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Alnatura Magazin - Februar 2017

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GESELLSCHAFT Schützt

GESELLSCHAFT Schützt die Arktis! Schnee hatte Larissa Beumer auf Spitzbergen erwartet, Eisbären, Robben und das Glitzern der Sonne im blauen Meereis. Aber dann: Plastiknetze, Bojenteile, Leinen und Schwimmringe. »Leider lässt sich kaum ein Schritt tun, ohne auf kleine oder große Plastikteile zu stoßen«, schrieb die Arktis-Expertin auf Greenpeace-Expedition in ihrem Blog. Vier Fünftel des Mülls stammen von Fischtrawlern. Wegen ihrer vielfältigen Tierwelt wird die norwegische Inselgruppe kurz vor dem Polarmeer gerne auch als das »Galapagos des Nordens« bezeichnet. Eigentlich sollte die Natur hier rein und unberührt sein. Doch sie ist es nicht. Innerhalb kürzester Zeit sammelten Greenpeace-Aktivisten Berge von Plastikmüll an einigen der Strände. Die Abfälle stammen allerdings kaum von den Bewohnern der Inseln, sondern vor allem aus der Fischerei- Industrie. Die Verwaltung Spitzbergens schätzt, dass rund 80 Prozent des Abfalls vor Ort aus den Hinterlassenschaften der Fischtrawler bestehen. Das ist weit mehr als andernorts – weltweit macht Fischereimüll durch schnittlich 18 Prozent des Plastikmülls im Meer aus. Für das einmalige Ökosystem Spitzbergens ist die Müllflut jedenfalls verheerend: Wissenschaftler fanden Plastikmüll in den Mägen von fast 90 Prozent aller untersuchten Eissturmvögel in der Region. Größere Tiere wie Rentiere und Robben, ja sogar Eisbären, können sich in verlorenen und entsorgten Netzen und Seilen verheddern, verletzen und im schlimmsten Fall in ihnen verenden. Zu Mikroplastik zerrieben landen die Netze in den Mägen von Fischen – und so in der Nahrungskette. Doch nicht nur Plastikmüll bedroht die Arktis. Durch den Klimawandel schmilzt das Meereis, das so wichtig ist für alle Arten, die an und auf ihm leben. Krill, Robben, Eisbären – ihnen allen geht mit dem schmelzenden Eis der Lebensraum verloren. Seit Jahren häufen sich die Negativrekorde – immer kleiner wird die kleinste Meereisausdehnung im Sommer, immer weniger groß das Meereis in seiner größten Ausdehnung im Winter. Auch 2016 ist wieder ein Jahr der Superlative gewesen. Das schwindende Eis verursacht noch ein anderes Problem: Gebiete, die vormals durch meterdicke Eismassen vor menschlicher Nutzung geschützt waren, liegen jetzt frei und zugänglich da. Ölindustrie und Fischerei drängen in die unberührten Gebiete, um mit der Ausbeutung zu beginnen. Mit einem Unterwasserroboter konnte Greenpeace-Expertin Larissa Beumer auf ihrer Expedition die Schönheit auf dem Boden der Arktischen See dokumentieren – und leider auch belegen, welche Verwüstung beispielsweise Kabeljau-Grundschleppnetzfischer hinterlassen. Deswegen fordert Greenpeace unter dem Motto »Bis hierher und nicht weiter«, ein großflächiges Schutzgebiet rund um den Nordpol einzurichten und industrielle Aktivitäten in der Arktis zu verbieten. In der Barentssee rund um Spitzbergen wäre dazu die norwegische Regierung in der Pflicht – doch leider wird die nicht aktiv. Neue Ölbohrungen gestattet. Im Gegenteil: Gerade dieses Jahr hat Norwegen 13 Ölfirmen – darunter auch Statoil und DEA – neue Ölbohrungen in der Barentssee erlaubt. Und das, 34 Alnatura Magazin 02.2017

ANZEIGE Der italienische Pianist und Komponist Ludovico Einaudi spielt in der Arktis seine »Elegie für die Arktis«. Er erinnert damit vor dem norwegischen Wahlenbergbreen-Gletscher an den Klima- und Arktisschutz. obwohl Norwegen eigentlich eine der umweltfreundlichsten und fortschrittlichsten Gesetzgebungen weltweit hat und Artikel 112 der Landesverfassung ein Recht auf eine gesunde Umwelt für diese und kommende Generationen festlegt. Deswegen hat Greenpeace jetzt auch Klage gegen die norwegische Regierung eingereicht – und beruft sich dabei auf die Verfassung des Landes. In einer bislang beispiellosen Vereinbarung verpflichteten sich im Mai 2016 einige der größten Fischereifirmen der Welt nach Verhandlungen mit und auf Initiative von Greenpeace, die Arktis vor Schlimmerem zu bewahren. Die gesamte norwegische Hochsee-Fischerei flotte hat zugesagt, ihre Schiffe in Zukunft aus Teilen der bislang unzugänglichen, unangetasteten Gebiete in der Barentssee fernzuhalten. Und große Konzerne wie McDonald’s, Iglo, die britische Supermarktkette Tesco sowie der größte Verarbeiter von gefrorenem Fisch in Europa, Espersen, verzichten neben vielen anderen ab jetzt auf den Verkauf von Kabeljau aus diesen bisher eisbedeckten Gewässern. Fangflotten, die dennoch ihre Kabeljau-Fischerei in diese Gebiete ausdehnen, werden somit in Zukunft den Inhalt ihrer Netze nicht mehr an diese Großabnehmer verkaufen können. Die Einsicht dieser »Big Player« ist ein bedeutender Erfolg für die Arktis und die Erhaltung ihrer Artenvielfalt. Ein Klagelied für die Arktis. Unterstützung bekam die Arktis im Sommer 2016 auch von anderer ungewohnter Seite: Im Juni gab der italienische Komponist und Pianist Ludovico Einaudi ein Konzert im Eismeer vor Spitzbergen. Sein schwarzer Konzertflügel schwankte auf einer künstlichen Eisscholle, die Töne seines »Klagelieds für die Arktis« klangen durch die kalte Bucht. Damit wollte der Künstler zusammen mit Greenpeace die Teilnehmer der parallel stattfindenden Staatenkonferenz über den Nordost-Atlantik – auch bekannt als »OSPAR-Kommission« – zum Schutz des fragilen Lebensraums auffordern. Der Erfolg stellte sich etwas später ein: Kurz vor Ende seiner Amtszeit machte US-Präsident Barack Obama im Dezember 2016 noch einmal Nägel mit Köpfen beim Umweltschutz. Gemeinsam mit dem kanadischen Premierminister Justin Trudeau erklärte er weite Teile der Arktis zum Schutzgebiet. Konkret bedeutet das: Öl- und Gasbohrungen sind in nordamerikanischen Hoheitsgewässern fortan großflächig verboten. Ein Meilenstein für die Bewahrung einer der letzten unberührten Regionen unseres Planeten, für den sich Greenpeace hart eingesetzt hat. ››› Gastbeitrag Greenpeace e.V. Der meiste Plastikmüll auf Spitzbergen stammt von Fischtrawlern, die diesen illegal vor den Küsten entsorgen (links). An Bord der »Arctic Sunrise«, ausgestattet mit moderner Technik: Greenpeace-Expertin Larissa Beumer und ihre Crew analysieren Unterwasseraufnahmen (rechts).

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