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Alnatura Magazin Februar 2019

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Rezeptideen: fleischlos genießen // Warenkunde: Früchte- und Kräutertee // Intervallfasten

GESELLSCHAFT Regenwald

GESELLSCHAFT Regenwald unter Druck Der Regenwald am Amazonas wird ungebremst zerstört: vor allem für Rinderweiden und den Anbau von Soja als Futtermittel, um den weltweiten Fleischhunger zu stillen. Der Waldverlust im fernen Südamerika betrifft uns alle, denn er beschleunigt den Klimawandel. Greenpeace kämpft an vielen Fronten für die Rettung dieses einzigartigen Naturraums. Ein Blick aus dem Weltall offenbart, wie zerschnitten und durchlöchert der Amazonas- Regenwald vielerorts schon ist. Bilder, die der ESA-Astronaut Alexander Gerst auf Facebook gepostet hat, gleichen einem Flickenteppich voller brauner Kahlstellen. Ursprünglich bedeckte der Tropenwald fast das gesamte Flussbecken des Amazonas: sechs Millionen Quadratkilometer, verteilt über neun Länder mit dem Hauptteil in Brasilien. Noch immer ist er der größte Regenwald der Erde und beheimatet etwa zehn Prozent aller Tier- und Pflanzenarten, doch rund ein Viertel ist schon vernichtet oder degradiert. Mit dem Lebensraum von Jaguar und Faultier, von Amazonas-Zeder und Kapok - baum schwindet nicht nur die Existenzgrundlage indigener Völker wie der Guaraní, Yanomami und Munduruku, sondern die aller Erdbewohner. Neben dem Verlust von Biodiversität, die unter anderem unsere Ernährung sichert, droht uns folgendes Szenario: »Werden die Lücken im Kronendach zu groß, kippt das lebenserhaltende Kreislaufsystem aus Verdunstung, Wolkenbildung und Niederschlag – der Regenwald droht auszutrocknen«, warnt Gesche Jürgens, Waldexpertin bei Greenpeace. »Unterdessen setzt die Zerstörung Unmengen des in der Biomasse gebundenen Kohlenstoffs als CO 2 frei, was den globalen Treibhauseffekt anheizt. Eine fatale Kettenreaktion!« Gier nach Rohstoffen, Energie und Fleisch Der Wald wird von vielen Seiten angegriffen und seiner Schätze beraubt. Unterirdisch locken Erdöl, Gold und Eisenerz, oberirdisch Tropenhölzer wie Ipe und Mahagoni. Selbst wenn kein Kahlschlag stattfindet, sondern nur einzelne Urwaldriesen gefällt werden – jeder Eingriff öffnet den Wald für Schlimmeres. Forststraßen erleichtern es, tiefer in den Dschungel vorzudringen, und dies nutzen – so abwegig es klingt – vor allem Rinderfarmen. Mehr als die Hälfte des bisherigen Waldverlusts geht auf ihr Konto. Um Platz für Weiden zu schaffen, wurde und wird artenreiche Natur einfach ausgelöscht, meist illegal und mittels klimaschädlicher Brandrodung. 81 Prozent der Rindersteaks und Co. aus Brasilien brutzeln dort auf einheimischen Grills, mit dem Rest – 2018 etwa 2,1 Millionen Tonnen – ist das Land immer noch weltführender Rindfleisch exporteur. Bei Soja steht es im Export ranking nach den USA an Position Nummer zwei. Die Sojabohne ist ein Motor der industriellen Massentierhaltung, das meiste Soja landet als Schrot oder Mehl im Trog von Schweinen und Geflügel, auch in deutschen Ställen. Auch für Sojamonokulturen wurden schon große Wunden in den Ama zonas-Regenwald gerissen, dieser Wahnsinn konnte aber gebremst werden: Nach einer Green peace-Kampagne 2006 unterzeichneten die Hauptakteure der Lieferkette ein Morato rium, das den Handel mit Soja von neu gerodeten Flächen verbietet. Nach Verlängerungen wurde es 2016 entfristet. »Vorher war Sojaanbau für etwa ein Fünftel der Entwaldung in Brasilien verantwortlich, seitdem ist der Anteil stark zurückgegangen«, berichtet Insbesondere Waldbrände, illegaler Holzeinschlag und die Ausbreitung von Rinderweiden treiben die Zerstörung des Amazonas-Regenwaldes voran. 42 Alnatura Magazin Februar 2019

ANZEIGE Was kann jeder von uns zur Rettung des Amazonas-Regenwaldes beitragen? Es hilft zum Beispiel schon, nur wenig und ausgesucht Fleisch, Milch und Eier zu konsumieren – von Bio-Bauern, die garantiert kein Regenwaldsoja verfüttern. Gesche Jürgens, doch ihre Freude hält sich in Grenzen: »Das Sojamoratorium gilt nur für das brasilianische Amazonas- Gebiet. Nun weichen Agrarkonzerne wie Cargill und Bunge auf Amazonas-Regionen etwa in Bolivien aus. Vor allem aber expandieren sie in andere artenreiche Ökosysteme wie die Cerrado-Savanne in Zentralbrasilien oder die Chaco-Wälder in Argentinien.« Auch wenn Land umgewandelt wird, geht dies meist mit Konflikten und Vertreibungen von ortsansässigen Gemeinschaften einher. »All eyes on the Amazon« Der Machtwechsel in Brasilien bringt neue Herausforderungen. Präsident Jair Bolsonaro hat schon vor Monaten angekündigt, sowohl die Umweltgesetzgebung als auch die Rechte der indigenen Bevölkerung zu schwächen. Eine wachsame Zivilgesellschaft wird damit umso wichtiger. »All eyes on the Amazon« heißt ein neues innovatives Projekt, das Greenpeace und die niederländische NGO Hivos leiten. Es unterstützt Mitglieder indigener Gemeinschaften aus Brasilien, Ecuador und Peru darin, die fortschreitende Entwaldung und Landraub zu belegen – auch durch moderne Technik: »Mithilfe von Drohnen und der Analyse von Satellitenbildern können sie das Unrecht besser dokumen tieren. Die gesammelten Beweise werden dann genutzt, um Strafanzeigen gegen die Verantwortlichen zu stellen«, erklärt Jürgens. »Wir werden uns mit aller Kraft für die Landrechte der indigenen Bevölkerung einsetzen«, verspricht die Greenpeacerin, »denn diese Menschen sind bewiesenermaßen die besten Hüter des Waldes.« ››› Gastbeitrag Greenpeace e. V.

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