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Alnatura Magazin Februar 2020

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Achtsam leben: Gemeinsam Lebensmittel retten // Warenkunde: Müslivielfalt // Rezeptideen: Originelles mit Müsli

HERSTELLER-REPORTAGE

HERSTELLER-REPORTAGE Partnerschaft auf Augenhöhe »Gesunde Lebensmittel aus gesunden Strukturen«, so lautet das Motto der Traditionsmosterei Voelkel. Wie das aussehen kann, hat sich das Alnatura Magazin Ende Oktober vergangenen Jahres auf dem Demeter-Betrieb von Hans Löhr im nieder - sächsischen Berel angesehen. Eigentlich stand für heute die Rote-Bete-Ernte auf dem Plan. Die letzten beiden Nächte hat es bereits Frost gegeben und die Zeit drängt. Stattdessen sitzen wir im Wohnzimmer des alten Bauernhauses von 1871 auf dem Ries-Hof. Der Kartoffelroder, mit dem auch die Rote Bete geerntet wird, hat am Vorabend seinen Geist aufgegeben. »Das passende Ersatzteil ist vor morgen nicht zu bekommen«, seufzt Hans Löhr. Die Zwangspause missfällt ihm sichtlich. Bereits 1985 stellte Löhr den Ries-Hof am Rande der Hildesheimer Börde auf Öko-Landbau um, seit 1990 hat er die Demeter-Anerkennung. Aktuell bewirtschaftet der gelernte Landwirt insgesamt 78 Hektar Fläche. Neben Dinkel, Roggen und Weizen baut der 64-Jährige auch Möhren, Kartoffeln und Rote Bete an. Seine Erzeugnisse vermarktet er zum Teil selbst, der Großteil geht in den Handel und in die Weiterverarbeitung. Auf etwa fünf Hektar Fläche kultiviert Löhr Rote Bete, eine Verwandte der Zuckerrübe, für die Naturkostsafterei Voelkel mit Sitz im 150 Kilometer entfernten Höhbeck. Erhebliche Ernteeinbußen Das Telefon klingelt. Löhr erwartet eine Lieferung Pastinaken von einem befreundeten Landwirt, der diese bei ihm einlagern möchte. »Der Lkw ist jetzt da«, nickt Löhr knapp. Kurzerhand fahren wir zum Lager, nur wenige Minuten von der Hofstelle, die über die Jahre hinweg vom Dorf umschlossen wurde. Auf dem Weg dorthin erzählt Löhr von den derzeitigen Herausforderungen: »Noch so ein Jahr halten wir nicht mehr durch.« Aufgrund der extremen Trockenheit der vergangenen beiden Jahre habe er mit dem Gemüse anbau kaum noch Gewinn erwirtschaftet. Zu den ohnehin geringen Erträgen sei in diesem Jahr noch übermäßiger Mäusefraß hinzugekommen. »Der Anbau von Gemüse für die industrielle Weiterverarbeitung ist auch im Öko-Landbau nicht unbedingt immer romantisch. Letztlich geht es um Erntemengen und Erträge«, weiß auch Boris Voelkel, den wir am Firmensitz des Saftherstellers treffen. Er verantwortet den Einkauf des Familienunternehmens und kennt die Nöte und Sorgen der Erzeugerbetriebe. Insgesamt 15 000 Tonnen Gemüse ver arbeitet Voelkel pro Jahr, davon 22 Alnatura Magazin Februar 2020

Ein gutes Team: Boris Voelkel (oben) und Hans Löhr (unten) setzen auf gegenseitiges Vertrauen und stehen auch in schwierigen Zeiten für - einander ein. Voelkel kurz gefasst Familienbetrieb, der seit über 80 Jahren Frucht- und Gemüsesäfte in Demeterund Bio-Qualität herstellt und sich für die Erhaltung der Artenvielfalt engagiert, insbesondere für den Anbau alter Sorten in Bio-Streuobstwiesen und die Förderung von samenfesten Gemüsesorten Mitarbeitende Rund 300, davon 28 Lehrlinge Inhaber Voelkel Stiftung Geschäftsführung Stefan Voelkel und seine drei Söhne Jacob, Boris und Jurek sowie Christian Harder Standort Landkreis Lüchow-Dannenberg im Wendland Umsatz 2019 rund 70 Mio. Euro Produkte Über 200 verschiedene – zum Beispiel Muttersäfte, Gemüsesäfte, Direktsäfte und Fruchtsaftvariationen wie Schorlen und Limonaden Leitgedanke Verantwortung für Mensch und Natur im Sinne einer ganzheitlichen Wirtschaftsweise voelkeljuice.de rund 6 000 Tonnen Rote Bete. »Mir geht es um gesunde Lebensmittel aus gesunden Strukturen«, erklärt der 35-Jährige. Die Arbeit an genau diesen Strukturen sei die neue Pionieraufgabe der Bio-Branche. Füreinander einstehen Unter gesunden Strukturen versteht Hans Löhr vor allem vertrauensvolle Partnerschaft auf Augenhöhe. »Das betrifft zum Beispiel vereinbarte Liefermengen«, erklärt Löhr. Anders als bei konventionellen Abnehmern werde er bei Voelkel weder für Unterlieferungen bestraft, noch bleibe er in guten Jahren auf Mehrmengen sitzen. »Voelkel ist da sehr kulant«, so Löhr. Auch die Preispolitik der Kelterei ist bemerkenswert. »Wir setzen auf eine moderate, antizyklische Preisgestaltung, um so die extremen Ausschläge nach oben wie nach unten zu vermeiden«, erklärt Voelkel seine Strategie. Er spricht außerdem von empathischem Einkaufen, davon, die heute oft zynischen Marktmechanismen zu durchbrechen. Was das konkret heißt? Vor zwei Jahren beispielsweise habe ihm Hans Löhr Rodelika-Möhren angeboten, die er nicht vermarkten konnte. Obwohl die entsprechenden Maschinen zum Pressen der Möhren gerade nicht einsatzbereit waren, nahm Voelkel dem Landwirt die Möhren ab und ließ diese in Süddeutschland verarbeiten. Nur ein Jahr später sei die Situation umgekehrt gewesen. Aufgrund erheblicher Ernteausfälle seien kaum Möhren am Markt verfügbar gewesen. Kurzerhand zweigte Löhr der Mosterei ein paar Ladungen, die eigentlich für den Frischmarkt gedacht waren, ab. »Wir können ehrlich miteinander reden und stehen füreinander ein«, beschreibt Boris Voelkel die Beziehung zu Hans Löhr. Auf dem Rückweg zum Ries-Hof machen wir Halt an einem Rote-Bete-Acker. Auf etwa 20 Zentimeter hohen Dämmen ragen die roten Knollen aus der Erde. Nach der Aussaat Anfang Mai wurden die Dammflanken mehrfach von Hand gejätet und mit speziellen Hackgeräten bearbeitet. Viel Arbeit steckt in dem Acker von Hans Löhr, der in diesem Jahr leider nicht den gewünschten Ertrag gebracht hat. Nun, kurz vor der Ernte, wurde bereits das Blattgrün der Bete abgeschlagen, damit der Roder die Knollen besser aus der Erde sieben kann. Morgen hoffentlich! Wenn die Maschine wieder einsatzbereit ist. MaWi Alnatura Magazin Februar 2020 23

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