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Alnatura Magazin - Juni 2017

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NACHHALTIG LEBEN »Jeder

NACHHALTIG LEBEN »Jeder hat es in der Hand.« Immer mehr Supermärkte verzichten freiwillig auf Plastiktüten an der Kasse. Der dünne Obstund Gemüsebeutel jedoch bleibt allgegenwärtig. Alnatura führt jetzt eine Alternative ein. Über Plastikberge, Ökobilanzen und sinnvolle Verpackungen sprachen wir mit Benedikt Kauertz, Experte vom Institut für Energie- und Umweltforschung (ifeu). Redaktion: Was haben Sie gegen die gängigen Obstund Gemüsebeutel? Benedikt Kauertz: Aus Kundensicht sind die dünnen, leichten Kunststofftüten natürlich praktisch. So lassen sich Äpfel und Co. gut wiegen, aufs Kassenband legen, und sollte mal eine Banane zerdrückt werden, bleibt die Einkaufstasche sauber. Aus wissenschaftlicher Sicht spricht vor allem dagegen, dass diese Tüten aus Erdöl, einem endlichen Rohstoff mit hohem Treibhausgaspotenzial, hergestellt werden. Auch wenn die Beutel wenig Materialeinsatz haben, tragen sie zu dem ungeheuer großen Plastikberg bei. Im Durchschnitt verbraucht jeder Bürger in Europa rund 500 Plastiktüten im Jahr! Sollten wir also auf Papiertüten umsteigen? Das ist nicht so einfach zu beantworten. Die Papiertüten sind eigentlich immer aus Frischfaser und mit 15 bis 25 Gramm viel schwerer als entsprechende Obst- und Gemüsebeutel aus Kunststoff, die nur zwei bis vier Gramm wiegen. Dafür werden die Papierbeutel in Europa, die Kunststoffbeutel aber überwiegend in China hergestellt. Entsprechend schwierig ist die Datengrundlage für die Bewertung. In der Ökobilanz ist der ganz leichte Kunststoffbeutel eher besser, aber eine ganzheitliche Bewertung sollte sinnvollerweise auch noch die Umwelt- und Sozialstandards bei der Produktion mit einbeziehen. Welche Bedeutung haben Ökobilanzen? Ökobilanzen sind systematische Berechnungen zum Ressourcenverbrauch und den Umweltauswirkungen eines Produktes. Indem man zum Beispiel den Energieverbrauch von der Herstellung bis zur Entsorgung eines Produktes zusammenrechnet und dazu noch die Auswirkungen auf die Umwelt, vor allem durch Luftschadstoffe und Treibhausgase, beschreibt, können Produkte ökologisch bewertet und auch verbessert werden. Ein Beispiel: Allein die Reduzierung des Verpackungsgewichtes wirkt sich meist positiv auf die Ökobilanz aus. Sind Mehrwegbeutel für Obst und Gemüse somit eine sinnvolle Alternative? Ein klares »Ja«, wenn sie denn auch genutzt werden! Mehrwegbeutel haben bereits nach einigen Verwendungen eine bessere Ökobilanz als Einwegtüten. Während letztere in der Regel nach dem Einkauf in der Wertstofftonne landen – da gehören sie hin und nicht in den Experten-Tipps: Ökologisch sinnvoll einkaufen Benedikt Kauertz (37), Diplom-Ingenieur am Institut für Energie- und Umweltforschung (ifeu) in Heidelberg und Spezialist für Verpackungen und Ökobilanzen, rät Folgendes: Sinnvolle Planung Planen Sie Ihren Einkauf und verbinden Sie ihn mit anderen Wegen. Verkehrsmittelwahl Begeben Sie sich zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem öffentlichen Nahverkehr statt mit dem Auto zum Supermarkt. Transport Verwenden Sie nach Möglichkeit immer dieselbe Einkaufstasche, und das sooft es geht. Verpackungsmaterial Nutzen Sie Mehrwegbeutel für Obst und Gemüse. Bewahren Sie diese in Ihrer Einkaufstasche auf, dann sind sie immer dabei. Bevorzugen Sie unverpackte Alternativen. 34 Alnatura Magazin 06.2017

ANZEIGE Neu in den Alnatura Filialen Ab sofort gibt’s bei uns die umweltverträglichen Mehrweg-Obst- und Gemüsenetze (Vierer-Packung 6,90 Euro). Wenn Sie sich doch für Einwegtüten entscheiden: Unsere neuen Kunststofftüten haben wir leicht gekürzt. Dadurch sparen wir in einem Jahr über 237 000 Quadratmeter Plastik; das entspricht der Fläche von rund 33 Fußballfeldern. Wenn jemand eine Reise tut ... so kann er sich schön pflegen! Restmüll –, können die Mehrwegbeutel sehr häufig eingesetzt und übrigens auch gewaschen werden. Wenn man eine einjährige Nutzungszeit annimmt, dann bedeutet dies eine deutliche Entlastung der Umwelt. Wichtig erscheint mir auch, dass mit diesen Beuteln eine veränderte Verantwortlichkeit einhergeht. Mehrweg bedeutet meistens, dass Industrie und Handel ein bestimmtes Verpackungssystem betreiben und sich auch darum kümmern, wie beispielsweise bei den Glasmehrwegflaschen für Saft oder Milch. Bei den Mehrwegtüten habe ich es als Kunde selbst in der Hand, ob ich sie verwende oder nicht. Das ist eine neue, noch ungewohnte Dimension. Sie meinen, die Kunden müssen neu einkaufen lernen? In gewisser Weise schon. Mit den Mehrwegbeuteln macht Alnatura seinen Kunden ja lediglich ein Angebot zum ökologischen Einkaufen. Alnatura hat aber keinen Einfluss darauf, ob die Kunden dieses Angebot annehmen oder nicht. Anders ausgedrückt: Damit so ein Mehrwegsystem funktioniert, ist eine bewusste Entscheidung erforderlich. Umweltbewusstes Verhalten bedarf also einer Selbstdisziplin. Das hat nichts mit Dogma zu tun. Selbstdisziplin kann man üben, zum Beispiel indem man die Mehrwegbeutel nach dem Einkauf immer in dieselbe Einkaufstasche legt. Dann sind sie beim nächsten Einkauf automatisch zur Hand. Und wenn man doch mal spontan einkauft? Ich verzichte in diesen Fällen ganz auf Obst- und Gemüsebeutel, denn das ist die ökologisch beste Lösung. Zu Hause wasche ich ohnehin das Obst und Gemüse. Oder man entscheidet sich dieses eine Mal für die dünnen Tüten und funktioniert sie später zu Mehrwegbeuteln um, zum Beispiel für den Kosmetikeimer im Badezimmer. Je öfter eine Tüte benutzt wird, desto besser die Ökobilanz. Das gilt sowohl für die kleinen als auch die größeren Tüten. Wer also schon viele große Mehrwegtaschen zu Hause hat, egal ob aus Kunststoff oder Baumwolle, sollte an der Kasse ausnahmsweise eine dünne Einwegtüte aus Recyclingmaterial kaufen, damit sich nicht eine weitere Tasche zu den vielen anderen ungenutzten Taschen dazugesellt und die persönliche Ökobilanz verhagelt. Haben Sie nicht auch zu Hause eine »heimliche« Ecke mit vielen Plastiktüten? Früher schon, doch seitdem ich mir angewöhnt habe, immer dieselbe Einkaufstasche zu verwenden, darin auch meine Mehrwegbeutel lagere und meinen Einkauf plane, landen bei mir keine zusätzlichen Plastiktüten. ››› Das Gespräch führte Volker Laengenfelder Zum Beispiel mit den alviana Zahncremes in Weltenbummler-Größe www.alviana.de

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