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Alnatura Magazin - Januar 2017

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Das kostenlose Kundenmagazin von Alnatura mit folgenden Themen: Kostenloses, monatliches Kundenmagazin der Alnatura Super Natur Märkte. Top-Themen in diesem Monat: Ideen für die Bio-Wohlfühlküche - so verstehen wir "Clean Eating"; Rund um den Honig - Warenkunde und Rezepte; Alnatura Aktion #KunstKochen

ALNATURA EINBLICKE Von

ALNATURA EINBLICKE Von Kopftüchern und Tattoos Auf Diskriminierung, noch dazu in einer Alnatura Filiale, muss man deutlich antworten, meinen Joachim Schledt, Leiter Mitarbeiterservice und -entwicklung, und Didem Evisen, Filialleiterin in Viernheim, beide bei Alnatura. Redaktion: Frau Evisen, Herr Schledt, was ist der Anlass für dieses Gespräch? Joachim Schledt (JS): Kürzlich wurde eine unserer Mitarbeiterinnen von einem Kunden mit harschen Worten angesprochen, sie habe mit Kopftuch nichts in einer Alnatura Filiale zu suchen. Ich war erschüttert und zutiefst irritiert, so wie viele Kolleginnen und Kollegen auch. Alle, mit denen ich gesprochen habe, wollen so ein Verhalten nicht hinnehmen. Didem Evisen (DE): Ich weiß, wie es ist, mit diskriminierenden Äußerungen konfrontiert zu werden. Zum Glück ist mir das bei Alnatura nicht widerfahren, zumal ich unsere Kundinnen und Kunden als weltoffen erlebe. Umso mehr hat mich dieser Vorfall überrascht. dürfen – innerhalb gewisser Grenzen. Immanuel Kant wird der Satz zugeschrieben: »Die Freiheit des Einzelnen endet dort, wo die Freiheit des anderen beginnt.« Dieser Gedanke bringt es auf den Punkt. DE: Und die Grenze der Freiheit ist überschritten, wenn man jemanden auf der persönlichen Ebene mit Worten angreift, wie hier beim Kopftuch. Dann ist es als Führungskraft meine Pflicht, auch gegenüber einem Kunden deutlich zu werden. Eine klare Haltung zu haben, passt ja auch zum Alnatura Grundsatz der Kundenorientierung. Diesem Prinzip folge ich gern, weil es Freude macht, mit unseren Bio-Lebensmitteln zufriedene und oft auch begeisterte Kunden und somit Erfolg zu haben. Das heißt jedoch nicht, als Mitarbeiter seine Rechte aufgeben zu müssen. JS: Nicht alles hinnehmen zu müssen, sondern sich sachlich auseinanderzusetzen, ist auch ein Beitrag zur Alnatura Unternehmenskultur. Also nicht in Schwarz oder Weiß zu denken, sondern die bunte Vielfalt zuzulassen. Denn nur durch Vielfalt entwickeln wir uns. »Wir wären für unsere Kunden nur bedingt glaubwürdig, würden wir einerseits Bio verkaufen, andererseits Vielfalt in unserem Unternehmen nicht aktiv leben.« Joachim Schledt Wenn der Vorfall in Ihrer Filiale geschehen wäre: Wie hätten Sie reagiert? DE: Ich hätte mich vor die Kollegin gestellt und den Kunden ruhig und sachlich in seine Schranken verwiesen, auch wenn ich innerlich gekocht hätte. Man darf in so einer Situation nicht persönlich werden. Ich kann sehr gut mit unterschiedlichen Ansichten umgehen. Durch die eigene Brille betrachtet, meint ja auch jeder die richtige Meinung zu haben. JS: Ich stimme Ihnen zu. Doch es geht ja nicht um richtig oder falsch. Es geht darum, die Welt aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten und dann seine Meinung äußern zu 24 Alnatura Magazin 01.2017

Wie erleben Sie Vielfalt bei Alnatura? DE: Die Vielfalt fängt schon bei unseren Kunden an. Wir haben Kunden, die tätowiert oder gepierct sind, die Kopftücher tragen, Menschen aus vielen Nationen, Alte und Junge. Ich erinnere mich, dass wir vor der aktuellen Kopftuchdebatte ähn liche Diskussionen zum Thema Tätowierungen hatten. Heute interessiert es kaum noch jemanden, wenn ein Kassierer ein Tattoo trägt. Unsere Kunden sind unterschiedlich und wünschen sich Vielfalt in unserem Angebot. Wer jedoch Hülsenfrüchte aus der Türkei, Oliven aus Griechenland und Tee aus Indien erwartet, gleichzeitig aber die Menschen aus diesen Kulturkreisen ablehnt, lebt im Widerspruch. JS: Die Vielfalt geht bei unseren Mitarbeitern weiter. Bei Bewerbern richten sich unsere Erwartungen an deren Kompetenzen, zum Beispiel die Fähigkeit zur Kundenorientierung oder Eigenverantwortung, nicht an bestimmte politische, religiöse, sexuelle oder andere Ausrichtungen. Hat Alnatura somit ein aktives Diversity (Vielfalt)- Management? JS: Nein, denn wenn man im Sinne der Mitarbeiterentwicklung bewusst steuernd eingreifen muss, dann liegt in der Regel ein Defizit vor. Bei Alnatura müssen wir Vielfalt nicht thematisieren, weil sie ganz selbstverständlich zu uns gehört. Vielfalt ist ein wesentliches Merkmal von Bio. Wir wären für unsere Kunden nur bedingt glaubwürdig, würden wir einerseits Bio verkaufen, andererseits Vielfalt in unserem Unternehmen nicht aktiv leben. Dennoch ist der Anteil an Frauen in Führungspositionen nicht gleichgewichtig … JS: Das stimmt und auch nicht. Bei unseren Team- und Abteilungsverantwortlichen haben wir ein einigermaßen ausgeglichenes Verhältnis, vor allem bei den Bereichsverantwortlichen haben wir jedoch einen viel zu geringen Frauenanteil. Hier müssen wir handeln. Deshalb untersuchen seit Kurzem zwei meiner Kolleginnen die Frage, ob es bei Alnatura kulturelle oder strukturelle Aspekte gibt, die es Frauen schwerer machen, in die oberste Hierarchie zu gelangen. Wenn dies so sein sollte, werden wir das ändern. Schulen Sie Mitarbeiter im Umgang mit Diskriminierungen? DE: Wenn wir so weit wären, dass man Mitarbeiter schulen muss, dann hätten nicht unsere Kollegen ein Defizit, sondern die Gesellschaft! Insofern bin ich froh, dass wir uns bei Alnatura auf ein faires, offenes Miteinander verlassen können. JS: Wir sprechen bei Alnatura ja bewusst von einer Arbeitsgemeinschaft, weil wir ein gemeinsames Ziel haben, nämlich mehr Bio in die Welt zu bringen. Der Gemeinschaftsgedanke zeigt sich auch im aktuellen Fall. Unsere Botschaft ist: Wir stehen hinter unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und lassen Diskriminierungen, gleich welcher Art, nicht zu. ››› Das Gespräch moderierte Volker Laengenfelder. ALNATURA BIO-BAUERN-INITIATIVE Bio am Salzigen See 25 Höfe stellen aktuell mit Unterstützung der Alnatura Bio- Bauern-Initiative (ABBI) auf den Bio-Landbau um. Die Initiative spendet für das Projekt »Gemeinsam Boden gut machen« des NABU, das Bauern gezielt bei der Umstellung auf Bio-Landbau fördert. Alnatura Kunden unterstützen das Projekt, indem sie ABBI-Produkte mit dem Hinweis »Gemeinsam Boden gut machen« kaufen: Jeweils ein Cent geht an ABBI. Im Alnatura Magazin lernen Sie jeden Monat eine der Bio-Bauern familien kennen. Einst war er Mitteldeutschlands größtes Binnengewässer, im 19. Jahrhundert wurde er – als Tribut für den Bergbau – fast trockengelegt und heute ist er das Herz eines weitläufigen Naturschutz gebietes mit 126 Vogelarten: der Salzige See in Sachsen- Anhalt. Mitten in diesem von der NABU-Stiftung betreuten Flora- Fauna- Habitat bewirtschaftet Volker Stens seine Ackerflächen. Vor rund 18 Monaten hat der 49-jährige Bauer mit der Umstellung seines ehemals konventionellen Hofes nach Bioland-Kriterien begonnen. Woher kam der Sinneswandel? »Über 20 Jahre lang habe ich Pestizide gespritzt. Immer häufiger habe ich mich dabei gefragt, ob es nicht auch umwelt- und gesundheitsschonende Alternativen gibt. So bin ich beim Bio-Anbau gelandet.« Und bei der Alnatura Bio-Bauern-Initiative (ABBI). Denn die Umstellung eines Hofes verursacht auch Kosten. Hier springt ABBI ein und bietet Landwirten finanzielle Unterstützung an. Auch Volker Stens wurde die Starthilfe gewährt. »Mich freut, dass wir jetzt mit unserem Bio- Anbau von Kleegras, Ackerbohnen und Dinkel einen Beitrag zum Schutz dieser artenreichen Landschaft leisten. Vor allem aber, dass ich meinem Sohn einen zukunftsweisenden Weg vermitteln kann.« Demnächst beginnt Sebastian Stens eine landwirtschaftliche Ausbildung und bereitet sich so auf die Übernahme des elterlichen Hofes vor. Und wie bewertet Volker Stens seine Entscheidung zur Umstellung? Ohne zu zögern antwortet er: »Die Zeit bisher war überraschend gut. Es war der richtige Schritt.« ››› Volker Laengenfelder alnatura.de/ABBI

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