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Teil 10/12: Heilpädagogik

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Anthroposophische Perspektiven - In dieser Aufsatzreihe stellen Autoren beispielhaft Perspektiven der Anthroposophie auf das Lebensgebiet ihrer Berufspraxis vor.

Lernen und Arbeiten in

Lernen und Arbeiten in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung. und sonstige Beschäftigungsstätten), über Dorf- und Lebensgemeinschaften, sozialpsychiatrische Nachsorgeeinrichtungen und soziale Landwirtschaftsbetriebe bis hin zu Angeboten der Tagesstruktur und der Pflege für schwerstbehinderte oder betagte Bewohner. Die Einrichtungen der Mitgliedsorganisationen des Verbandes sind darauf ausgerichtet, auf der Grundlage der Anthroposophie Menschen mit besonderen Hilfebedarfen zu fördern, zu unterstützen und zu begleiten. Der Verband schafft Entwicklungsbedingungen, damit Menschen, Initiativen und Einrichtungen ihren pädagogischen, heilpädagogischen, therapeutischen und sozialen Auftrag aus der Anthroposophie heraus verwirklichen können. Dies geschieht insbesondere durch Zusammenarbeit mit anderen Verbänden und Einrichtungen im Bereich von Heilpädagogik, Sozialtherapie und sozialer Arbeit auf nationaler wie internationaler Ebene sowie mit Spitzenverbänden der Freien Wohlfahrtspflege, Vertretung in Fachausschüssen, die Zusammenarbeit mit der Medizinischen Sektion der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft in Dornach (Schweiz) und mit Eltern, Angehörigen und Freunden, vor allem aber auch mit Menschen mit Behinderungen selbst, die als Fachleute in eigener Sache in immer mehr Gremien des Verbandes vertreten sind. Denn nur gemeinsam werden wir weiterhin für die Würde, die Rechte und die soziale Sicherheit von Menschen mit Hilfebedarf wirkungsvoll eintreten können. Durch Mitwirkung bei der Entwicklung der Gesetzgebung für Menschen mit besonderem Hilfebedarf, bei sozialpolitischen und fachlichen Themen und ihrer Diskussion in der Öffentlichkeit vertreten wir Menschen mit Behinde- 6

ungen anwaltlich. Der Verband fördert die Aus-, Fortund Weiterbildung sowie Wissenschaft und Forschung im Interessenbereich des Verbandes. Teil der Öffentlichkeitsarbeit sind Stellungnahmen zu ethischen Fragen und die Herausgabe der Zeitschrift PUNKT UND KREIS wie auch anderer Publikationen. Der Verband veranstaltet Begegnungsmöglichkeiten zum fachlichen Austausch auf Fachtagen und Tagungen. »Anthroposophische Heilpädagogik und Sozialtherapie verwirklichte früh schon das Recht auf Bildung, Arbeit und Teilhabe für Menschen mit Behinderungen.« IDEALE LEITEN Seit jeher waren die Ideale, die die UN-Konvention proklamiert, leitend für die anthroposophische Heilpädagogik, Sozialtherapie und soziale Arbeit. Was waren die ersten Dorfgemeinschaften, in denen Menschen mit und ohne Behinderungen auf Augenhöhe zusammengelebt haben, anderes als ein damals revolutionärer Versuch, Teilhabe und Inklusion, wie sie in Artikel 19 gefordert sind, – wenn auch zunächst im Kleinen – zu verwirklichen? Was ist die seit vielen Jahrzehnten in heilpädagogischen Heimen und heilpädagogischen Schulen praktizierte, an der allgemeinen Waldorfpädagogik orientierte Erziehung und Bildung anderes, als eine Verwirklichung des Rechtes auf Bildung, das in Artikel 24, hier allerdings als inklusive Bildung, gefordert wird? Früh schon wurde die Bedeutung der Arbeit, das Recht auf Arbeit für den Menschen – Artikel 27 – erkannt, und mit großem Ideenreichtum wurden Arbeitsplätze auch für Menschen mit schweren Behinderungen geschaffen. (Alle diese Beispiele gelten natürlich längst weit über den anthroposophisch orientierten Rahmen hinaus!) Eine grundlegende Bedeutung für die weitestmögliche Verwirklichung der Ideale der Brüderlichkeit, Gleichheit und Freiheit kommt der Schule zu. Wie können die heutigen Schulformen so weiterentwickelt werden, dass das einzelne Kind für sich die geeigneten Mittel und Wege finden kann, um in seiner Lebenswirklichkeit diesen Idealen möglichst nahe zu kommen? An solchen Fragen arbeitet seit mehreren Monaten der Arbeitskreis Inklusion, der sich aus Vertretern des Bundes der Waldorfschulen, der Kindergartenvereinigung und des Verbandes für anthroposophische Heilpädagogik zusammensetzt. Da wäre zuvorderst die Entwicklungsorientierung. Eine inklusive Unterrichtung von Kindern mit verschiedensten Voraussetzungen ist nur möglich, wenn man sich von einer ausschließlich am Lernziel (zum Beispiel Abitur) orientierten Bildung verabschiedet und eine radikale Umkehr zur Orientierung an der Entwicklung des einzelnen Kindes vornimmt. Auch die Kinder in den Regelklassen brauchen zunehmend heilpädagogisches Verständnis und verstärkte Hinwendung zum Einzelnen. Integration eines Kindes mit Hilfebedarf in eine Waldorf-Regelklasse ist immer in starkem Maße vom Interesse, Engagement und der Vorbildung des Klassenlehrers oder der -lehrerin und der Bereitschaft des ganzen Kollegiums und der Eltern der anderen Kinder abhängig. Wenn Integration oder künftig gar Inklusion gelingt, ist sie für alle Kinder der Klasse von unschätzbarem Wert, etwa in Bezug auf das Entwickeln von Sozialkompetenz. GESELLSCHAFTLICHE ÖFFNUNG Es wird in den kommenden Jahren darum gehen, Erfahrungen zu sammeln, ob und wie durch die gemeinsame Beschulung von behinderten und nicht behinderten Kindern das einzelne Kind seine ihm gerecht werdende Bildung erhält. Ein breit gefächertes und durchlässiges Angebot an Unterrichtsformen ist unverzichtbar für die vielfältigen und individuellen Wege von Kindern mit Behinderungen, die Menschenrechte zu leben. Neu ist die gesellschaftliche Öffnung, die für die Teilhabe gefordert wird. Hier liegt die eigentliche Herausforderung. Auf diesem Felde sind gerade in den vergangenen zehn Jahren viele Übergangsformen geschaffen worden, wie Stadtgemeinschaften, Trainings- und Paarwohnen, ambulant betreutes Wohnen und Leben et cetera. Die UN- Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen bietet die einmalige Chance, aus schematischen Polarisierungen wie »ambulant oder stationär« hinauszukommen. Die Frage wäre dann ganz einfach zu stellen: Welche Wohnform, welche Bildungsform, welcher Arbeitszusammenhang ermöglicht dir, dem je einzelnen Menschen mit Behinderung, deine auf den Menschenrechten gründenden Teilhaberechte möglichst weitgehend zu realisieren? Wahlfreiheit setzt Vielfalt und flexiblen Umgang mit den Möglichkeiten voraus und das Schaffen neuer, noch nicht da gewesener Formen. Wenn jede Mitarbeiterin, jeder Mitarbeiter – sei es am Wohnort, in der Schule oder am Arbeitsplatz – sich fragt: Wie kann ich meine Arbeit mit dem Kind, mit dem Erwachsenen so gestalten, dass die drei Ideale ein Stück mehr, ein wenig besser ver- HEILPÄDAGOGIK 7

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Teil 2/12: Religion
Teil 3/12: Freiheit
Teil 4/12: Sprache
Teil 5/12: Medizin
Teil 6/12: Pädagogik
Teil 7/12: Eurythmie
Teil 8/12: Ökologie
Teil 9/12: Kunst
Teil 10/12: Heilpädagogik
Teil 11/12: Naturwissenschaften
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