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Teil 6/12: Pädagogik

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Anthroposophische Perspektiven - In dieser Aufsatzreihe stellen Autoren beispielhaft Perspektiven der Anthroposophie auf das Lebensgebiet ihrer Berufspraxis vor.

Mensch bis in die

Mensch bis in die Verästelungen des Alltagshandelns unterworfen ist. Gerade Heranwachsende sind in dieser Hinsicht in ihrer Selbstbestimmung gefährdet, und es bedarf einer grundlegenden erzieherisch veranlagten Aktivitäts- und Gestaltungsdisposition, die sich – sinngeleitet und einsichtsoffen für die Potenziale des technischen Fortschrittes – der Machbarkeitsverführung und Medienbetäubung zu erwehren weiß. Ein typisches Waldorffach ist außerdem der Eurythmie unterricht. Die Eurythmie ist eine Tanz- und Bewegungsform, die ästhetische Erfahrungen, die zum Beispiel an Dichtung und Musik gemacht werden, zum Ausdruck bringt. ERFAHRUNGSLERNEN Die Qualität des Verweilenkönnens bei einer Sache führt überhaupt erst dazu, dass man sie sich aneignen kann. Die Unterrichtsdidaktik an der Waldorfschule ist möglichst erfahrungs- und handlungsorientiert. Der waldorfübliche Epochenunterricht beinhaltet, dass ein Unterrichtsfach für drei bis vier Wochen jeden Morgen in den ersten beiden Schulstunden unterrichtet wird. Das erlaubt es, dass die Schüler sich mit der jeweiligen Thematik indi viduell verbinden lernen und in eine vertiefte Auseinandersetzung eintreten können. Die Qualität des Verwei len könnens bei einer Sache führt überhaupt erst dazu, dass man sie sich aneignen kann. Hinzu kommen viele künstlerische und praktische Projektphasen und der Anspruch, dass die Unterrichtsinhalte unmittelbar in relevante Lebens- und Handlungsbezüge eingebunden werden. Die Waldorfpädagogik geht in den ersten Schuljahren eher restriktiv und defensiv mit dem Einsatz von Medien um. Medien, seien es Ton-, Bild-, Film- oder auch Schriftmedien, sind geeignet, die menschlichen Vorstellungsinhalte abzuspeichern. Jedes Foto zeigt nicht nur das abgelichtete Objekt, sondern zugleich auch die Sicht des Fotografen auf dasselbe. Medien enthalten demnach prinzipiell Sekundärerfahrungen. Der Waldorfunterricht erachtet es demgegenüber für wichtig, dass die Kinder und Jugendlichen möglichst originäre, sinnlich basierte Primärerfahrungen machen können. Auf diesem Wege sollen sie nicht nur Vorstellungsinhalte aufnehmen, sondern zugleich auch ein waches Bewusstsein für das Entstehen der eigenen Vorstellungsbilder erlangen. In den höheren Schuljahren ist dies die Basis für eine kritische Medienkompetenz. DER »DRITTE PÄDAGOGE« Eröffnung der ersten Waldorf-Schule am 7. 9. 1919, Fest-Akt-Programm. Wer das erste Mal eine Waldorfschule betritt, bemerkt sogleich die Bedeutung, die der Architektur zukommt. Waldorfschulen nehmen seit jeher ernst, dass Lernräume auch Erlebnisräume darstellen. Abgestimmte Farbgestaltung, bewegte architektonische Formen, naturhaft anmutende Materialien, dies sind augenscheinliche Elemente der sogenannten organischen Architektur, die die Waldorfgebäude weltweit prägt. Es werden Lernumgebungen geboten, die das Heranwachsen der Kinder begleiten, die anregen und Vertrauen schaffen. Neben den farblich durch die Klassenstufen sich verändernden Unterrichtsräumen gibt es spezielle Werkstätten, Musikund Eurythmieräume sowie Fachräume, die die Eigenart und den Bedarf des jeweiligen Unterrichtsgegenstandes widerspiegeln. Die Bedeutung des sogenannten dritten Pädagogen wird in der Erziehungswissenschaft seit geraumer Zeit erforscht. Eine triste und rein funktionale, ästhetisch nicht gestaltete Umgebung kann auch nicht ermunternd auf den Entdecker- und Lernwillen wirken. 6

HERAUSFORDERUNGEN Seit der Gründung der ersten Waldorfschule in Stuttgart 1919 hat sich die Waldorfpädagogik dynamisch entwickelt. Sie ist eine moderne Schulform, die den Anforderungen an gegenwärtige Bildungsinstitutionen gerecht wird. Zugleich steht sie aber vor großen Herausforderungen. Viele methodisch-didaktische und auch ästhetische Besonderheiten sind zu Beginn des 20. Jahrhunderts zeitbedingt entstanden. Sie wurden als Tradition übernommen und wirken gegenwärtig zum Teil unmodern und überholt. Hier gilt es, einen großen Schritt zu tun und eine Inventur durchzuführen, um festzustellen und abzugleichen, welche beispielhaft entwickelten Formen es verdienen, bewahrt zu werden. Darüber hinaus zeigt sich ein nonkonformistisches Selbstverwaltungsmodell der 1968er-Zeit, das in den 1980er- und 1990er-Jahren (der Hochzeit der Waldorfschulgründungen in Deutschland) adaptiert wurde, den gegenwärtig geforderten Organisationsformen nicht gewachsen. Hier gilt es, unter strengen Qualitätsgesichtspunkten eine optimale Verwaltungsform herauszuarbeiten und zu implementieren. Ein Ziel hat die Waldorfschule bisher nicht erreicht: Sie ist keine Schule für alle Kinder geworden. Sie ist, auch wenn sie es so nicht angestrebt hat, in Deutschland eher eine Schule für Akademikerkinder, für eine gutbürgerliche Klientel. Dies hängt mit dem Privatschulfinanzierungsgesetz in Deutschland zusammen, das die privaten Schulen gegenüber den kommunalen Schulen finanziell schlechter stellt und es daher nötig macht, dass Elternbeiträge in den Schulbetrieb einfließen. Dennoch, auch wenn die Klientelverengung den politischen Rahmenbedingungen geschuldet ist, die Waldorfpädagogik möchte eine Schule für alle sein, also muss sie verstärkt nach Wegen suchen, dies auch zu werden. »Man kann den Menschen nicht so erkennen, dass man erst seine leibliche Wesenheit durch eine bloss auf das sinnlich Erfassbare begründete Wissenschaft in der Vorstellung aufbaut und dann frägt, ob diese Wesenheit auch beseelt ist, und ob in ihr ein Geistiges tätig ist.« Rudolf Steiner im Vortrag am 17. 9. 1922 PÄDAGOGIK 7

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