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Alnatura Magazin - November 2017

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HERSTELLER-REPORTAGE

HERSTELLER-REPORTAGE Pura vida! Bio-Ananas aus Costa Rica. Das Alnatura Magazin reiste auf den Spuren dieser Tropenfrucht nach Mittelamerika. Olvidalo! No es verdad!« – »Vergiss es, das stimmt nicht!«, antwortet Pedro lachend auf die Versuche der Gringa (Bezeichnung der Einheimischen für Nicht- Süd- oder Mittelamerikaner wie die Autorin), eine perfekt reife Ananas zu erkennen. »Frisch muss sie aussehen und die Krone, also die Blätter, sollten noch grün sein. Ansonsten könnt ihr in Deutschland darauf vertrauen, dass wir hier auf der Finca Muelle nur die perfekt reifen und süßen Ananas für euch ernten.« Zusammengefasst für alle Liebhaber einer aromatischen, süßen Ananas: Hören Sie auf, die Ananas vor dem Kauf zu drücken, an ihr zu riechen oder an ihren Blättern zu zupfen. »Das ist Quatsch«, sagt Pedro. Und Pedro muss es wissen, er ist für die Qualitätssicherung der geernteten Ananas zuständig. Vergessen Sie auch die Mär von einer nachreifenden Ananas. Diese Früchte reifen nicht nach, sie behalten den Reifezustand, in dem sie geerntet wurden. Idealerweise mit goldgelbem Fruchtfleisch, gepaart mit einer süßen Saftigkeit und dem unnachahmlichen exotischen Aroma. Diese Geschmacks- und Frischegarantie geben die Verantwortlichen der Dole-Fincas Muelle und La Virgen, zwei Stunden nördlich von Costa Ricas Hauptstadt San José gelegen. Dole, ein amerikanisches Unternehmen, das zu den Big Playern der Obstbranche zählt, legt größten Wert auf Qualitätskontrolle. Pedro zeigt, wie sie bei jeder Charge Ananas vor dem Reinigungsprozess vonstattengeht. Mithilfe eines Refraktometers wird über den Zuckergehalt der Reifezustand der Ananas gemessen. Ein Tropfen Saft genügt, um festzustellen, ob sie den Exportanforderungen von Dole genügt. 14 Grad Brix muss das Gerät mindestens anzeigen. Alle Früchte, deren Zuckergehalt darunter liegt, werden zu Saft oder Dosenfrüchten verarbeitet und kommen nicht als frische Frucht auf den amerikanischen oder europäischen Markt. Noch am gleichen Tag bringt ein Laster die Kartons mit den frischen Früchten zum nahe gelegenen Hafen Limón an der Karibikseite des kleinen Landes. Von da aus geht es mit dem Containerschiff nach Antwerpen und von dort erreichen die Eco-Piñas spätestens 12 bis 14 Tage nach der Ernte Ihren Alnatura Super Natur Markt. Zwischen acht und zwölf Ananas – je nach Größe – befinden sich in einem Nature-&-More-Karton. Hinter diesem Label steckt Eosta, ein niederländischer Bio-Obst und -Gemüse-Großhändler. Eosta möchte den kritischen Bio-Käufer genau darüber informieren, woher die Bio-Ananas stammen. Farmbesitzer und/oder Arbeiter kommen in Filmen zu Wort, die man online aufrufen kann. So können die Kunden verfolgen, woher das Produkt stammt. Es ist nicht mehr anonym, sondern transparent für alle nachvollziehbar. Bei »Bio« sollten nicht nur der Boden und die Früchte pfleglich – nämlich pestizidfrei – behandelt werden, sondern auch die Menschen. Faire Bezahlung, Arbeitsschutzmaßnahmen, geregelte Arbeitszeiten, gewählte Arbeitnehmervertretungen, soziale Absicherung sowie kostenlose soziale Serviceleistungen gehören inzwischen zu den Standards seriöser Unternehmen. Die beiden Dole-Fincas in Costa Rica haben die amerikanische Fair-Trade-Zertifizierung und achten peinlich genau auf die Einhaltung der Anforderungen. Ein Cent pro Kilogramm Ananas geht zudem an Community-Projekte der beiden Fincas. Das Unternehmen baut für die Arbeiter und Einwohner der umliegenden Gemeinden soziale Einrichtungen, wie ein Sportgelände und Seminarräume für Computer- oder andere Schulungen, die kostenlos genutzt werden können. Auch den Bustransfer zu den Freizeitund Fortbildungskursen bezahlt das Unternehmen. »Organico«, also »Bio«, wird immer wichtiger: Von den insgesamt 1 200 Hektar Ananasplantage der Finca Muelle mit ihren 600 Mitarbeitern sind inzwischen 30 Prozent ökologisch bewirtschaftet. Dank Ihnen, liebe Leser, So können Sie mehr über die Herkunft der Ananas und die Personen, die dahinterstehen, erfahren: Gehen Sie einfach auf die Internetseite natureandmore.com und geben Sie den Code ein. 26 Alnatura Magazin 11.2017

steigt die Nachfrage für Bio und Fair Trade – auch die großen Konzerne reagieren darauf. Zusätzlich muss Dole in Costa Rica, einem Öko-Vorzeigeland, knapp 500 Hektar Regenwald dauerhaft schützen. Rund 27 Prozent des gesamten Landes sind von Regenwald bedeckt, der unter Naturschutz steht. Costa Rica spart sich eine Armee, Tourismus und Landwirtschaft sind die wichtigsten Devisenbringer des Landes, das in etwa so groß ist wie die Schweiz. Zurück zur Ananas: Sie liebt das feuchtheiße tropische Klima. Zwischen 24 und 26 Grad Celsius liegt die Temperatur im Tagesdurchschnitt ganzjährig. Die ästhetische Pflanze gehört der Familie der Bromelien an. Aus einer einzigen Pflanze entsteht innerhalb eines Jahres nur eine Frucht, die per Hand geerntet wird. Künstlicher Dünger und Pestizide sind nicht erlaubt. Eine eigene Humusanlage, die aus gehäckselten Pflanzenabfällen der Ananas- und der benachbarten Zuckerrohrfelder gespeist ist, bildet das Herz der Finca. Mikroorganismen, die im Humus zu Hause sind, halten Schädlinge wie etwa Moskitos ab. Das tropische Klima sorgt für eine schnelle Zersetzung der Pflanzenreste. Nur fünf Wochen dauert es bis zum fertigen Humusboden. Die Errungenschaften des ökologischen Anbaus nutzen auch den konventionell geführten Bereichen der Plantage, die immer weniger Gifte einsetzen und die Vorteile des Bio-Anbaus schätzen lernen. Bei einer Fläche von 1 200 Hektar lohnt sich das für die Umwelt sowie für die dort arbeitenden Menschen. Der Arbeitsaufwand für eine Bio-Ananas ist jedoch weitaus höher als bei einer konventionell angebauten Ananas. Daraus erklärt sich auch der um durchschnittlich einen Dollar höhere Marktpreis einer Bio-Ananas. Eigentlich ungerecht, wenn man bedenkt, dass die wahren Kosten von konventionell angebauten Früchten durch Umweltschäden, Wasserverbrauch und Treibhausgase wesentlich höher sind. Würden diese Kosten in den Endpreis einfließen, dann müssten Sie als Verbraucher wesent - lich mehr für konventionelles Obst und Gemüse bezahlen als für die Bio-Variante. Eine Überlegung, die übrigens für alle Bio-Produkte gilt. Wenden wir uns wieder der Ananas zu: Wenn man in Betracht zieht, wie viel Zeit, Mühe und Arbeit in einer solchen Frucht steckt, erscheinen zwei bis vier Euro – je nach Größe und Gewicht – also kein zu hoher Preis für eine Bio-Ananas. Nur reif und süß sollte sie schmecken. Lassen Sie uns die von Pedro gegebene Qualitätsgarantie testen. Erfüllt die Nature-&-More-Ananas aus Costa Rica Ihre Erwartungen einmal nicht, schreiben Sie bitte der Autorin, dann bekommt Pedro was zu hören. Ansonsten lassen Sie es sich gut gehen und kommen Sie gesund über den Winter: »Pura vida!« stets fröhlich auf die Frage »Wie geht‘s?« erwidern. SUS Pedro erklärt das Wesen der Ananas anhand eines Ablegers. Pro Pflanze sind zwei Ernten in drei Jahren möglich. Sofort nach der Ernte kontrolliert man stichprobenartig den Süßegrad der Ananas, anschließend werden sie gewaschen und nach Größe sortiert. Eosta kurz gefasst Internationaler Distributor für frisches Bio-Obst und -Gemüse mit Sitz in den Niederlanden. Arbeitet mit über 1 000 Erzeugern auf 6 Kontinenten; neben den großen Frucht-Companies berät Eosta auch kleine Bauern und unterstützt deren Projekte bei der Vermarktung Mitarbeiter 60 Grundwerte Verantwortung, Zusammenhalt und Authentizität Beliefert Alnatura seit 20 Jahren Besonderheiten Mit dem Trace- & Tell-System Nature & More informiert Eosta den Verbraucher umfassend und transparent über seine Bio-Produkte. Weitere Infos unter natureandmore.com Alnatura Magazin 11.2017 27

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