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Alnatura Magazin Juni 2020

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Mariniertes vom Grill und raffinierte Beilagen / Warenkunde Erdbeeren / Naturdrogerie: Natürliche Pflege für Babys

GESELLSCHAFT Reparieren

GESELLSCHAFT Reparieren statt wegwerfen Weltweit fallen mehr als 50 Millionen Tonnen Elektroschrott pro Jahr an. Allein in Deutschland sind es pro Kopf jährlich 22,8 Kilogramm. Kein anderer Abfallberg wächst so schnell. Der Großteil landet auf Mülldeponien, wo giftige Inhaltsstoffe im Boden versickern und langfristig Mensch und Umwelt gefährden. Wie geht es anders? Ein Selbstversuch. Mist, mein Wasserkocher ist kaputt. Das Wasser lässt sich nur noch bis 80 Grad Celsius erhitzen, dann schaltet er ab. Neupreis 60 Euro, Garantie schon abgelaufen. Klar ist: Ich will ihn nicht wegwerfen. Zwar wäre ich in der Lage, das Ding ordnungsgemäß zur Recycling-Sammelstelle zu bringen – obwohl nur 20 Prozent des Elektroschrotts vorschriftsmäßig recycelt werden. Aber selbst wenn ein Gerät recycelt wird, lässt sich knapp ein Drittel der wertvollen Rohstoffe darin nicht zurückgewinnen. Was also tun? Die Suchanfrage im Internet »Wasserkocher kaputt« führt nur zu Neukauf-Anzeigen und Reparaturdiensten für Kühlschränke, Waschmaschinen und Kaffeeautomaten, bei denen es sich lohnt, eine Anfahrtsgebühr von 16 Euro und einen Kostenvoranschlag zu bezahlen. Eine Anfrage beim Hersteller, ob ich das Gerät zur Reparatur einschicken darf, fällt negativ aus. Die Mail enthält einen Link zum Kauf eines Neugerätes, auf das mir zehn Prozent Rabatt versprochen werden. Hm, wäre sehr bequem, zumal der neue Wasserkocher mich nur 29 Euro kostet, direkt frei Haus geliefert. Aber das Schicksal meines alten Wasserkochers wäre damit besiegelt: Elektroschrott. Also selbst reparieren! Nur so bleiben Ressourcen im Umlauf, deren energieintensive Gewinnung und Entsorgung fatale Auswirkungen auf die Umwelt haben. Ja, ja, man weiß das alles – und trotzdem tendiert man zur einfachen Lösung. Kognitive Dissonanz nennt man das, zumal, wenn man sich technisch total unbegabt fühlt und tendenziell faul ist. Zum Glück hat man gute Freunde, die man fragen kann. Jodie, ein begnadeter Bastler, verfügt über alle denkbaren Werkzeuge und »die nötige Abenteuerlust«, wie er es nennt, sich auf die Unwägbarkeit einer Reparatur einzulassen. Und er weiß, wo er sich Hilfe holt: iFixit ist die größte Online-Community fürs Reparieren, 2003 wurde sie in Kalifornien gegründet. ifixit.de vernetzt Menschen wie Jodie auf der ganzen Welt und zeigt ihnen, wie sie Dinge einfach selbst reparieren können – egal ob Smartphone, Tablet oder eben Wasserkocher. Inzwischen hat iFixit mehr als 60 000 kostenlose Reparaturanleitungen online, die von einer globalen Community aus männlichen wie weiblichen Tüftlern und Selbermachern hochgeladen wurden. Die Plattform finanziert sich durch den Verkauf von selbst entwickelten Werkzeug-Sets und Ersatzteilen. Jodie gibt zuerst eine Fehlerbeschreibung und den genauen Markennamen des Gerätes ein. Prompt kommt eine Diagnose: Die Kondensatoren sind kaputt, deshalb kann das Gerät das Wasser nicht mehr auf hundert Grad Celsius erhitzen. Zu meinem Erstaunen wird auch gleich eine Anleitung in acht Schritten mitgeliefert, mit Fotos und exakter Beschreibung jedes einzelnen Schrittes. Auch der Schwierigkeitsgrad der Reparatur wird angegeben – in unserem Fall Buchtipp: Wolfgang Schmidbauer, »Die Kunst der Reparatur. Ein Essay.« Oekom Verlag, 20 Euro. Schnelles Wegwerfen hat Konjunktur, mit fatalen Folgen. Der Autor ermutigt, Reparaturen (wieder) zu erlernen und wertzuschätzen. Mit positiver Wirkung auf die Umwelt und die eigene Psyche. Positive Aussichten: Die EU-Kommission plant im kommenden Jahr Gesetzesvorschläge einzubringen, die den Kundinnen und Kunden ein Recht auf Reparatur sichern. Hersteller sollen verpflichtet werden, Geräte so zu konstruieren, dass sie länger halten, einfacher zu reparieren und besser zu recyceln sind. »moderat«. Nun ja, wenn ich mir die Reparaturanleitung durchlese, hätte ich eher den Schwierigkeitsgrad »außerordentlich schwierig« erwartet. Der Zeitaufwand ist mit ein bis zwei Stunden angegeben. An dieser Stelle wäre ich schon entmutigt. Nicht so Jodie, der sich vergnügt die Hände reibt und an die Zerlegung meines Wasserkochers macht. »Im Grunde nimmt das Auseinanderbauen und Wieder-Zusammenbauen die meiste Zeit in Anspruch, viel mehr als die eigentliche Reparatur«, feixt mein Freund. Ganze zwei Minuten braucht er dann tatsächlich nur für den Austausch der beiden kaputten Kondensatoren, knapp eine Stunde für den Rest. Aber vorher muss er die Ersatzbauteile in einem Elektronikfachgeschäft besorgen und mithilfe eines Lötkolbens die alten raus- und die neuen Kondensatoren einlöten. Übrigens, wer nicht weiß, wie man lötet: Auch hierfür gibt es Anleitungen bei iFixit. Die Kosten halten sich in Grenzen: 60 Cent pro Kondensator (nicht mitgerechnet: 44 Alnatura Magazin Juni 2020

ANZEIGE N A TÜR LICH S A U BER eine Essenseinladung für den Reparateur). Nachdem alle Teile wieder zusammengefügt sind, erkenne ich meinen alten Wasserkocher wieder. Beim letzten Schritt weist die Anleitung darauf hin, dass keine Teile übrig bleiben sollten. Das leuchtet selbst mir ein. Und das Ergebnis: Der Wasserkocher funktioniert wieder wie neu! SUS Nicht wegwerfen! Hier bekommen Sie Hilfe beim Reparieren ifixit.de Online-Portal mit über 60 000 Reparaturanleitungen FÜR DICH Gemeinsam säen für mehr Artenvielfalt mit Bio-Saatgut repaircafe.de Repair-Cafés sind ehrenamtliche Treffen, bei denen die Teilnehmenden alleine oder gemeinsam mit anderen ihre kaputten Dinge reparieren. Werkzeug und Material für alle möglichen Reparaturen sind vorhanden. Zum Beispiel für Kleidung, Möbel, elektrische Geräte, Fahrräder, Spielzeug usw. Auch sind kundige Ehrenamtliche anwesend, die Reparaturkenntnisse und -fertigkeiten auf verschiedenen Gebieten mitbringen. reparatur-initiativen.de Netzwerk, das Veranstaltungen organisiert, bei denen defekte Alltagsgegenstände in angenehmer Atmosphäre gemeinschaftlich repariert werden: elektrische und mechanische Haushaltsgeräte, Unterhaltungselektronik, aber auch Textilien, Fahrräder, Spielzeug und andere Dinge.

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