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Alnatura Magazin Januar 2019

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Vogel des Jahres: die Feldlerche / Naturdrogerie: So starten Sie gut ins Jahr

ACHTSAM LEBEN Im Wald

ACHTSAM LEBEN Im Wald baden? Egal zu welcher Jahreszeit und bei welchem Wetter: Die Natur entdecken, in den Wald gehen kann man immer. Unsere Redaktionsleiterin schwimmt leidenschaftlich gern, aber im Wald gebadet hat sie noch nie. Zeit, es auszuprobieren. Waldbaden? Noch nie gehört. Klingt verdächtig esoterisch. Ist aber total hip, klärt mich eine Freundin auf. Shinrin Yoku, also Waldbaden, kommt aus Japan und wird sinngemäß mit »Eintauchen in die Natur« übersetzt. Wir sind eine Gruppe von sieben Frauen und einem Mann und treffen uns an einem Sonntagvormittag mit einer ausgebildeten Waldbademeisterin im Berliner Grunewald. Heike Böhm war in ihrem früheren Leben Bankerin und stellte sich mit Mitte Vierzig die Frage, ob es nicht vielleicht noch was anderes im Leben geben könnte. »Ich bin gebürtige Thüringerin und Wald scheint in mir drin zu sein. Ich merkte: Immer, wenn ich im Wald war, ging es mir gut.« Und sie entschied sich für die Ausbildung »Kursleiterin Waldbaden. Achtsamkeit im Wald«. Seitdem bietet sie Kurse für gestresste Großstädter an. Liest man nach, trifft man auf diverse Gesundheitsversprechen, die das Baden im Wald einlöst. Heike Böhm lässt sich aber zu keinen Gesundheitsaussagen hinreißen, obwohl japanische Universitäten allerhand medizinische Studien veröffentlichen, die eine Heilwirkung beim Eintauchen in die Natur nachweisen sollen. Der Wald ist demnach eine große Apotheke. Aber was interessieren uns Studien? Wir schlendern durch den herrlichen Grunewald, genießen die reine Luft, es duftet nach Waldboden. Was soll daran besonders esoterisch sein? Heike Böhm will einfach nur die Menschen wieder in den Wald locken und sie dazu anregen, ihren Spaziergang etwas anders zu gestalten. Wir beginnen mit einem bewussten, tiefen Ein- und Ausatmen, Augen geschlossen, denken an nichts, konzentrieren uns lediglich auf den Atem. Im Grunde eine kurze Meditation, nur eben unter Bäumen. Anschließend gehen wir bewusst langsam durch den Wald. Heike nennt es »Slow-Battle«, also das Gegenteil eines Wettrennens. Es gewinnt der Langsamste. Zehn Minuten Zeit haben wir für eine Wegstrecke von ungefähr 50 Metern. Anfangs bin ich mir sicher, dass ich diese Battle verlieren werde, weil mich – gewöhnt ans Dauerhetzen durch die Stadt – gemütliches Schlendern zur Weißglut treibt. Aber es geht erstaunlich gut, ich schaffe es, sehr langsam voranzukommen. Hier eine alte Baumwurzel, die aussieht wie ein Vogelkopf und die man sich mal genauer anschaut, dort ein ideal großer Zweig, den man sich als Stock mitnimmt und damit im Waldboden stochert, um andere Kostbarkeiten wie Ameisenhaufen, Blätterberge und die hübschesten Tannenzapfen zu entdecken. Dabei geht es nicht um Wissen oder um Waldpädagogik, sondern einfach nur darum, zur Ruhe zu kommen und den Kopf freizukriegen. Nachdem wir in einer Stunde gefühlte 200 Meter zurückgelegt haben, machen wir an einer Lichtung mit vereinzelten Buchen halt. Nein, keine Pause von der Rennerei, um uns den Schweiß von der Stirn zu wischen und auszuruhen. Wir wollen Bäume blind ertasten und sie dann sehenden Auges wiedererkennen. Das funktioniert so: Zwei Waldbadende tun sich zusammen. Einer führt den anderen mit verbundenen Augen kreuz und quer durch die Lichtung bis zu einem Baum, den er oder sie sich ertasten soll. Welchen Umfang hat der Baum, wie fühlt sich die Rinde an, sind irgendwelche Ritzungen zu erspüren, wie sind die Wurzeln angeordnet, sind sie mit Moos bewachsen? Hat man den Baum mit den Händen erkundet, wird man blind wieder zurück bis zum Ausgangspunkt geführt – natürlich auf Umwegen, um die Orientierung zu verlieren. Die Augenbinde wird abgenommen und nun gilt es, den blind erspürten Baum wiederzufinden. Nicht so einfach, weil sich ein Objekt, das man betrachtet und gleichzeitig ertastet, ganz anders anfühlt, als wenn man es blind ertastet. Zum Beispiel kommt einem eine glatte Buchen rinde 42 Alnatura Magazin Januar 2019

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