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Alnatura Magazin September 2020

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Rezeptideen mit Tomaten / Hersteller-Reportage: Tomatenglück von LaSelva / Alnatura Initiative: Faire Preise für unsere Milchbauern

ALNATURA STANDPUNKT Die

ALNATURA STANDPUNKT Die wahren Preise unserer Lebensmittel Warum Bio-Produkte günstig sind – besonders für die Umwelt. Wenn Bäuerinnen und Bauern in Berlin mit Plakaten wie »Essen verdient einen fairen Preis« demonstrieren, dann geht es ihnen um angemessene Preise für Lebensmittel. Doch was bedeutet »angemessen« und wer bestimmt das? Um das zu beantworten, beschäftigen sich Fachleute der Ökonomie mit den wahren Kosten von Lebensmitteln. Sie forschen also nach den tatsächlich anfallenden Kosten oder – einfach ausgedrückt – nach der Wahrheit bei Lebensmittelpreisen. Und diese ist komplex, denn viele Perspektiven gilt es zu berücksichtigen. Das Beispiel Milchpreise Wenn ein Liter Frischmilch im Handel 70 Cent kostet, dann ist das für Verbraucherinnen und Verbraucher ein günstiger, vorteilhafter Preis. Auch der Handel hat einen Nutzen, denn dieser kann trotz enger Margen die Verkaufspreise nach eigener Einschätzung markt- und wettbewerbskonform gestalten. Was aber ist mit den Milchbäuerinnen und -bauern? Konventionelle Höfe erhalten rund 35 Cent pro Liter (2018), das ist weniger als mancher Liter Mineralwasser kostet und nicht mehr als im Jahr 2008. Ein wesentlicher Grund hierfür liegt beim Handel und den Molkereien. Sie verlangen mit Blick auf den vermeintlichen Verbraucherwunsch permanent niedrigste Milchpreise. Weil zu viel Milch auf dem Markt ist, kann der Handel großen Einfluss auf die Molkereien und diese wiederum auf die Milchbetriebe ausüben. Diesem Druck halten immer weniger Milchbäuerinnen und -bauern stand – und schließen ihre Betriebe. Alleine zwischen 1999 und 2019 ist die Zahl der Milchviehbetriebe von 152 500 auf 63 900 zurückgegangen. Milchbäuerinnen und -bauern zahlen also immer öfter mit ihrer Existenz den Preis für zu niedrige Verkaufspreise. Auch aus diesem Grund hat Alnatura die auf der vorherigen Seite beschriebene Initiative »Faire Preise für unsere Milchbauern« ins Leben gerufen. Fair bedeutet: Die Bio-Bäuerinnen und -Bauern erhalten einen Preis, der ihre Arbeit zur Erzeugung der Milch widerspiegelt. »In allen Kategorien von Lebensmitteln schneiden Bio-Produkte besser ab als konventionell erzeugte Lebensmittel.« Fazit einer Untersuchung der wahren Preise von Lebensmitteln unter dem Aspekt der Folgekosten an der Universität Augsburg. 1 Wahre Preise berücksichtigen die Umweltkosten Faires Miteinander allein beantwortet jedoch nicht die Frage nach wahren Preisen. Es fehlt eine wesentliche Perspektive. Im Kern lautet sie: Konventionelle Lebensmittel sind zu billig, die Preise für Bio-Lebensmittel dagegen sind angemessener. Was ist damit gemeint? Die industrialisierte Landwirtschaft erzeugt Lebensmittel zu äußerst niedrigen Kosten. Doch so eine effizienzgetriebene Landnutzung hat ihren Preis – und den bezahlt die Umwelt. So rechnet der Weltklimarat IPCC 31 Prozent der Klimagasemissionen direkt der Landwirtschaft und der veränderten Landnutzung zu. Besonders die Herstellung erdölbasierter Mineraldünger ist energieintensiv, das heißt sie verursacht hohe CO 2-Emissionen. Auch belasten diese stickstoffreichen Dünger das Grundwasser mit Nitrat und laugen die Böden aus. Die Bodenqualität leidet zusätzlich durch chemisch-synthetische Pestizide und Monokulturen. 28 Alnatura Magazin September 2020

Darüber hinaus vernichten Waldrodungen für neue Acker- und Weideflächen in vielen Regionen der Erde wertvolle CO 2-Speicher. So ein Verhalten toleriert der Boden eine Zeit lang. Doch irgendwann machen sich die Schäden bemerkbar: durch einen CO 2-Anstieg in der Atmosphäre, Erosionen, Artenschwund, Wasserverschmutzung und vieles mehr. Für die Beseitigung dieser Schäden kommen jedoch nicht die Verursachenden, sondern die Allgemeinheit oder, weil die Rechnung nicht sofort beglichen wird, künftige Generationen auf. Verantwortlich denkende Unternehmerinnen und Unternehmer berücksichtigen deshalb diesen Aufwand bei der Preisgestaltung, indem sie die Umweltkosten einbeziehen. Tun sie das nicht, dann bilden die niedrigen Preise umweltbelastend hergestellter Lebensmittel die wahren Kosten nicht ab. Bio-Landbau mit wenig Folgekosten Was also ist aus der Klima- und Umweltperspektive zu tun? Es bedarf entweder eines Mechanismus, der die selbst versursachten Umweltbelastungen als Kosten berücksichtigt. So eine CO 2-Steuer macht dann ein besonders klimaschädigendes Produkt teurer. Oder die Lebensmittelherstellung ist von vornherein ressourcen- und klimafreundlicher, das heißt, sie verursacht vergleichsweise wenig Folgekosten. Dieser Gedanke liegt dem Bio-Landbau zugrunde. Der Erhaltung eines gesunden Bodens etwa schenken Bio-Höfe größte Aufmerksamkeit. Ein humusreicher Boden ist fruchtbar, wichtiger Ausgangspunkt für die Artenvielfalt und speichert CO 2. Um diese Qualitäten aufrechtzuerhalten, achten Bio-Landwirtinnen und -Landwirte auf sinnvolle Fruchtfolgen und setzen ausschließlich die sehr wenigen für die Bio-Landwirtschaft zuge lassenen Pflanzenschutzmittel und Dünger ein. Unter dem Aspekt der Folgekosten wurden an der Universität Augsburg die wahren Preise von konventionellen und biologischen Lebensmitteln untersucht. Das Fazit: »In allen Kategorien von Lebensmitteln schneiden Bio-Produkte besser ab als konventionell erzeugte Lebensmittel.« Wenn Bäuerinnen und Bauern in Berlin also für faire Preise demonstrieren, dann ist dies – zumindest indirekt – auch eine Demonstration für den Bio-Landbau und Bio-Unternehmen. VL 1 oekolandbau.de/bio-im-alltag/einkaufen-und-kochen/einkaufen/was-kosten-unsere-lebensmittel-wirklich/ Alnatura Magazin September 2020 29

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