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Alnatura Magazin März 2020

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Aussäen und pflanzen - endlich geht's los! // Rezeptideen: Essbare Blüten // Naturdrogerie: Frühjahrsputz

40 JAHRE »ALTERNATIVER

40 JAHRE »ALTERNATIVER NOBELPREIS« Maude Barlows Kampf ums Wasser Von außen ist unser Heimatplanet eine leuchtend blaue Perle vor schwarzem, leerem Hintergrund. Ein »blaues Wunder« des Lebens. Doch das Wasser – Voraussetzung für alles – ist in Gefahr: Verschwendung, Verschmutzung, Ver- dunstung, Versalzung, kommerzieller Verkauf lauten die globalen Sünden am »blauen Gold«. Die Kanadierin Maude Barlow kämpft seit 30 Jahren für das Wasser und wurde dafür 2005 mit dem »Alternativen Nobelpreis« ausgezeichnet. Es ist eine Geschichte globaler Ausbeutung, globaler Verdrängung und eines riesigen Missverständnisses. Der Mensch konnte sich bislang kaum vorstellen, dass ein Element, das im Überfluss vorhanden scheint, zur knappen, bedrohten, umkämpften Ware werden könnte. Es grenzt an ein Wunder, dass die heute 72-jährige Aktivistin aus Ottawa die globale Öffentlichkeit aufwecken und eine internationale Kampagne zum Schutz des Wassers lostreten konnte: Ihr ist zu verdanken, dass die Vereinten Nationen 2010 beschlossen, den Zugang zum Wasser zum Menschenrecht zu machen. Sie sorgte dafür, dass immer mehr Länder den Schutz des Wassers in ihre Verfassungen aufnehmen. Sie ist die Initiatorin des weltweiten »Blue Communities«- Projektes, mit dem immer mehr Städte regional dafür sorgen, dass das »blaue Gold« nicht länger ausgebeutet, sondern bewahrt wird. In Deutschland sind bereits Berlin, München, Marburg, Augsburg und seit dem 15. Oktober vergangenen Jahres auch Kempten im Allgäu mit im Boot. Sie schützen Wasser als Menschenrecht, verhindern Privatisierung, engagieren sich gegen Abfüllung in Plastik und garantieren es als Gemeingut. Bevor ein Netz aus »blauen Gemeinden« den Planeten überzieht, steht noch viel Aufklärung an. Denn in der Liste der globalen Herausforderungen rangiert die Wasserkrise zu weit unten. Dabei sind schon 22 Länder Afrikas in einer akuten Wasserkrise. Die indischen Flüsse sind so verschmutzt, dass man nicht mehr aus ihnen trinken kann, viele Flüsse Chinas sind versickert, Brasilien leidet wegen der Abholzung des Amazonas seit Jahren unter Dürren, der Mittelmeerraum ver- trocknet, die Dürrezonen in den USA wachsen. Schon werden Bürgerkriege wegen Wassermangel losgetreten wie im bolivianischen Cochabamba-Aufstand, auch der Bürgerkrieg in Syrien ist zum Teil eine Folge nationalen Wassermangels. Und die Zukunft sieht nicht besser aus: Schon in zehn Jahren, so die Vereinten Nationen, wird der globale Wasserbedarf 40 Prozent höher sein als die weltweiten Wasserreserven. »Die Welt ist in einer großen Wasserkrise«, warnt Maude Barlow im Gespräch: »Das betrifft sowohl die sinkende Wasserqua lität und das Maß der Verschmutzung als auch die zurückgehende Menge des tatsächlich vorhandenen Wassers. Wir brauchen dringend ein Bewusstsein dafür, dass diesem Planeten das Wasser ausgeht. Ich fürchte, dass wir es zu spät einsehen werden.« Der Right Livelihood Award kurz gefasst Der Right Livelihood Award, eher bekannt als der »Alternative Nobelpreis«, wird seit 40 Jahren an Menschen verliehen, die erfolgreich an einer nachhaltigen und enkelkindertauglichen, freien, gerechten und friedlichen Zukunft bauen. Die bislang 178 Persönlichkeiten aus 70 Ländern gelten als »HeldInnen der Gegenwart« und Pioniere einer anderen Welt. 1980 verkaufte der deutsch-schwedische Philanthrop Jakob von Uexküll seine wertvollen Briefmarken und stiftete die heute welt - be kannte Auszeichnung. Weltwassertag 2020: Wasser ist wertvoll Die Vereinten Nationen haben 1992 den 22. März als alljährlichen internationalen Weltwassertag ausgerufen. Das Ziel ist es, auf die globale Bedeutung des Wassers als Lebensgrundlage für die Menschheit aufmerksam zu machen. Die UN lädt ihre Mitgliedsstaaten dazu ein, diesen Tag zur Einführung von UN-Empfehlungen zu nutzen und konkrete Aktionen in ihren Ländern zu fördern. Es braucht so erfahrende Kämpferinnen wie Maude Barlow, um das zu verhindern. Als junge Aktivistin führte sie die kanadische Frauenbewegung an und wurde Beraterin des Premiers Pierre Trudeau. In den 1980er-Jahren gründete sie das »Council of Canadians«, das zur größten Organisation Kanadas für Umweltschutz und soziale Gerechtigkeit wurde. Damals begann der Kampf ums Wasser; 18 Bücher schrieb sie darüber und nahm 18 Ehrendoktorwürden entgegen. In den letzten zehn Jahren wurde sie zur Beraterin des UN-Generalsekretärs und setzte schließlich durch, dass 122 Staaten den Zugang zu Trinkwasser zum Menschenrecht erklärten. Und sie gibt auch im hohen Rentenalter nicht auf: In ihrem jüngst erschienenen Buch »Whose water is it, any way?« appelliert sie kämpferisch an Dörfer, Gemeinden und Städte, mitzumachen, ihr Wasser zu schützen und »blau« zu werden. Denn auch in Europa steht die Krise vor der Tür: Der Klimawandel lässt die Gletscher schmelzen, was erst zu Überschwemmungen und dann zu sinkenden Wasserpegeln und gefährlichem Mangel führen wird. Mit kleinen Korrekturen ist es da nicht getan, warnt Maude Barlow: »Wir müssen zurück zu einer Achtung vor dem Leben, einer Achtung gegenüber dem Wasser, einer Achtung für die Natur um uns herum!« ››› Gastbeitrag Geseko von Lüpke 46 Alnatura Magazin März 2020

Maude Barlows Thesen • Maude Barlow warnt vor einer globalen Wasserkrise, die durch den Klimawandel verstärkt wird. Es wird immer mehr Kriege um Ressourcen geben, mit der Folge, dass Menschen ihre Heimat verlassen müssen, weil durch den Klimawandel die Lebensgrundlage entzogen wird. • Die Preisträgerin fordert Reduk tion im industriellen Verbrauch, gerechte Verteilung und die Umsetzung des Menschenrechts auf Wasser. • Sie setzt darauf, den Blauen Planeten mit einem Netz aus »Blue Communities« zu überziehen und die Krise in großem Maßstab regional anzugehen, um eine globale Lösung zu garantieren. In der nächsten Ausgabe berichten wir vom Preisträger Davi Kopenawa, der sich für die Rechte der brasilianischen Indigenen einsetzt.

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