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Teil 1/12: Wirtschaft

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Anthroposophische Perspektiven - In dieser Aufsatzreihe stellen Autoren beispielhaft Perspektiven der Anthroposophie auf das Lebensgebiet ihrer Berufspraxis vor.

ung der Begriffe und der

ung der Begriffe und der Universalisierung der Wahrnehmungen. Allem Sinnlichen liegt ein Geistiges zugrunde. So wie wir, wenn wir eine Idee, ein Ziel verwirklichen, auch das Sinnliche, das Handlungsergebnis, aus dem Übersinnlichen der Idee formen. Diese Ur-Erfahrung war und ist für mich der Ausgangspunkt, über Mensch und Welt, also auch über die »Werkwelt« nachzusinnen, die wir Menschen durch wirtschaftliches Tun formen. Mir ist deutlich geworden, dass das ökonomische Prinzip unsere Gesellschaft bestimmt. Das Konzept der Nachhaltigkeit, gemäß dem herrschenden Verständnis angewandt, kann die negativen Folgen einer nur ökonomisch orientierten Handlungsweise abmildern. Aber die ökologischen und sozialen Fragen lassen sich nach meinem Verständnis nur mit einem neuen Denken tatsächlich lösen. Dieses neue Denken fußt auf der Erkenntnis, dass Materie nicht ohne Geist existiert und dass Geistiges sich in materieller Gestalt zeigt. Damit ist eine grundsätzliche Neuorientierung möglich. Wirklich nachhaltig wirtschaften wir dann, wenn wir der Wirtschaft eine sinnvolle Richtung geben. Dieser Sinn ist die geistige, die kulturelle Dimension, die wir zu der ökonomischen, ökologischen und sozialen hinzufügen. Indem wir das Geistige im Menschen und der Welt anerkennen, ändert sich unser Menschen- und Weltbild. Den Menschen verstehen wir dann nicht mehr bloß als ein durch Zufall gezeugtes, nur durch seine Gene festgelegtes Wesen, das auf Reize reagiert, sondern als eine Wirklich nachhaltig wirt schaften wir dann, wenn wir der Wirtschaft eine sinnvolle Richtung geben, also ihr eine kulturelle Dimension hinzufügen. geistige Individualität, die sich entwickeln kann und zu Freiheit im Geiste fähig ist. Aber auch die Erdensicht ändert sich radikal. Anstelle der Auffassung von der Erde als bloßes Rohstoff lager, das man ausbeutet, tritt die Auffassung von der Erde als Organismus. Dementsprechend ist es die Aufgabe der Wirtschaft, die Zustände auf der Erde weiterzuentwickeln und zu veredeln. Dabei ist nicht der wirtschaftliche Erfolg, sondern der Mensch das Maß des Tuns. Alle wirtschaftlichen Aktivitäten richten sich nach diesem höchsten »Produktionsziel«, dem Menschen zu ermöglichen, dass er seine geistige Freiheit verwirklichen und die Erde pflegen kann. Besonders die von Rudolf Steiner 1924 impulsierte biologisch-dynamische Landwirtschaft dient dem Ziel, die Lebenskräfte des Bodens, der Pflanzen und Tiere zu fördern. So können Lebensmittel hervorgebracht werden, die der Erde dienen und die Entwicklungsfähigkeit und Ernährung des Menschen in umfassender Weise unterstützen. Am Puls der Zeit Steiner griff in seinen Vorträgen brennend aktuelle Fragen auf. 4 2. Freiheitsgewinn wodurch? Die Gestalt der Wirtschaft wird von uns Menschen geschaffen. Als Konsumenten ermöglichen wir Händlern, Herstellern und Landwirten ihre Produktion. Als Mitglied einer Arbeitsgemeinschaft in der Produktion von Gütern und Dienstleistungen schaffen wir die Produkte für die Kunden, die Konsumenten. Wirtschaften bedeutet immer, für andere tätig zu sein. Wir sind jedoch nicht allein für den Anderen wirksam, sondern gemeinsam mit den anderen Mitgliedern eines Unternehmens. Dieses Phänomen ist die Folge der modernen Arbeitsteilung. Nach diesem Prinzip des »Trennens und Verbindens« ist die gesamte moderne Wirtschaft organisiert. Es hat in Verbindung mit den technischen Innovationen zur Folge, dass wir aus der Mangel- in die Überflussgesellschaft gekommen sind. Es hat zur Folge, dass immer weniger Arbeit notwendig ist, um die Güter und Dienste für alle Menschen bereitzustellen. Dieser Produktivitätsgewinn ist zugleich ein Freiheitsgewinn, da wir nicht mehr unsere gesamte wache Lebenszeit einsetzen müssen, um unsere materielle Existenz zu sichern. Die Arbeitsteilung trennt uns jedoch auch von dem Erzeugnis. Wir kennen bei einem komplexen Produkt, wie zum Beispiel einem Auto, weder die Firmen noch

die Menschen, die an der Herstellung des Autos beteiligt waren. Wir haben den Kontakt zum Ursprung der Produkte ver loren. Auch der im Produktionsprozess Tätige leistet jeweils nur einen Teilbeitrag zum ganzen Produkt. Er kann sich mit dem Ergebnis seiner Arbeit nicht mehr »selbst versorgen«, sondern ist dafür auf die Leistungsbeiträge der anderen Menschen angewiesen. Damit ist die Arbeitsteilung ein ihrem Wesen nach altruistisches Mo dell. »Wirtschaftlich ist der Egoismus unmöglich. Man kann nichts für sich mehr tun, je mehr die Arbeits teilung vorschreitet, sondern man muss alles für die anderen tun« (Steiner: Nationalökonomischer Kurs, 1922). Diese Gesetzmäßigkeit hat Steiner als so genanntes soziales Hauptgesetz formuliert: »Das Heil einer Gesamtheit von zusammenarbeitenden Menschen ist umso größer, je weniger der einzelne die Erträgnisse seiner Leistungen für sich beansprucht, das heißt, je mehr er von diesen Erträgnissen an seine Mitarbeiter abgibt, und je mehr seine eigenen Bedürfnisse nicht aus seinen Leistungen, sondern aus den Leistungen der anderen befriedigt werden« (Steiner: Geisteswissenschaft und soziale Frage, 1905/06). Auch diese Erkenntnis Rudolf Steiners führt zu einer grundsätzlich neuen Sicht. Wir arbeiten nicht für uns, wir arbeiten für andere Menschen. Da wir in der ar beits - teiligen Werkwelt oft keinen Sinnbezug aus der Arbeit selbst gewinnen können, liegt der Sinn unseres Tuns in der gemeinsam mit anderen für andere Menschen erbrachten Leistung. Nur wenn wir gerne für Andere tätig sind, gelingt es, den Egoismus im Denken und Handeln zu überwinden, den die Wirtschaftstheorie klassischer Prägung ihren Modellen zugrunde legt (Adam Smith). Praktisch bedeutet dies für ein zeitgemäßes Unternehmen, dass der Unternehmenszweck etwas sein sollte, das »Sinn macht«. Auf diesem Wege ist Alnatura In der Vortragsreihe nationalökonomischer Kurse illustriert Steiner den dynamischen Prozess der Wert- und Preisbildung im Wirtschaftsgeschehen (Wandtafelzeichnung zum Vortrag vom 25. Juli 1922). Wirtschaft(en) mit Sinn 5

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