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Teil 2/12: Religion

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Anthroposophische Perspektiven - In dieser Aufsatzreihe stellen Autoren beispielhaft Perspektiven der Anthroposophie auf das Lebensgebiet ihrer Berufspraxis vor.

Bewegung für den Leib

Bewegung für den Leib eine Grundbedingung seiner Gesundheit ist. Man könnte gegen diese Gedanken einwenden, dass dann ja alle die Menschen, die kein religiöses Leben führen, see lische Mangelerscheinungen haben müssten. Und obwohl in unserer areligiösen und atheistischen Zivilisation seelische Erkrankungen wie zum Beispiel die Depression stark im Zunehmen begriffen sind, kann davon keine Rede sein, weil es noch eine natürliche und unbewusste Nahrung der Seele gibt: den Schlaf. Denn im Schlaf ist unsere Seele mit der unsichtbaren Wirklichkeit der Welt verbunden und erhält von dort fortwährend neue Religion ist eine Frage des Lebens wie die Ernährung. Wir sollten eine Religion nicht nach ihrem Lehrgehalt beurteilen, sondern danach, ob sie unsere Seele stärkt. Kräfte. Wenn das nicht der Fall wäre, so wären viele Menschen schon längst seelisch »verhungert«. Aber die Seele stirbt nicht nach Minuten, Tagen oder Wochen wie der Leib, wenn er nicht richtig versorgt wird, sondern sie »überlebt« den Mangel an bewusst zugeführter Nahrung dank des Schlafes oft durch Jahrzehnte. Die ernährende Wirkung des Schlafes nimmt aber im Laufe des Lebens ab und es verwundert nicht, dass sich in allen Kirchen vorwiegend ältere Menschen finden. Denn sie füh len den »Hunger der Seele« deutlicher als junge Menschen. Religion hat also in erster Linie nicht etwas damit zu tun, wie wir bestimmte Fragen der Welt beantworten oder verstehen. Sie ist keine Frage der Erkenntnis oder des Intellekts. Sondern sie ist eine Frage des Lebens wie die Ernährung. Deshalb sollten wir eine Religion nicht nach ihrem Lehrgehalt beurteilen, sondern danach, ob sie unsere Seele stärkt oder nicht. Es gibt erste Hinweise darauf, welchen Einfluss praktizierte Religion auf das Immunsystem hat, das bei regelmäßig gepflegter Religion im Alter länger kräftiger bleibt. In der Salutogenese, der Lehre von der Entstehung von Gesundheit, ist sie als ein wesentlicher Faktor erkannt worden. Nur liegen bei der Religion zwischen Ursache und Wirkung auf Seele und Gesundheit nicht wie beim Leibe Tage oder Wochen, sondern Jahre und Jahrzehnte. Deswegen bemerken wir den Zusammenhang so schwer. Und wohl niemand wird deswegen als Fünfundzwanzigjähriger regelmäßig sonntags in die Kirche gehen, damit er als Sechzigjähriger gesünder ist als ohne dies. In früheren Zeiten war jeder Mensch durch seine Umgebung festgelegt darin, womit er sich ernährte: In Asien aß man Reis, im vorderen Orient Weizen, in Südamerika Kartoffeln, in Europa Hirse, Roggen oder Buchweizen. Heute bestimmt der Lebensort des Menschen seine Ernährung nicht mehr in dieser Weise. Wir können Lebensmittel aus der ganzen Welt beziehen und uns mit ihnen ernähren. So war die Religion eines Menschen früher abhängig von der Umgebung, in der er geboren war: in Indien vorwiegend Hinduismus, in Japan Shintoismus, im vorderen Orient Islam, in Europa Christentum. Heute muss jeder Mensch sich seine Religion, mit der er seine Seele ernähren will, selbst suchen. So sind wir in der Wahl unserer Ernährung und unserer Religion frei geworden gegenüber früheren Zeiten und in Bezug auf die Religion so frei, dass wir sie sogar ignorieren können. Aber es lohnt sich doch, sich die Frage zu stellen: Womit ernähre ich meine Seele? Zu den Verdiensten Rudolf Steiners, an dessen 150. Geburtstag man sich am 27. Februar 2011 erinnert, gehört auch, dass er entscheidend dazu beigetragen hat, dass eine Erneuerung des christlichen religiösen Lebens durch neue Kultusformen als »Christengemeinschaft« gegründet werden konnte. DER AUTOR Wolfgang Gädeke, geboren 1943 in Bremen, Abitur an der Waldorfschule in Bremen, Studium am Priesterseminar der Christengemeinschaft in Stuttgart, anschließend der evangelischen und katholischen Theologie, Psychologie und Geschichte in Marburg und Tübingen. Nach einjährigem Pflegepraktikum in der Friedrich-Husemann-Klinik in Buchenbach 1968 zum Priester geweiht. Als Pfarrer tätig in Ulm, Kalifornien, Bremen, Kiel, Hamburg. Von 1990 bis 2009 Lenker der Christengemeinschaft in Nord deutschland. Verheiratet seit 1970, vier erwachsene Kinder. Er leitete seit 1975 Ehekurse; seit 1982 als Eheberater tätig. Seit 2003 erforscht er Gründung und Geschichte der Christengemeinschaft, mitverantwortlich für deren im Aufbau befindliches Archiv; Mitarbeit an der ersten wissenschaftlichen Ausgabe der Theologenvorträge Rudolf Steiners. Weitere Themenschwerpunkte: Kunstgeschichte und das Verhältnis von Anthroposophie und Christengemeinschaft. LESE-TIPPS: Flensburger Hefte, Heft 14: »Erneuerung der Religion«, 4. Auflage, Flensburg 1990. Gädeke, Rudolf F.: »Die Gründer der Christengemeinschaft – Ein Schicksalsnetz«, Philosophisch-Anthroposophischer Verlag am Goetheanum, Dornach 1992. Schroeder, Hans-Werner: »Die Christengemeinschaft. Entstehung – Entwicklung − Zielsetzung«, Verlag Urachhaus, Stuttgart 1990. Eine Publikation von

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