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Alnatura Magazin März 2020

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Aussäen und pflanzen - endlich geht's los! // Rezeptideen: Essbare Blüten // Naturdrogerie: Frühjahrsputz

Fragen an Doris Beger,

Fragen an Doris Beger, Abteilungsverantwortliche Frische, Bäckerei und Wein bei Alnatura Ab Ende März gibt es deutschlandweit in den Alnatura Märkten Bio-Geflügel von Freiland Puten Fahrenzhausen. Redaktion: Frau Beger, Sie sind unter anderem verantwortlich für den Einkauf von Bio-Fleischund -Wurstwaren. Was halten Sie von der aktuellen Tierwohl-Label-Flut? Doris Beger: »In erster Linie ist es begrüßenswert, dass auch die Politik hier inzwischen Handlungsbedarf sieht und ein staatliches Tierwohl-Label vorsieht. Allerdings ist in der Bio-Zertifizierung das Tierwohl mit inbegriffen, ohne dass wir extra darauf hinweisen. Das heißt, bio-zertifizierte Fleisch- und Wurstwaren erfüllen viel umfassendere Auflagen als reine Tierwohl- Label. Zum Beispiel, woher das Bio-Futter kommt, die Medikation im Krankheitsfall, also beispielsweise die Antibiotika- Zugabe, aber auch Auslauf und Platz.« Worauf achten Sie besonders, wenn Sie zum Beispiel einen Hühnerhof besuchen? »Zuerst natürlich auf den Zustand der Tiere, beispielsweise die Mindestbefiederung. Wie reagieren die Tiere auf die Bäuerin oder den Bauern? Sind sie zutraulich, vital, mobil, haben sie genügend Auslauf? Vorgeschrieben sind bei Hühnern im Stall und auf dem Freigelände vier Quadratmeter pro Tier. Ich schaue mir die Futterpläne an, die Hygiene im Stall und prüfe den Geruch, der die Qualität des Stallklimas anzeigt.« 30 Prozent Einsparung bei der Folienverpackung durch Umkarton: Auf eine sichere und luftdichte Verpackung des Fleisches mit einer Vakuum-Plastikfolie kann man leider nicht verzichten. Aber durch die Reduzierung der Foliendicke konnten 30 Prozent Plastik eingespart werden. Das bedeutet pro Jahr 6 500 Kilogramm Folie und über 13 000 Kilogramm Mineralöl weniger. Der Umkarton ist wichtig für den Produktschutz und kann dem Recyclingprozess wieder zugeführt werden. In den Alnatura Märkten werden künftig deutschlandweit Bio-Wald- und -Freilandputen und Bio-Hähnchen vom Partner Freiland Puten Fahrenzhausen angeboten. Warum? »Weil uns das Konzept des Unternehmens überzeugt hat, der Qualitätsanspruch ebenso wie die erforderliche Transparenz im Umgang mit den Tieren. Verschiedene regionale Standorte sorgen für die bundesweite Versorgung der Alnatura Märkte mit Bio-Geflügel. Wir streben eine langfristige Zusammenarbeit mit unseren Partnern an – mit diesem arbeiten wir schon seit mehr als 13 Jahren in Teilbereichen zusammen und dehnen dies nun aus. So lassen sich Qualitäten und gemeinsame Projekte viel besser steuern.« Wer Fleisch isst, muss sich damit auseinandersetzen, dass Tiere auch geschlachtet werden. Ein Thema, das gerne verschwiegen wird. Sie haben verschiedene Schlachthöfe besucht. Worauf achten Sie hier? »Vorrangig geht es um die Vermeidung von Tierleid und natürlich um höchste Hygienestandards. Der Transportweg zum Schlachthof muss so kurz wie nur irgend möglich sein. Die Mitarbeitenden im Schlachthof müssen ihr Handwerk verinnerlicht haben. Professionalität, Respekt und Ruhe im Umgang mit den Tieren sind unumgänglich.« SUS Freiland Puten Fahrenzhausen GmbH kurz gefasst Artgerechte Aufzucht, Haltung, Schlachtung und Verarbeitung von Bio-Geflügel Gründung 1997 von Dr. Martin Bohn, Paul Kelly und Henk Coolen Geschäftsführer Stefan Mutter, Daniel Willnat Firmensitz Fahrenzhausen bei München Mitarbeitende 20 Partnerbetriebe 45 bundesweit, allesamt Bio-Höfe, die Hühner und Puten artgerecht und ökologisch halten. Vier der 20 Puten-Partnerbetriebe nehmen am Waldland-Projekt teil Umweltschutz, Tierwohl und die Qualität der Geflügelprodukte liegen dem Unternehmen besonders am Herzen. Aus diesem Grund erfüllen alle Stufen der Erzeugung konsequent alle ökologischen Kriterien von Biokreis freiland-puten.de

Die beiden Geschäftsführer Stefan Mutter (links) und Daniel Willnat besuchen regelmäßig ihre Partnerbetriebe und prüfen von der Aufzucht bis zur Schlach tung und Zerlegung jeden Schritt. Auch das Bio-Futter für die Tiere stammt aus der eigenen Futtermühle. Für die Freiland-Waldputen ist es im Winter zu kalt; sie sind erst wieder von Mai bis Dezember draußen. Buchtipp »Das geht so nicht weiter! Die Würde des Tieres ist unantastbar« – Stefan Mutter, Geschäftsführer von Freiland Puten Fahrenzhausen, empfiehlt das aktuelle Buch von Karl Ludwig Schweisfurth und seiner Enkelin. Dieses Manifest gegen Massentierhaltung und Tierleid trifft aus Sicht von Mutter genau ins Schwarze, deshalb legt er die Lektüre allen Fleischessenden ans Herz. Alnatura Magazin März 2020 23

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