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Alnatura Magazin - Juni 2017

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ALNATURA EINBLICKE Glas

ALNATURA EINBLICKE Glas oder Karton? – Sie haben die Wahl! Umweltverträgliche Verpackungen – das erwarten Alnatura Kunden zu Recht. Wir haben den Alnatura Verpackungsexpertinnen bei ihrer Arbeit über die Schultern geschaut und wurden Zeugen eines Traditionsbruchs. Joghurt gehört in den Becher, Senf in die Tube und Tomatensauce ins Glas. Richtig? Die Gewohnheit sagt »Ja«, die Verpackungsexpertinnen bei Alnatura »Es kommt darauf an«. Das zu finden, worauf es ankommt, ist eine der Hauptaufgaben von Isabell Kuhl und ihrem Team. Die 37-jährige Biologin verantwortet im Alnatura Qualitätsmanagement die Verpackungsprüfung der über 1 300 Alnatura Produkte. Eine Mammutaufgabe, die das Drei-Frauen-Team durch klare Vorgaben bewältigt. Der eigens entwickelte 84-seitige Verpackungsleitfaden beschreibt, worauf es ankommt. Die Verpackung muss das Lebensmittel vor Verderb und äußeren Einflüssen schützen und sie muss gesundheitlich unbedenklich sein. Das jedoch sind Standardanforderungen. Erst in Verbindung mit dem dritten Kriterium ergibt sich die eigentliche Herausforderung: Die Verpackung soll auch umweltschonend sein. Und warum verändern sich bei Alnatura manchmal die Verpackungen? »Wir wollen unsere Verpackungen Stück für Stück sinnvoller gestalten. Deshalb beobachten wir aktuelle Studien der Forschungsinstitute und Lösungsideen der Verpackungshersteller«, sagt Isabell Kuhl. »Das kann dazu führen, dass wir gewohnte Verpackungen hinterfragen und durch nachhaltigere ersetzen.« So wie bei der Alnatura Tomatensauce. Seit Jahren präsentiert sich dieser Klassiker im Glas mit Schraubverschluss. Glas gilt für viele als das Nonplusultra einer umweltverträglichen Verpackung. Unbestritten ist: Glas schützt und ist gesundheitlich einwandfrei. Auch hat es eine gute Recyclingfähigkeit und man kann es weiter als Gefäß nutzen. Dem gegenüber stehen das Gewicht und der hohe Energieeinsatz bei der Herstellung und beim Einschmelzen. Wie aber beurteilen die Expertinnen eine Verpackung fachlich fundiert? »Für uns sind Ökobilanzen namhafter unabhängiger Institute der Goldstandard«, erläutert Isabell Kuhl. Zum Beispiel vom Institut für Energie und Umweltforschung (ifeu, siehe Interview Seite 34). Das ifeu untersucht in Ökobilanzen die Umweltauswirkungen eines Produkts oder Materials. So auch in einer europaweiten Studie, in der die Wissenschaftler den Lebensweg von Lebensmittelverpackungen analysiert haben: angefangen bei der Rohstoffgewinnung über die Herstellung, den Transport bis hin zur Verwertung. Das Ergebnis ist eindeutig. Der sogenannte Verbundkarton, wie ihn Alnatura auch für Milch, Säfte, Smoothies und Eistee verwendet, schneidet in allen Umweltkategorien mit Abstand am besten ab. Obwohl dieser auch aus Kunststoff besteht und bei ungekühlt haltbaren Produkten sogar Aluminium enthält? »Ja, denn die Menge und das Gewicht sind ausschlaggebend«, erklärt Isabell Kuhl. Und was ist mit dem Geschmack, verändert sich dieser? »Nein, denn das Lebensmittel kommt nur mit einer lebensmittelechten schützenden Kunststofffolie in Kontakt.« Ein Verbundkarton besteht zu 75 Prozent aus Karton, zu 21 Prozent aus Kunststoff und zu vier Prozent aus Aluminium – und wiegt dabei gerade mal 30 Gramm. Dazu kommt, dass Alnatura nur Kartons aus nachhaltig erwirtschaftetem Holz einsetzt. Noch eine Zahl: Im Vergleich zu Glas hat der Verbundkarton einen rund 63 Prozent kleineren CO2-Fußabdruck und schont so das Klima. Für das Verpackungsteam Fakten genug, um sich mit der Tomatensauce an das Raus-aus-dem-Glas-und-reinin-den-Karton-Projekt heranzuwagen. 24 Alnatura Magazin 06.2017 Die Verpackungsexpertinnen des Alnatura Qualitätsmanagements: Anne Sima, Isabell Kuhl und Janina Heckmann (v. l. n. r.).

Mehrfach nutzbares Glas oder CO2-sparender Verbundkarton? Bei Alnatura entscheiden die Kunden. Mehr Infos unter alnatura.de/verpackung Glas 609 kg CO2-Fußabdruck (Kilogramm CO2- Äquivalente bezogen auf Verpackung von 1000 Liter) 63% CO2-Einsparung Verbundkarton 224 kg Zunächst musste ein Herstellerpartner gefunden werden, der sowohl die hohe Qualität der Tomatensauce gewährleisten als auch diese in Verbundkartons abfüllen kann. Dann galt es intern, die Kollegen des Alnatura Produktmanagements zu überzeugen. Sie entscheiden auch über die Ästhetik jedes angebotenen Produktes – und damit über die Verpackung. Sie haben gute Gründe für Glas. So sei den Kunden nicht nur die Haptik, sondern auch der direkte Blick auf die Tomatensauce wichtig. Isabell Kuhl stimmt zu, hält aber dagegen: »Alnatura Kunden wünschen sich auch die umweltverträglichste Verpackung.« Zwei sich widersprechende Ansichten also. Warum dann nicht die Kunden selbst entscheiden lassen? Gesagt, getan. Somit gibt es die Alnatura To matensauce Basilikum weiterhin im Glas und ab sofort auch als Variante im Verbundkarton. Das Verpackungs team hofft, dass die Kunden das neu verpackte Produkt mindestens genauso schätzen wie die Glasvariante. Denn nur wenn die Kunden solche Produkte annehmen, kann Alnatura die Verpackungen seiner Produkte immer nachhaltiger gestalten. ››› Volker Laengenfelder ALNATURA BIO-BAUERN-INITIATIVE Dieser Bauer ändert etwas 43 Höfe stellen aktuell mit Unterstützung der Alnatura Bio- Bauern-Initiative (ABBI) auf den Bio-Landbau um. Die Initiative spendet für das Projekt »Gemeinsam Boden gut machen« des NABU, das Bauern gezielt bei der Umstellung auf Bio-Landbau fördert. Alnatura Kunden unterstützen das Projekt, indem sie ABBI-Produkte mit dem Hinweis »Gemeinsam Boden gut machen« kaufen: Jeweils ein Cent geht an ABBI. Im Alnatura Magazin lernen Sie jeden Monat eine der Bio-Bauernfamilien kennen. Schon immer mit Hörnern – Wenn ein Bauer seinen Hof auf Bio umstellt, dann muss er die strengen Regeln der EG-Öko-Verordnung erfüllen und bei einer Förderung durch die Alnatura Bio-Bauern-Initiative zusätzlich die Kriterien eines Anbauverbandes. Doch Regeln, Anforderungen und Kontrollen sind nur eine Seite. Vielmehr muss der Bauer eine Überzeugung für die ganzheitliche Landwirtschaft entwickeln und sie leben. »Sonst wird das nichts, vor allem, wenn man nach Demeter-Kriterien umstellt«, sagt Angela Häberlein aus Crailsheim. Sie und ihr Mann Dieter haben einen Hof mit 50 Milchkühen einschließlich Kälbernachzucht. Seit 2016 stellen sie auf Demeter um, und je mehr sie sich mit der biologisch-dynamischen Welt verwurzeln, desto mehr Sinn erhält ihre Entscheidung. Dass sie auch als konventionelle Bauern von Anfang an ihren Milchkühen die Hörner belassen haben und ihnen abwechselnd Gras, Kleegras, Heu und Getreide gegeben haben (Dieter Häberlein: »Ich möchte ja auch nicht das ganze Jahr Sauerkraut essen«), unterstreicht ihre Haltung. Vor allem die Hofgespräche mit anderen Demeter-Bauern geben ihnen viel. Angela Häberlein ist erleichtert: »Jetzt beschäftigen wir uns damit, wie sich unsere Böden wieder von der Überdüngung erholen, und nicht mehr mit dem Wachsenoder-Weichen-Problem der konventionellen Milchbauern.« So oder so – der Arbeitsaufwand bleibt hoch. Dass die Häberleins sich dennoch Zeit für Traditionen nehmen, mag die Obstpresse ihrer kleinen Schnapsbrennerei versinnbildlichen: Sie ist noch handbetrieben. ››› Volker Laengenfelder alnatura.de/ABBI

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