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Alnatura Magazin Juni 2019

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Gegen Lebensmittelverschwendung // Rezeptidee: Auf zum Picknick // Warenkunde: Bier

Alle zehn Jahre kann die

Alle zehn Jahre kann die Rinde der Kork eiche vom Stamm gelöst werden (oben). In Granulatform erreicht sie das Schweizer Labor. Julia Mader von Birkenstock Cosmetics und der Biochemiker Carlos Muñoz prüfen eine Lieferung in Aarau (rechts). Der Wirkstoff ist für die neuen Hautpflegeprodukte bestimmt. Wie aber kommt der Kork in die Creme? Wie lässt sich der Wirkstoff am besten gewinnen und in welchen Mengen? Keine leichten Fragen für die Biochemiker des Schweizer Unternehmens Mibelle in Aarau bei Zürich, die die Antworten finden sollten. Zerbröseln war freilich keine Option: Krümel sind in einer Hautcreme ebenso wenig erwünscht wie im Wein. Ein Extrakt musste her, das stand fest. Aber wie sollte das gehen? Einfach auspressen kam bei Kork nicht infrage und unhandlich ist das Material obendrein. »Kork hat wenig Gewicht, aber ein riesiges Volumen, das war für uns ein großes Problem«, sagt Michael Müller, Produktionsleiter bei Mibelle. Der Kork wird als Granulat geliefert, in riesigen orangefarbenen Säcken erreicht er das Labor. Wenn aus der Rinde des Baums die Korken gestanzt sind, werden die verbleibenden Stanzgitter zermahlen und können so weiterverarbeitet werden. Sein Mitarbeiter Carlos Muñoz ergänzt: »Eigentlich wäre kleines Korkgranulat besser geeignet als grobes, um den Wirkstoff zu gewinnen, aber wenn die Körner zu fein sind, verstopfen sie die Filter der Maschinen.« Es galt also zu experimentieren. Bis dahin hatten Müller und Muñoz es an ihrem Arbeitsplatz nie mit Kork zu tun. Normalerweise gewinnen sie Extrakte aus Kresse, Sonnenblumenkeimen oder Kakteen. »Das war schon mal etwas anderes«, kommentiert Müller die Premiere. Aber Birkenstock hatte es nun einmal auf den Wirkstoff Suberin abgesehen. Die Chemiker gewinnen ihn in weiß gekachelten Räumen unterhalb des Labors. Der Prozess ist kompliziert, beim Erklären nennt Müller zahlreiche Liter-, Gramm-, und Kiloangaben. Vereinfacht gesagt: Um dem Korkgranulat den Wirkstoff zu entziehen, kommt es Sack für Sack in einen silbernen Kessel, eine Extraktionsanlage. Dort löst Alkohol, ebenfalls in sehr großen Mengen, das Suberin aus der Rinde. Damit sich der Alkohol wieder verflüchtigt, wird er anschließend verdampft – aber heißer als 40 Grad darf es dabei nicht werden, weil sonst der Wirkstoff 32 Alnatura Magazin Juni 2019

In einer Extraktionsanlage löst Michael Müller den Wirkstoff Suberin aus dem Granulat. Das geht nur portionsweise: Viel Geduld und Fingerspitzengefühl sind notwendig, um dem Naturrohstoff den kostbaren Wirkstoff abzuringen. in das neue Segment. Schließlich ließ Birkenstock selbst Studien hierzu erstellen. »Schon in geringen Mengen stärkt der Korkeichenextrakt die Hautbarriere, er regt die Zellregeneration an und versorgt die Haut mit Feuchtigkeit«, fasst Mader die Er gebnisse zusammen. Arganöl, Porzellanerde, Jojoba, botanisches Hyaluron – die Hautpflege übernimmt der Korkextrakt natürlich nicht allein, sondern im Verbund. Die meisten Produkte sind für normale bis trockene Haut geeignet, manche sind auch für reife Haut und Mischhaut bestimmt. Als zertifizierte Naturkosmetik sind die Körperlotionen, Reinigungsgels, Peelings und Co. frei von chemischen Stoffen wie Silikonen, Paraffinen und Parabenen sowie frei von Mikroplastik. »Das Siegel Cosmos Natural erlaubt Alkohol zwar, aber zugunsten einer bestzerfiele. Übrig bleiben nur wenige Gramm Suberin. Zusammen mit Kokosöl bildet es den bernsteinfarbenen Extrakt, den Muñoz im Kanister vor sich hat. Seine Entwicklung gelang nicht von heute auf morgen. »Unsere Produkte sollen stabil sein, sicher, wirksam und von höchster Qualität, diese Anforderungen gelten auch für die einzelnen Bestandteile«, sagt Julia Mader von Birkenstock Cosmetics. Auch Duft, Geschmeidigkeit und das Gefühl auf der Haut müssen stimmen. Die Produkte, die jetzt – nach rund drei Jahren Planung – in den Verkauf kommen, hat die promovierte Kosmetikwissenschaftlerin mit auf den Weg gebracht. »Es gab Forschungen zur Wirksamkeit von Suberin in der Hautpflege, auf die Birkenstock aufmerksam wurde«, erklärt Mader das Vordringen des Unternehmens möglichen Verträglichkeit wollten wir auch darauf verzichten«, erzählt die Kosmetikwissenschaftlerin. Zudem wolle man Abfall reduzieren, weshalb es für viele Produkte austauschbare Kartuschen gibt. Carlos Muñoz holt Korkgranulat hervor, dem das Suberin entzogen wurde. Ihm fehlt die Elastizität, bei Berührung zerfällt es zu Staub. Der kostbare Wirkstoff steckt im Kanister, bereit, die Reise nach Deutschland anzutreten. Dort werden die Produkte nicht nur hergestellt, sondern auch verkauft. Von Juni an hat Alnatura nicht mehr nur vier Fuß- und Handpflege-Produkte, sondern auch 18 Gesichts- und Körperpflege-Produkte im Sortiment. Dies könnte sich irgendwann als der Anfang einer großen Entwicklung erweisen. Zumindest, wenn es nach Birkenstock geht. JL Alnatura Magazin Juni 2019 33

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