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Teil 11/12: Naturwissenschaften

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Anthroposophische Perspektiven - In dieser Aufsatzreihe stellen Autoren beispielhaft Perspektiven der Anthroposophie auf das Lebensgebiet ihrer Berufspraxis vor.

GEMEINSAME VORFAHREN Der

GEMEINSAME VORFAHREN Der früheste bekannte Vertreter der Menschheit ist heute ein versteinerter Schädel mit einem Alter von sieben Millionen Jahren, 2001 gefunden in der Sahelzone der südlichen Sahara Afrikas, daher genannt »Sahelanthropus«. Schon vor Darwin war den meisten Naturwissenschaftlern des 18. und frühen 19. Jahrhunderts klar, dass alle Organismen einer gemeinsamen Entwicklung (Evo lution) entsprungen sind. Durch Darwin wurde diese Ent deckung seit 1859 in weiten Bevölkerungskreisen bekannt. Was soll daran kränkend sein? Alle Organismen sind danach miteinander und untereinander Brüder und Schwestern. Diese geschwisterliche Auffassung ist doch et was tief Befriedigendes. Und indem wir Menschen als einzige uns dessen bewusst werden, übernehmen wir damit solidarisch die Verantwortung für den Erhalt aller Ar ten. Nur die reine Kampftheorie Darwins ist sehr zeitgebunden ausgefallen und keinesfalls naturwissenschaftlich. Kränkt uns aber nicht doch die damit behauptete Abstammung des Menschen von den nächststehenden Affen, den Menschenaffen? Charles Darwin und seinem deutschen Kollegen Ernst Haeckel war selbst klar, dass keiner der heutigen Menschenaffen der natürliche Vorfahre des Menschen gewesen sein konnte. Der Sahelanthropus zeigt im Bau des Gesichtsschädels viele menschliche Züge, zum Beispiel eine vertikale Antlitzfront. Der Bau des kleinen, flachen Gehirnschädels ist jedoch mehr schimpansenartig gebaut. Dieser Sahelanthropus muss dem etwas älteren gemeinsamen Vorfahren noch recht ähnlich gewesen sein. Er ist eine Mischform, die die Merkmale zur Entmischung in beide Richtungen enthielt. Der heute führende Urmenschenforscher, Prof. Dr. Friedemann Schrenk an der Universität Frankfurt, hat es im Darwin-Gedenkjahr 2009 formuliert: Der Mensch stammt nicht vom Affen ab, sondern von einer gemeinsamen Mischform, die die Merkmale und Entwicklungspotenzen zu beiden Richtungen in sich trug. Der Zusammenhang ist also evolutiv ein noch engerer, als man vorher meist angenommen hatte. Was soll daran kränkend sein? 6

Schädel eines Jetztmenschen Homo sapiens aus dem Mittelalter, des Sahelanthropus tschadensis, der vor sieben Millionen Jahren lebte, und eines heutigen Schimpansen (von links nach rechts). Die Gesichtsfront des Sahelanthropus ähnelt dem Jetztmenschen, der Gehirnschädel dem des Schimpansen (Foto: W. Schad). DAS »ICH« IM UNBEWUSSTEN Wie aber steht es mit der dritten narzistischen Kränkung Freuds, mit seiner eigenen Entdeckung der unbewussten Regionen der Seele, der Tiefenpsyche? Sie war schon im Blick der naturwissenschaftlich interessierten Romantiker des frühen 19. Jahrhunderts, wie Novalis, Carl Gustav Carus und Gotthilf Heinrich Schubert. Ende des 19. Jahrhunderts waren es dann die Ärzte Breuer, Adler, Freud und Jung, die sich besonders der seelisch bedingten Leiden ihrer Patienten annahmen und bei ihnen und Freud sah weitgehend die dunkle Seite im Unbewussten, Jung ahnte die helle Seite davon, Steiner beschrieb sie gezielt: Wir können nie mit uns gänzlich zufrieden sein. Gerade das macht uns entwicklungsfähig. sich selbst auf die Tiefenpsyche stießen. Freuds Resultat war: »Das Ich ist nicht Herr im Hause«, und beschrieb dies als dritte narzistische Kränkung der Menschheit. Hier geht es um eine Frage, die über die Naturwissenschaft hinausreicht, auch wenn Freud versuchte, sie auf dem Weg der naturwissenschaftlichen Analyse, eben der Psychoanalyse, anzugehen. Schon Goethe wusste um seine Untiefen und gestand: »Wenn der Mensch über sein Physisches oder Moralisches nachdenkt, findet er sich gewöhnlich krank.« Darum lobte er sein Heilmittel, sich nicht so sehr mit sich selbst, sondern mit der Natur zu beschäftigen. Der Introvertierte braucht den Blick in die Natur, der Extrovertierte bedarf der Besonnenheit auf sich selbst. Schiller dichtete so im Blick auf Goethe und sich: Wahrheit suchen wir beide, Du außen im Leben, ich innen In dem Herzen, und so findet sie jeder gewiss. Ist das Auge gesund, so begegnet es außen dem Schöpfer, ist es das Herz, dann gewiss spiegelt es innen die Welt. NATURWISSENSCHAFTEN 7

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