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Teil 12/12: Landwirtschaft

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Anthroposophische Perspektiven - In dieser Aufsatzreihe stellen Autoren beispielhaft Perspektiven der Anthroposophie auf das Lebensgebiet ihrer Berufspraxis vor.

EINFÜHRUNG Nur noch ein

EINFÜHRUNG Nur noch ein Prozent der deutschen Erwerbsbevölkerung arbeitet in der Landwirtschaft (zu Rudolf Steiners Zeiten Anfang des 20. Jahrhunderts waren es knapp 40 Prozent). Zu unserer gesamtwirtschaftlichen Leistung trägt die heimische Landwirtschaft noch zwei Prozent bei. 17 Millionen Hektar Land werden in Deutschland landwirtschaftlich genutzt, eine Million davon (sechs Prozent) wird biologisch bewirtschaftet, von 22 000 Bauern oder 7,3 Prozent der deutschen Landwirte. Der Anteil der Bio-Produkte am Lebensmittelmarkt in Deutschland umfasst rund vier Prozent. Von den deutschen Bio-Bauern wirtschaften 1 400 auf 50 000 Hektar Land biologisch-dynamisch. Sie sowie 330 zertifizierte Verarbeiter vermarkten ihre Produkte unter dem Markenzeichen »Demeter«. Die Regeln für ihre Arbeit haben sich die Bio-Bauern zunächst selbst gegeben. Seit 1991 regelt ein Gesetz der Europäischen Union Erzeugung, Verarbeitung und unabhängige Drittkontrolle in der Bio-Landwirtschaft, das die Einhaltung entsprechender Vorschriften auch für Importprodukte verlangt. Der biologisch-dynamische Landbau stand 1924 am Beginn der bewusst gestalteten ökologischen Landwirtschaft. Er ist heute in 38 Ländern, auf allen Kontinenten präsent, wird aber nur von einer eher kleinen Anzahl Bauern praktiziert (3 500 Landwirte und 100 000 Hektar Fläche weltweit). Das ganzheitliche Konzept der biologisch-dynamischen Landwirtschaft ist komplex und nicht einfach zu vermitteln. Am besten gelingt dies durch das Beispiel gut geführter Praxisbetriebe, auf denen die Vielfalt der Pflanzenbestände und Tiere den Fachmann (oder die Fachfrau) unmittelbar anspricht. Auch einen Laien kann diese lebendige Vielfalt spontan berühren. Interessierte seien ausdrücklich ermuntert, die Gelegenheit zum Besuch eines biologisch-dynamisch bewirtschafteten Hofes zu nutzen. ››› Manon Haccius I M P R E S S U M Anthroposophische Perspektiven / Zwölfteilige Serie Teil 12: Landwirtschaft biologisch-dynamisch Autorin: Manon Haccius Herausgegeben von: Manon Haccius, Alnatura Produktions- und Handels GmbH, Darmstädter Straße 63, DE-64404 Bickenbach, www.alnatura.de Copyright © 2011 by Alnatura Produktions- und Handels GmbH, Bickenbach Gestaltung: usus.kommunikation, Berlin Abbildungen: Rudolf Steiner Archiv, Dornach Verlag: mfk corporate publishing GmbH, Prinz-Christians-Weg 1, DE-64287 Darmstadt Druck: alpha print medien AG, Darmstadt Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck, auch auszugsweise, verboten. Kein Teil des Werks darf ohne schriftliche Genehmigung in irgendeiner Form reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme oder Datenträger verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden. Jede Verwertung ist ohne die Zustimmung des Herausgebers und des Autors unzulässig. 2

LANDWIRTSCHAFT BIOLOGISCH-DYNAMISCH MANON HACCIUS DIE SITUATION MITTE DER 1920ER-JAHRE Die biologisch-dynamische Landwirtschaft – zunächst als anthroposophische Landwirtschaft bezeichnet – ist zu Pfingsten 1924 entstanden. Rudolf Steiner gab damals für Landwirte – ausdrücklich Personen mit einem Grundverständnis der Anthroposophie – einen acht Vorträge umfassenden Kurs auf Gut Koberwitz in der Nähe von Breslau. Dies tat er auf intensives Drängen von Landwirten, die Steiner um Hinweise zur Verbesserung der Fruchtbarkeit von Pflanzen und Tieren und zur Steigerung der Qualität der erzeugten Nahrungsmittel baten. Mitte der 1920er-Jahre befasste sich Sir Albert Howard in Indien intensiv mit der Kompostwirtschaft, um der armen Landbevölkerung zu helfen, mit den ihr zur Verfügung stehenden Mitteln mehr Nahrung auf ihren kargen, knappen Äckern zu erzeugen. Und Lady Eve Balfour suchte auf ihrem Gut in Großbritannien die Zusammenarbeit mit Medizinern und Naturwissenschaftlern aus ähnlichen Fragen heraus, wie sie die deutschen Landwirte zu ihren Bitten an Steiner veranlasst hatten: Die Qualität der Nahrung, so hatten diese aufmerksamen Beobachter damals festgestellt, sank. Ihre Fähigkeit zu gesunder Ernährung von Mensch und Tier nahm ebenso ab wie die Fruchtbarkeit, Gesundheit und Ertragsfähigkeit von Böden, Pflanzen und Tieren. Das Thema einer lebensgemäßen Weiterentwicklung der Landwirtschaft lag in jener Zeit in der Luft. Nur wenige Jahre vorher, 1916, mitten im Ersten Weltkrieg, war in Deutschland das Haber-Bosch-Verfahren entwickelt worden. Unter Einwirkung hoher Drücke und Temperaturen gewinnt man dadurch mit Stickstoff aus der Luft mineralische Stickstoffverbindungen. Dies zum einen für die Rüstungsindustrie, zum anderen als Mineraldünger für die Landwirtschaft. Stickstoffsalze fördern die pflanzliche Masseentwicklung besonders eindrücklich; sie ändern jedoch zugleich umfassend die Zusammensetzung und Qualität der erzeugten Produkte. Bis zu Haber-Bosch war Stickstoffdünger ein äußerst knappes Gut in der Landwirtschaft. Er stand über den Mist der landwirtschaftlichen Tiere und aus Ernterückständen der Pflanzen nur sehr begrenzt zur Verfügung. Oder er wurde von weither eingeführt, entweder in Form bergmännisch in Südamerika gewonnener Salpetersalze oder als Guano (Vogelkot). Nun gab es Stickstoffdünger günstig und reichlich (heute gilt unter Wissenschaftlern das weltweite Stickstoffgleichgewicht als völlig aus dem Programmheft des landwirtschaftlichen Kursus von Rudolf Steiner auf Gut Koberwitz im Juni 1924 Lot gebracht). Gleichzeitig stellte die chemische Industrie damals mehr und mehr Substanzen (Giftstoffe) zur Verfügung, die man zur Unterdrückung unerwünschter Pflanzen (»Unkräuter«), Insekten oder Mikroorganismen (»Schädlinge«) einsetzen konnte. Erste ungute Folgen des Umgangs mit Agrarchemie führten die Landwirte zu ihren grundsätzlichen Fragen nach einer zukunftsfähigen und menschengemäßen Weiterentwicklung der Landwirtschaft. * LANDWIRTSCHAFT GESTALTET LANDSCHAFT Uns umgibt praktisch eine reine Kulturlandschaft. Nicht vom Menschen beeinflusste oder geformte Natur gibt es in Deutschland so gut wie gar nicht mehr. Durch landwirtschaftliche Aktivitäten wird der größte Teil unserer * Hinweis: Viele Aspekte der folgenden Ausführungen (Fruchtfolge, organische Düngung, Verzicht auf Agrarchemie) gelten für alle Formen der biologischen oder gleichsinnig ökologisch genannten Landwirtschaft, auch wenn die Autorin nur den biologisch-dynamischen Landbau ausdrücklich nennt. LANDWIRTSCHAFT 3

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