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Alnatura Magazin - November 2017

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Auch wenn die Reise weit

Auch wenn die Reise weit ist: Bio-Südfrüchte werden in den Tropen nach Bio-Richtlinien angebaut, ihr Verzehr fördert weltweit die Verbreitung dieser nachhaltigen Landwirtschaft.

WARENKUNDE Exotische Früchte E s ist nur wenige Jahrzehnte her, da sah hierzulande ein Obstteller in den Herbst- und Wintermonaten wenig verlockend aus. Äpfel und Birnen dominierten, ergänzt um Eingekochtes wie Kompott. Für viele Generationen waren Früchte wie Mango, Papaya oder Granatapfel echte Exoten. Erst mit der Möglichkeit von Kühltransporten fanden sie den Weg in unsere Obstregale. Und auch wenn die Reise weit bleibt: Bio-Südfrüchte werden in den Tropen nach Bio-Richtlinien angebaut, ihr Verzehr fördert weltweit die Verbreitung dieser nachhaltigen Landwirtschaft. Grund genug, eine kleine Auswahl exotischer Früchte vorzustellen: Ananas Ihr englischer Name Pineapple kommt nicht von ungefähr, denn die Ananas ähnelt äußerlich einem Pinienzapfen. Nur ist sie größer, schwerer und vor allem aromatischer. Von ihrer Heimat Südamerika wanderte die strauchige Pflanze mit den spitz zulaufenden Blättern bis nach Guadeloupe, um von Christoph Kolumbus entdeckt zu werden. Ein weiterer Meilenstein ihrer Geschichte: die Erfindung der Konserven dose. Seit 1892 kennt man diese auf Hawaii, wo die Ananas ebenfalls ideale Wachstumsbedingungen hat. Kein Wunder also, dass uns ihr süßes Aroma schon lange vertraut war, bevor ausgeklügelte Transportsysteme sie im frischen Zustand nach Europa brachten. (Lesen Sie mehr über die Ananas und ihren Anbau auf den Seiten 26/27.) Banane Der Duden definiert exotisch mit »fernen (besonders überseeischen, tropischen) Ländern eigentümlich« und »ausgefallen, ungewöhnlich«. Zumindest das Zweite trifft auf die Banane eigentlich nicht mehr zu. Im Gegenteil: Sie ist – nach dem Apfel – unsere zweitliebste Obstsorte. Schließlich sind Bananen süß-aromatisch und schon von Natur aus perfekt verpackt. Ihre Heimat liegt in Südostasien, wo die Staude vermutlich schon 4000 vor Christus bekannt war. Heute wird sie weltweit beiderseits des Äquators angebaut. Daher hat die Banane immer Saison. Granatapfel Dieser Apfel ist botanisch eine Beerenfrucht und reift an bis zu acht Meter hohen Bäumen. Seine Hülle ist sehr fest, fast ledrig und umschließt zahlreiche Samen. Daher auch der Name: Granum steht im Lateinischen für Samen und Kern. Diese und das sie umschließende süß-säuerliche Fruchtfleisch sind der eigentliche Genuss an einem Granatapfel, sie aus der Hülle zu lösen eine echte Herausforderung. Zumal die enthaltenen Farb- und Gerbstoffe sehr hartnäckig sind. Sei’s drum: Granatapfelsamen schmecken im Salat, Müsli, Nachtisch und auch zu pikanten Gerichten. Kaki Diese Frucht kann Verwirrung stiften, denn man findet sie auch als Sharon und Persimone im Handel. Nur wer gut Bescheid weiß, kann sie voneinander unterscheiden. Die Kaki im Allgemeinen hat oft eine orange Farbe sowie eine sehr feste Schale, die nicht verzehrt wird. Ihr Fruchtfleisch entwickelt sein süßes, an Melone und Vanille erinnerndes Aroma erst im sehr reifen Stadium, zuvor schmeckt man bittere Tannine. Die Persimone ist eine Kakisorte, die vor allem in Spanien angebaut wird; länglich und mit hellroter Schale, die mitgegessen werden kann. Genau wie bei der gelb-orangen Sharonfrucht, die aus Israel stammt. Sie ist etwas kleiner als die Persimone und ähnelt einer Fleischtomate. Mango Nach der Banane ist sie die zweitwichtigste Tropenfrucht. In ihren Heimatländern kennt man Hunderte von Sorten – nur wenige sind uns bekannt. Mangobäume können groß werden, ihre Früchte hängen an langen Stielen und werden bis zu zwei Kilogramm schwer. Die Schalenfarbe variiert von Gelb über Orange bis zu Rot – je nach Sorte, nicht nach Reife. Über diese wiederum geben ihr Duft und ein sanfter Fingerdruck Auskunft. Denn eine reife Mango wird weich und entfaltet erst dann ihr tropisches Aroma. Papaya Die Papayapflanze erinnert an eine Palme: ein schlanker, unverzweigter Stamm, an dessen oberem Ende langgestielte Blätter wachsen. Die Früchte hängen direkt am Stamm und sind im unreifen Zustand intensiv grün. Mit zunehmender Reife wird die Schale grüngelb bis orange – genau wie ihr Fruchtfleisch. Dieses umschließt zahlreiche kleine Kerne, die in ihren Heimatländern fein vermahlen als Gewürz verwendet werden. Denn sie enthalten Senfölglykoside und sind zum Wegwerfen eigentlich viel zu schade. Passionsfrucht Die Familie der Passionsfrüchte ist groß, nicht alle entwickeln essbare Früchte. Wohl aber die gelbe Grenadilla – auch Maracuja genannt. Grenadilla steht übrigens für kleiner Granatapfel, denn die beiden sind sich ähnlich. Auch die Maracuja hat eine harte (mit zunehmender Reife schrumpelige) Schale, die einen Verbund aus Kernen und Fruchtfleisch umschließt. Dieser hat einen frisch-säuerlichen Geschmack und ein ausgeprägt exotisches Aroma – hervorragend in Joghurt und Dessert, Konfitüre und natürlich Getränken. AW Alnatura Magazin 11.2017 7

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