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Teil 8/12: Ökologie

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Anthroposophische Perspektiven - In dieser Aufsatzreihe stellen Autoren beispielhaft Perspektiven der Anthroposophie auf das Lebensgebiet ihrer Berufspraxis vor.

»Denken Sie sich, wir

»Denken Sie sich, wir nehmen etwas auf mit unserem Kopf wie zum Beispiel die Sprache eines anderen. Das so Aufgenommene geht zunächst in das Ich hinein … Alle Eindrücke, die wir von der Außenwelt bekommen, haben ihre Spiegelbilder in der Stoffwechsel- Gliedmaßenorganisation; … Das Ich muß sich aufrecht erhalten, das kann nicht einen einzigen Eindruck stundenlang haben, sonst würde es identisch werden mit dem Eindruck.« Rudolf Steiner im Vortrag am 30. Juni 1924 werden, diese Dreigliederung (des Menschen), seit Jahrzehnten. Ich selber konnte sie erst zur Reife bringen im letzten Jahrzehnt während der kriegerischen Stürme« 7 . Die Zeit vor und nach dem Ersten Weltkrieg war ja eine Zeit, wo in erstaunlicher Vielfalt neue Ideen, neue Gedanken – vor allem im sozialen Bereich – das Kulturleben enorm in Bewegung versetzen. Offensichtlich entsteht damit eine vorher nicht vorhandene Wahrnehmungsoffenheit für Gedanken, die der geistigen Wirklichkeit ebenso wie der Lebenspraxis angemessenen sind. Diese wurde in der Folge auch in anderen Bereichen, in 7 R. Steiner (1923/1924): Die Weihnachtstagung zur Begründung der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft 1923/24 (GA 260). 6 der Landwirtschaft, Medizin, Pädagogik – und, wie zu zeigen war, der Ökologie – wirksam. Verständlich wird damit auch die eigenständige Entdeckung der »ökologischen Dreigliederung« durch äußerlich der Anthroposophie fernstehende, aber im besten Sinne geistig unabhängige Forscher. Möglich wurde das durch die dabei verwendete Methodik. Das in der Naturwissenschaft sonst übliche Verfahren ist die konkrete Fragestellung an das jeweilige Objekt, womit die Art der Antwort von vornherein festgelegt ist – ohne sich in irgendeiner Weise für dessen Eigenart, für seine Wesenhaftigkeit zu interessieren. Diese Vorgehensweise führt damit aus der Sache heraus nie zu neuen, vielleicht unerwarteten Ergebnissen, sondern immer nur zur Bestätigung oder Verneinung des von vornherein Erwarteten. Anders die ergebnisoffenen Methoden des Goetheanismus, die ganz neue Einsichten zu Die ergebnisoffenen Methoden des Goetheanismus vermögen ganz neue und vertiefte Einsichten zu vermitteln.

vermitteln vermögen. Ihre vollkommen offene unspezifische Erwartungshaltung den Objekten gegenüber ermöglicht diesen, sich selbst auszusprechen und ist damit die einzige Methode, die zu wirklich neuen Erkenntnissen führt. JE NACH METHODE EIN ANDERES WELTBILD Hier liegt der prinzipielle Gegensatz zwischen darwinistischem Verständnis und goetheanistischem Erfassen dreigliedriger organismischer Strukturen. Ersteres ist durch seinen Begriff der »Auslese« (der Selektion des Bestangepassten und Vernichtung des Schwächeren im »Kampf ums Dasein«) grundsätzlich von negativem, »antipathischem« Charakter – und führt zum Erfassen (oder Konstruieren) von Zweiheiten, die sich fremd oder feindlich-ausschließend gegenüberstehen, etwa mit dem Ziel der Überwältigung des Schwächeren durch den Stärkeren (der »Beute« durch den »Fressfeind«). Kein Wunder, handelt es sich doch um die letztlich naiv vermenschlichende und gleichzeitig voll bewusste Übertragung der als geradezu naturgesetzlich empfundenen sozialen Kämpfe während der Formierung der englischen Industriegesellschaft zu Beginn des 19. Jahrhunderts auf die belebte Natur und anschließend wieder zurück. Darwin übernahm den Begriff des »Kampfes ums Dasein und Überleben des Tüchtigsten« – eine auf die seinerzeitigen sozialen Turbulenzen gemünzte Formulierung des Gesellschaftskritikers Malthus (womit Darwin beispielsweise auch Karl Marx begeisterte, der ihm daraufhin die Erstausgabe seines »Kapital« mit persönlicher Widmung überreichte). Diese antisoziale Grundhaltung war damals keineswegs auf die Industriegesellschaften beschränkt, sondern führte auch weltweit zu Unterdrückung und Ausbeutung damals sogenannter »primitiver« (»wilder«) Völker und Kulturen. Seine letztmögliche Steigerung erlebte diese Haltung in der menschenverachtenden Vernichtung sogenannter »Rassen« sowie »lebensunwerten Lebens«. Spätes Aufwachen führte erst nach den darauffolgenden Menschheitskatastrophen der beiden Weltkriege zu weltweiter Anerkennung der Menschenwürde und -rechte, aber auch der elementaren Existenzrechte anderer Lebewesen (Naturund Umweltschutz). »Was ursprünglich allem zugrunde lag, ist die Wärme oder das Feuer … nicht ein Urnebel war ursprünglich da, ein toter Urnebel, sondern lebendige Wärme war ursprünglich da.« Rudolf Steiner im Vortrag am 30. Juni 1924 ÖKOLOGIE 7

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