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Alnatura Nachhaltigkeitsbericht 2017/2018

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Der Alnatura Nachhaltigkeitsbericht stellt unseren Beitrag für Mensch und Erde gebündelt und umfassend dar.

Nachhaltigkeitsbericht 2017 /18 Auf dem Teller Bio-Obst und -Gemüse sind nur sehr gering mit Schadstoffen belastet. Das bestätigt das Öko-Monitoring des Landes Baden- Württemberg 2016, das 445 pflanzliche Proben aus ökologischem Anbau auf Rückstände von Pflanzenschutzmitteln untersuchte: Bei knapp 65 Prozent der Proben waren keinerlei Rückstände nachweisbar; bei den restlichen Proben lediglich geringe Spuren. Bio-Obst ist demnach 430 Mal geringer mit Pestizidspuren belastet als vergleichbares Obst aus konventionellem Anbau. Bei Bio-Produkten dürfen nur 49 von rund 320 in der EU für verarbeitete Lebensmittel zugelassene Zusatzstoffe eingesetzt werden. Zudem verzichten Hersteller von Bio-Produkten auf die Bestrahlung von Nahrungsmitteln zum Entkeimen oder Haltbarmachen. Gemäß der Vorgabe, dass die Bio-Produkte möglichst schonend verarbeitet werden, ist die Sterilisation von Milch ebenso ausgeschlossen wie der Einsatz beschleunigender Hilfsmittel bei der Herstellung fermentierter Lebensmittel wie Essig, Bier oder Rohwurst. Wahre Preise Die landwirtschaftliche Erzeugung von Lebensmitteln benötigt Ressourcen: unter anderem Wasser für die Bewässerung der Felder, Kraftstoff für Traktoren oder Energie für die Herstellung von Dünger. Bezieht man diese sogenannten externen Kosten in die Preisgestaltung ein, sind Bio-Lebensmittel häufig nicht teurer, sondern günstiger als konventionelle. Ein Beispiel: Bereits 27 Prozent der Grundwasservorkommen Deutschlands überschreiten den Grenzwert für Nitrat von 50 Milligramm pro Liter. Die Aufbereitung des Trink- und Grundwassers verursacht hohe Folgekosten für den Steuerzahler. Eine Studie des Umweltbundesamtes (UBA) 2017 ergab, dass das Trinkwasser in vielen Regionen Deutschlands zwischen 32 und 45 Prozent teurer werden könnte, wenn der Eintrag von Nitrat nicht sinkt. So kosten vermeintlich billige Produkte indirekt deutlich mehr – denn die Hauptursachen für die hohe Nitratbelastung sind laut UBA der massive Einsatz von Kunstdünger sowie das Ausbringen hoher Mengen an Gülle auf die Felder im Zuge der Massentierhaltung. Im Bio-Landbau sind die negativen Effekte für die Natur geringer, zudem erzeugt er positive Effekte wie zum Beispiel eine höhere Artenvielfalt. Bio: ein geschützter Begriff Eine systematische und lückenlose Kontrolle sichert die besondere Qualität von Bio-Produkten. Seit 1991 regelt die Europäische Union mit der EG-Öko-Verordnung die Erzeugung, Verarbeitung und Kennzeichnung aller Bio-Produkte, die in der Europäischen Union gehandelt werden. Alle Bio-Bauern und -Lebensmittelunternehmen werden mindestens einmal jährlich von unabhängigen Kontrollstellen geprüft. Zudem finden unangekündigte Kontrollen statt. Nachweis dafür ist die Öko-Kontrollstellen- Nummer, die auf der Verpackung jedes Bio-Produktes aufgebracht wird. Bei den Kontrollen werden die Betriebsabläufe und deren umfassende Dokumentation überprüft. Ergänzend werden landwirtschaftliche Erzeugnisse auf Spuren von Schadstoffen, mikrobiologische Belastungen und gentechnisch bedingte Veränderungen untersucht. Stellt die Kontrollstelle Verstöße gegen die EG-Öko-Verordnung fest, folgen Sanktionen, die bei schweren Fällen bis zum Entzug der Öko-Zertifizierung führen können. Die EG-Öko-Verordnung legt genaue Standards für die Produktion und Verarbeitung von Bio-Produkten und deren Kontrolle fest. Nationale Anbauverbände wie Bioland, Demeter oder Naturland stellen darüber hinausgehende Anforderungen, zum Beispiel zur Tierhaltung. Unter alnatura.de/siegel stellen wir weitere Informationen zu den Verbänden und ihren Richtlinien zur Verfügung. Regionalität und biologische Landwirtschaft Immer mehr Bio-Lebensmittel im deutschen Handel stammen aus dem Ausland. Denn während die Nachfrage nach Bio- Lebensmitteln in Deutschland in den vergangenen drei Jahren jährlich um durchschnittlich zehn Prozent anstieg, nahm die biologisch bewirtschaftete Fläche kaum zu. Ein Grund dafür ist unter anderem, dass die Umstellung auf Bio-Landwirtschaft für Bauern meist mit hohen finanziellen Investitionen, zum Beispiel für Stallumbauten, verbunden ist. Zudem müssen Bio- Landwirte ihre Betriebsabläufe detailliert für die mindestens einmal im Jahr stattfindende Bio-Kontrolle dokumentieren, was zusätzlichen Aufwand in der Buchhaltung verursacht. Nicht zuletzt ist der finanzielle Anreiz für Landwirte häufig größer, Pflanzen für den Betrieb von Biogasanlagen wie zum Beispiel Mais anzubauen, als ihre Flächen biologisch zu bewirtschaften. In der Folge stiegen die Pachtpreise für landwirtschaftliche Flächen stark an, was sich Bio-Landwirte kaum leisten können. Obwohl die Bio-Anbaufläche von 2015 auf 2016 mit knapp neun Prozent deutlich stärker wuchs als in den Vorjahren, machten Bio-Flächen 2016 nur sieben Prozent an der landwirtschaftlich genutzten Fläche in Deutschland aus. Die wachsende Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln wird daher mithilfe von Importen gedeckt. Das Vertrauen der Verbraucher in die Sicherheit von Bio-Lebensmitteln aus Ländern wie China und Russland ist zum Teil gering. Was häufig nicht bekannt ist: 26

Nachhaltigkeitsbericht 2017 /18 Umsatzsteigerung von Bio-Lebensmitteln 11 % 10 % Die Alnatura Bio-Bauern-Initiative 6 % Wachstum der Bio-Anbaufläche 3 % 2011–2012 7 % 1 % 2012–2013 5 % 2013–2014 2014–2015 In Deutschland übertrifft der stark steigende Umsatz mit Bio-Lebensmitteln das Wachstum der Bio-Anbaufläche. Alle in die EU eingeführten Bio-Produkte werden im Ursprungsland nach Anforderungen kontrolliert, die denen der EG-Öko- Verordnung gleichwertig sind. Hierzu müssen Importeure und Kontrollstellen die Einhaltung der EU-Richtlinien für Bio-Produkte umfassend belegen. Immer mehr Kunden legen Wert auf regional erzeugte und verarbeitete Lebensmittel. Werden diese saisonal verkauft, bieten sie viele Vorteile wie Klimaschutz durch kurze Transportwege und Förderung einheimischer Bauern. Was regional ist, lässt sich jedoch immer nur im Einzelfall definieren (siehe S. 35–36). Denn im Gegensatz zu Bio ist der Begriff der Region nicht gesetzlich bestimmt. Regionalität ist seit jeher ein zentrales Anliegen des biologischen Landbaus. Die stark wachsende Nachfrage und der Anspruch der Verbraucher, ganzjährig ein breites und preisgünstiges Angebot an Bio-Produkten vorzufinden, lassen sich ausschließlich mit regionalen Bio-Lebensmitteln jedoch nicht decken. Auch Bio-Produkte aus dem Ausland bieten Vorteile: So schont die nachhaltige Landbewirtschaftung Böden und Pflanzen überall auf der Welt. Darüber hinaus bietet der Bio-Landbau Kleinbauern in noch wenig entwickelten Ländern eine Perspektive. Mit seiner Hilfe können die Bauern sowohl ihre Eigenversorgung sicherstellen als auch ein gesichertes Einkommen über Exporte erzielen. Die Globalisierung des Handels führt dazu, dass zertifizierter Bio-Anbau heute in 172 Ländern der Welt auf mehr als 43 Millionen Hektar stattfindet. 3 % 3 % 9 % 2015–2016 Seit Jahren wächst die Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln in Deutschland stärker als die Bio-Anbaufläche. Immer mehr Bio-Rohwaren müssen daher importiert werden. Mit der Alnatura Bio-Bauern-Initiative (ABBI) wollen wir Bauern in Deutschland zur langfristigen Umstellung auf den Bio-Landbau motivieren. 2015 und 2016 förderten wir das Projekt Gemeinsam Boden gut machen des Naturschutzbundes Deutschland e. V. (NABU), das Bauern gezielt bei der Umstellung auf den Bio-Landbau unterstützt, mit jeweils 400.000 Euro. Diese finanzielle Förderung setzen wir in den kommenden Jahren fort, wobei sich der Verkauf der mit Gemeinsam Boden gut machen gekennzeichneten Produkte direkt auf die Höhe der Beträge auswirkt. Beim Verkauf dieser Alnatura Produkte fließt jeweils 1 Cent direkt in das Förderprojekt. Landwirte, die sich für eine Umstellung oder Erweiterung ihres Öko-Betriebes interessieren, können sich beim NABU um eine Förderung bewerben. Zwei unabhängige Gremien mit Bio-Landbau-Experten, Ökologen, Alnatura Kunden, Bio-Landwirten sowie Vertretern aus Politik und Wissenschaft wählen die Preisträger in einem mehrstufigen Verfahren aus. Um eine langfristige Umstellung zu sichern, verpflichten sich die ausgewählten Bauern, einem deutschen Bio-Anbauverband wie Bioland, Demeter oder Naturland beizutreten und nach Ablauf der zweijährigen Förderperiode mindestens drei weitere Jahre nach deren Vorgaben zu wirtschaften. Aktuell werden über das NABU-Projekt Gemeinsam Boden gut machen über 50 Betriebe durch ABBI gefördert, die insgesamt rund 10 000 Hektar bewirtschaften. Dabei decken die ABBI-Bauern das gesamte Spektrum der Landwirtschaft ab: von der Schafzucht über Milchviehhaltung, Imkerei, Walnussund Getreideanbau bis hin zum Weinbau. GEMEINSAM BODEN GUT MACHEN. Die Alnatura Bio Bauern Initiative 27

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