen Mitarbeitern und vielen engagierten Helfern immer konsequenter um – weg von reinen Vortragsveranstaltungen, hin zu durchkomponierten Gesamtereignissen, in denen verschiedene Künste und zum Beispiel auch speziell gewählte farbliche Raumgestaltungen wesentlich waren. Die Teilnehmer sollten ganzheitlich angesprochen und bewegt werden. Steiner kannte und schätzte diverse Künstler seiner Zeit und übte sich selbst immer wieder in der praktischen Ausübung von Kunst, auch der Malerei. Aus Fachgesprächen mit Künstlern, ei genem praktischen Tun und wacher Beobachtung entwickelte Steiner eine Farbenlehre, die dem zentralen »Werkstück« des Malers, den Farben, zu ganz eigener, umfassender Bedeutung verhilft. Die Malerin Greet Helsen charakterisiert im folgenden Beitrag wesentliche Elemente dieser Farbenlehre. ››› Manon Haccius IMPRESSUM Anthroposophische Perspektiven / Zwölfteilige Serie Teil 9: Kunst – Aspekte einer Steinerschen Farbenlehre Autorin: Greet Helsen Herausgegeben von: Manon Haccius, Alnatura Produktions- und Handels GmbH, Darmstädter Straße 63, DE-64404 Bickenbach, www.alnatura.de Copyright © 2011 by Alnatura Produktions- und Handels GmbH, Bickenbach Gestaltung: usus.kommunikation, Berlin Abbildungen: Rudolf Steiner Archiv, Dornach; Klassik Stiftung Weimar (3); Freies Deutsches Hochstift / Frankfurter Goethe Museum (4) Verlag: mfk corporate publishing GmbH, Prinz-Christians-Weg 1, DE-64287 Darmstadt Druck: alpha print medien AG, Darmstadt Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck, auch auszugsweise, verboten. Kein Teil des Werks darf ohne schriftliche Genehmigung in irgendeiner Form reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme oder Datenträger verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden. Jede Verwertung ist ohne die Zustimmung des Herausgebers und des Autors unzulässig. 2

ASPEKTE EINER STEINERSCHEN FARBENLEHRE GREET HELSEN Rudolf Steiner hat keine Stilvorgaben für die Malerei gemacht. Er beurteilt das Aufkommen von Impressionismus und Expressionismus zu seiner Zeit als das Heraufdringen von tief berechtigten Bedürfnissen der menschlichen Seele. Steiner wendet sich wohl gegen den Naturalismus, insofern er bloß die Natur nachahmt, und gegen den Symbolismus, insofern Bedeutungen »hinter« den Dingen gesucht oder verstandesmäßig hineingelegt werden. Demgegenüber rückt er die Farbe als Quelle für das malerische Schaffen in den Vordergrund. »Wir müssen wiederum die Möglichkeit gewinnen, … mit der Farbe zu leben, die innere Lebekraft der Farbe mitzuerleben. Wir können es nur, … wenn wir in die Lage kommen, dasjenige, was in der Farbe ist, so zu beleben, dass wir nicht etwa Farbensymbolik betreiben – das wäre natürlich der verkehrteste Weg –, sondern, dass wir das, was schon in der Farbe ist, was in der Farbe drinnen ist, wie in dem Menschen, der lacht, die Kraft des Lachens drinnen ist, wirklich entdecken« (Vortrag vom 26. Juli 1914). Rudolf Steiner hat in mehreren Vorträgen Ausführungen zur Farbe gemacht. Ein kleiner Teil wird weiter unten exemplarisch dargestellt. Zunächst wird ein Blick auf das geworfen, was Goethe, sein Vorgänger auf dem Gebiet der Farbenlehre, entwickelt hat. Rudolf Steiner schreibt in seiner Autobiografie über seine Zeit als Student der Mathematik und Naturwissenschaften: »Ich empfand damals die Notwendigkeit, durch eigenes Gestalten gewisser optischer Experimente die Gedanken, die ich über das Wesen des Lichtes und der Farben ausgebildet hatte, an der sinnlichen Erfahrung zu prüfen … Trotz aller Einwände, die von Seiten der Physiker gegen die goethesche Farbenlehre gemacht werden, wurde ich durch meine eigenen Experimente immer mehr von der gebräuchlichen Ansicht zu Goethe hingetrieben.« Man kann annehmen, dass Rudolf Steiner bei Goethe angeknüpft hat. Brücke geschlagen vom naturwissenschaftlichen Experiment zur »sinnlich-sittlichen Wirkung der Farben«. Dreh- und Angelpunkt des Brückenschlages ist der Begriff des »Urphänomens«: »Das höchstenergische Licht, wie das der Sonne, des Phosphors in Lebensluft verbrennend, ist blendend und farblos. So kommt auch das Licht der Fixsterne meistens farblos zu uns. Dieses Licht aber, durch ein auch nur wenig trübes Mittel gesehen, erscheint uns gelb. Nimmt die Trübe eines solchen Mittels zu oder wird seine Tiefe vermehrt, so sehen wir das Licht nach und nach eine gelbrote Farbe annehmen, die sich endlich bis zum Rubinroten steigert. Wird hingegen durch ein trübes, von einem darauf fallenden Lichte erleuchtetes Mittel die Finsternis gesehen, so erscheint uns eine blaue Farbe, welche immer heller und blässer wird, je mehr sich die Trübe des Mittels vermehrt, hingegen immer dunkler und satter sich zeigt, je durchsichtiger das Trübe werden kann, ja bei dem mindesten Grad der reinsten Trübe als das schönste Violett dem Auge fühlbar wird.« Farbenkreis, J. W. von Goethe, Tusche, Aquarell, Bleistift, 1800/1806, aus dem Supplementband zur Farbenlehre 1810 © Klassik Stiftung Weimar GOETHES FARBENLEHRE Goethe hat mit seiner Farbenlehre ein umfangreiches Werk geschaffen, das – neben einem sehr ausgedehnten historischen Teil – einen naturwissenschaftlichen und einen ästhetischen Teil enthält. Das Besondere liegt darin, dass die Erkenntnisse, die im naturwissenschaftlichen Teil gewonnen werden, inhaltlich nachvollziehbar in den ästhetischen Betrachtungen über Einzelfarben und Farbzusammenhänge fortgeführt werden. Es wird somit eine KUNST 3

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