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Teil 5/12: Medizin

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Anthroposophische Perspektiven - In dieser Aufsatzreihe stellen Autoren beispielhaft Perspektiven der Anthroposophie auf das Lebensgebiet ihrer Berufspraxis vor.

GANZHEITLICH BEHANDELN

GANZHEITLICH BEHANDELN Oft wird die Anthroposophische Medizin als ganzheitlich bezeichnet. Im besten Wortsinne ist sie das auch, da sie im Menschen nicht nur dessen physische Existenz (physischer Leib) sieht, sondern auch die Dimension der Lebensprozesse (Ätherleib), die seelisch-emotionalen Aspekte (Astralleib) und schließlich die unvergängliche Ich- Organisation (geistige Individualität) miteinbezieht. Das umfassende Menschenbild, das der Anthroposophischen Medizin mit diesen vier »Wesensgliedern« zugrunde liegt, ermöglicht es dem Arzt, die Zusammenhänge zwischen Körper, Geist und Seele besser zu verstehen. Auf diesen unterschiedlichen Ebenen setzt die Anthroposophische Medizin mit der ärztlichen Behandlung sowie mit einem erweiterten Therapieangebot (Kunsttherapie, Heileurythmie, Rhythmische Massage, Öldispersionsbadetherapie) an. Diese spezifischen Therapien werden eingesetzt, um das Gesundungspotenzial des Körpers zu stärken. Die Auseinandersetzung mit künstlerischen Vorgängen kann beim Patienten einen Prozess der Selbsterkenntnis auslösen und damit eingefahrene und krank machende Verhaltensmuster korrigieren. Im künstlerischen Gestalten lernt der Patient Wichtiges über sich selbst – und auch über den eigenen Umgang mit Problemen oder Krisen. Zu den künstlerischen Therapieverfahren der Anthroposophischen Medizin gehören das plastische Gestalten, das Zeichnen und Malen, das Musizieren sowie die Sprachgestaltung. Auch die von Rudolf Steiner entwickelte Heileurythmie, eine besondere Form rhythmischer Bewegungskunst, wird gezielt eingesetzt, um die Selbstheilungskräfte des Menschen auf physischer, seelischer und geistiger Ebene zu aktivieren. Ein weiteres therapeutisches Konzept ist die Rhythmische Massage nach Dr. Ita Wegman. Sie beruht auf der klassischen Heilmassage, arbeitet aber mit einem ergänzten Spektrum an Griffen und Techniken. Ergänzt wird dieses Therapieangebot durch das Element der Biografiearbeit. Das Ziel all dieser Bemühungen ist es, den Patienten als Gesamtpersönlichkeit anzusprechen. Dabei stehen auch Aspekte der Krankheitsvorbeugung und der Gesundheitsförderung im Vordergrund. Bildlich gesprochen: Die Anthroposophische Medizin versucht im Notfall natürlich auch, den Ertrinkenden zu retten. Aber wichtiger ist es ihr, die Menschen zum Schwimmen zu befähigen. SELBST AKTIV WERDEN Entwurf von Rudolf Steiner für die Verpackung eines Influenza-Mittels der Futurum AG, 1921. 6 Es ist eine große Stärke der Anthroposophischen Medizin, Krankheiten als Krisen zu verstehen, die zur individuellen Entwicklung beitragen können. Dabei soll der Patient zwar therapeutisch unterstützt werden – aber eben gerade so viel oder so wenig, dass er/sie die Krise so weit wie möglich aus eigener Kraft bewältigen kann. Krankheiten sind eben keine Störungen, die einfach unterdrückt werden müssen, sondern können oft Wege zu einer »neuen« Gesundheit weisen. Wichtig ist diese Perspektive auch bei chronischen Krankheiten. Hier versucht die Anthroposophische Medizin ebenfalls, den Patienten in seiner seelisch-geistigen Entwicklungsfähigkeit zu begleiten und Möglichkeiten aufzuzeigen, im Genesungsprozess selbst aktiv zu werden. Dabei wird oft begleitend das oben erwähnte erweiterte Therapiespektrum eingesetzt: Durch die Auseinandersetzung mit künstlerischen Prozessen in der Kunsttherapie oder mit bestimmten Bewegungsabläufen in der Heileurythmie Die Anthroposophische Medizin will im Notfall natürlich auch den Ertrinkenden retten. Aber wichtiger ist es ihr, die Menschen zum Schwimmen zu befähigen.

kann sich der Patient aktiv und eigenverantwortlich mit seiner Krankheit auseinandersetzen, sodass sich gerade chronisch Erkrankte ihrer Krankheit weniger ausgeliefert fühlen. Die Anthroposophische Medizin geht auch bei chronischen oder unheilbaren Erkrankungen nie davon aus, dass der Patient am Ende seines Weges angekommen sei und dass man nichts mehr für ihn oder sie tun könne. Erweitert wird dieser Entwicklungsgedanke in der Anthroposophischen Medizin durch die Auffassung, dass es eine vorgeburtliche und nachtodliche Existenz jeder menschlichen Individualität jenseits der Leiblichkeit gibt. Allein diese Tatsache erst macht es möglich und hilft zum Beispiel dabei, eine schwere Erkrankung im frühen Kindesalter in ihrer schicksalhaften Bedeutung erahnend zu verstehen. »Der Mensch hat zwei entgegengesetzte Organe, den Kopf und den Bauch. […] Der Kopf denkt viel zu langsam und der Bauch viel zu schnell, […] auf diese Weise gleicht sich das aus.« Rudolf Steiner im Vortrag am 20. 7. 1923 Ganzheitlich wirksam: Anthroposophische Arzneimittel • Anthroposophische Arzneimittel greifen unmittelbar in Krankheitsprozesse ein. Sie lindern die Symptome und unterstützen den Heilungsprozess. Daneben geht es auch bei der Gabe von den Arzneien darum, die körpereigenen Selbstheilungskräfte des Patienten nachhaltig zu stärken. • Anthroposophische Arzneimittel werden aus natürlichen Substanzen hergestellt und nach besonderen pharmazeutischen Verfahren verarbeitet – teilweise auch nach homöopathischen Prinzipien. Typische mineralische Substanzen oder bekannte Heilpflanzen sind zum Beispiel: Quarz, Schwefel, Kalk, Arnika, Calendula oder die Mistel. Dabei unterliegen sowohl die Ausgangsstoffe als auch die Präparate einer strengen Qualitätskontrolle und den für alle Arzneimittel geltenden gesetzlichen Auflagen. ANTHROPOSOPHISCHE MEDIZIN

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