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Teil 6/12: Pädagogik

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Anthroposophische Perspektiven - In dieser Aufsatzreihe stellen Autoren beispielhaft Perspektiven der Anthroposophie auf das Lebensgebiet ihrer Berufspraxis vor.

ihre Leistungsmotivation

ihre Leistungsmotivation weckt. Zugleich erhofft man sich eine pädagogische Umgebung, in der Kinder beschützt, verständnis- und vertrauensvoll heranwachsen können. Waldorfschulen genießen einen solchen Ruf. Die erste Waldorfschule wurde 1919 von Rudolf Steiner in Stuttgart als Schule für Kinder der Betriebsangehörigen der Zigarettenfabrik »Waldorf-Astoria« auf Initiative des Unternehmers Emil Molt gegründet. Die Waldorfpädagogik hat sich seitdem zu einem der erfolgreichsten Reformschulmodelle weltweit entwickelt. In Deutschland gibt es heute über 200 und weltweit etwa 1.000 Waldorfschulen. Hinzu kommen über 1.500 Waldorfkindergärten. Aber was macht die Waldorfpädagogik so erfolgreich? 20. und 21. Jahrhundert bis an die Grenze ihrer Existenzfähigkeit bringen, als geistige Schöpfung. Sie erfordert Achtung und einen ethisch angemessenen, nachhaltigen Umgang. Der Mensch ist aus dieser natürlichen Evolution als bewusstseinsfähiges und damit freiheitsveranlagtes Wesen hervorgegangen. Er hat die Möglichkeit, sich selbst zu bestimmen und seinen Einsichten zu folgen. Das Ideal der menschlichen Entwicklung, für das die Anthroposophie in vielen Lebensfeldern (Landwirtschaft, Medizin, Kunst, Ökonomie, Pädagogik und so weiter) Verwirklichungsbeispiele entworfen hat, liegt darin, dass der Mensch seine Freiheit in sozialer und ökologischer Verantwortung entfaltet. ANTHROPOSOPHIE Ein wesentliches Element der Waldorfpädagogik stellt das ihr zugrunde liegende Welt- und Menschenbild dar, das auf die philosophischen Inhalte der von Rudolf Steiner begründeten Anthroposophie zurückgeht. Neben den praktischen Erfolgen der Waldorfpädagogik ist es allerdings gerade dieser theoretische Hintergrund, der vielfach auf Unsicherheit und auch Unverständnis trifft. Steiners Lehre gilt als unwissenschaftlich und vormodern. Ein geistorientiertes Welt- und Menschenbild, wie es Steiner vertritt, erscheint unvereinbar mit einer naturwissenschaftlichen Vorstellungsart, die alles Gewordene als Zufallsevolution begreift und auch den Menschen im Kern materialistisch determiniert auffasst. Dabei war Steiner selbst Naturwissenschaftler. Er wollte keine vormoderne Geistlehre verbreiten. Im Zentrum der Anthroposophie steht vielmehr die Freiheitsfähigkeit des Menschen. Steiner begreift die natürliche Welt, die wir zivilisatorisch durch unser anti-ökologisches Verhalten im DER MENSCH IM MITTELPUNKT Diese Entwicklung zur Freiheit ist auch der zentrale Ansatz der Waldorfpädagogik. Schule ist nicht der Ort, wo vorgefertigte Vorstellungsinhalte durch eine ausgeklügelte Didaktik für einen prüfungsrelevanten Zeitpunkt in die Köpfe der Kinder transferiert werden. Das Kind wird als ein sich ganzheitlich entwickelndes Wesen (Kopf, Herz und Hand) begriffen. Steiner hat ein eigenes entwicklungspsychologisches Konzept vorgelegt, das die psychisch-mentale Entwicklung des Heranwachsenden als eine Schrittfolge beschreibt, die die individuelle Selbstbestimmung zum Zielpunkt hat. Darauf bezieht sich der inhaltlich und methodisch altersangemessene Unterricht der Waldorfpädagogik. Es geht nicht nur um kognitive Lerninhalte, sondern zugleich um das soziale Lernen, um die emotionale Entwicklung, um vielfältige prak tische Handlungskompetenzen und um die Erweckung des Selbstvertrauens in der beginnenden Entfaltung individueller Ausdrucksmotive des Heranwachsenden. Die Bewegungskunst Eurythmie gehört zum Waldorf-Curriculum ...

... ebenso wie künstlerische und handwerkliche Fächer als Elemente eines ganzheitlichen Unterrichtskonzeptes. KUNST UND WERKEN KLASSENLEHRER Die Orientierung am Individuum soll allerdings nicht zu einer Überbetonung des bloß Persönlichen führen. Ein zentrales Element der Waldorfpädagogik ist das Lernen in einer sozialen Gemeinschaft. Der viel zitierte PISA- Gewinner Finnland macht es ebenso. Schule wird nicht als Wettbewerbsort der Leistungsselektion definiert, sondern gerade in den ersten Schuljahren ist die über sechs bis acht Jahre konstante leistungsheterogene Klassengemeinschaft wesentlich. Denn Lernen ist nie ein isoliertes Geschehen, sondern immer auch ein Austausch zwischen Menschen. In der Waldorfschule dient der Klassenlehrer, der über acht Jahre jeden Morgen unterschiedliche Fächer in Epochenform unterrichtet, als vertrauensvolle Bezugsperson. Es entsteht eine soziale Lerngemeinschaft, in der sich der Einzelne aufgehoben erfahren kann und nicht die Sorge haben muss, aufgrund von Leistungsdefiziten aussortiert zu werden (zum Beispiel durch Nichtversetzung). Ein weiterer wesentlicher Aspekt der Waldorfpädagogik zeigt sich in der künstlerisch-musischen Erziehung und im Werkunterricht. Neben der Sensibilisierung der Wahrnehmung, einer Qualifizierung des Anschauungsvermögens und der ästhetischen Schulung soll hierdurch das schöpferische Potenzial der Heranwachsenden geweckt werden. Die natürliche Welt und die kulturelle Zivilisation sind im Werden begriffen und unterliegen einer dynamischen Veränderung, der gegenüber der Mensch nicht bloß rezeptiv und adaptiv disponiert sein darf, sondern in die er neugierig, entdeckend und produktiv mitgestaltend einzutreten in der Lage sein muss. Dafür benötigt er Initiative und Impulskraft, aber auch eine auf den jeweiligen Gegenstandsbereich bezogene Fähigkeit, die gerade im Kunst- und Werkunterricht erworben wird. Letzterer dient auch als Vorbereitung zu einer gerade in der heutigen Zeit geforderten Technikkompetenz. Denn der Sinn einer Technik, die den menschlichen Bedürfnissen dient, weicht gegenwärtig mehr und mehr einem Technologieglauben, dem der PÄDAGOGIK 5

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Teil 3/12: Freiheit
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Teil 5/12: Medizin
Teil 6/12: Pädagogik
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