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Alnatura Magazin - Dezember 2017

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Grüne Schale –

Grüne Schale – unreife Frucht? Nein, die Schalenfarbe von Zitrusfrüchten sagt nichts über ihren Reifegrad oder Geschmack aus. Denn in den Tropen wachsende Früchte können auch bei Vollreife noch grün sein. Ihnen fehlt der Stress einer Tag-Nacht-Temperaturdifferenz, die zur Produktion von Ethylen (Reifehormon) führt. Anders in mediterranen Gegenden, wo Nächte auch mal kalt werden können. Eine Zitrusfrucht baut dann ihr grünes Chlorophyll ab; mit der Folge, dass gelbe, rote oder orange Farben sichtbar werden. Für Bio-Zitrusfrüchte ist eine Nachbehandlung mit Ethylen im Übrigen nicht erlaubt.

WARENKUNDE Zitrusfrüchte Der Saisonkalender unserer Breitengrade sieht momentan leider etwas mager und wenig abwechslungsreich aus. Glücklicherweise ist in den Subtropen und Tropen jedoch gerade Haupterntezeit und auch hierzulande füllen sich die Obstregale mit Orange, Mandarine, Grapefruit und Co. Wir lieben sie wegen ihrer Saftigkeit und des süßen, sauren oder auch bitteren Aromas. Doch bei Botanikern kann die Familie für Haareraufen sorgen: Ihre Systematik ist eine echte Herausforderung. Zu viele spontane Kreuzungen und Mutationen hat es in der Entwicklung gegeben. Immerhin wurden die ersten Zitrusarten schon 4000 vor Christus in Asien kultiviert. Sie alle gehören zur Pflanzenfamilie der Rautengewächse, genauer gesagt zur Gattung Citrus, und wachsen an kleinen Bäumen und Sträuchern. Damit sich aus ihren hübschen Blüten die saftigen Früchte bilden, bedarf es eines milden und sonnigen Klimas. So liegen die Hauptanbauländer im soge nannten Zitrusgürtel, ein Gebiet zwischen dem 20. und 40. Breitengrad nördlich und südlich des Äquators. Hier erfahren Sie Wissenswertes über die bekanntesten Vertreter: Apfelsine Ihr Ursprung wird in China vermutet. Daher auch der botanische Name Citrus sinensis – Chinaapfel oder eben Apfelsine. Ein weiteres und sehr geläufiges Synonym: Orange. Die Apfelsine ist wohl die variantenreichste Zitrusfrucht. Die erste Art, die nach Europa gelangte, war die Pomeranze (Bitterorange). Man liebte vor allem den Duft dieses immergrünen, in Kübeln gehaltenen Strauches, der die Wintermonate in großen Gewächshäusern, den Orangerien, verbrachte. Heute kommen die Apfelsinen in zahlreichen Sorten zu uns – von runder bis eher ovaler Form über kernlose Varianten wie die Navelorange bis hin zu Sorten mit rotem Fruchtfleisch, den Blutorangen. Grapefruit Sie soll Mitte des 18. Jahrhunderts aus einer natürlichen Kreuzung von Pampelmuse und Apfelsine entstanden sein. Charakteristisch ist ihr Gehalt an Naringin – ein Inhaltsstoff, der für den bitteren Geschmack verantwortlich ist. Die herbe Frucht bereichert nicht nur Obstsalate und Desserts, sondern verleiht auch pikanten Speisen eine besondere Note. Da sich das Fruchtfleisch nur sehr schwer von der Schale lösen lässt, sei folgende Vorgehensweise zum Frischverzehr empfohlen: Grapefruit halbieren, das Fruchtfleisch mit einem scharfen Messer von den Zwischenhäuten trennen, zuckern oder mit Honig beträufeln und löffeln. Die echten Pampelmusen sind im Übrigen die Riesen unter den Zitrusfrüchten – der botanische Name: Citrus maxima. Schließlich können Pampelmusen einen Umfang von 25 Zentimetern und ein Gewicht von bis zu sechs Kilogramm erreichen. Mandarine Hier haben wir es mit einer Zitrusfrucht zu tun, die sich leicht schälen lässt. Es gibt viele Sorten, die sich allesamt durch einen süßen, aromatischen Geschmack und wenig Säure auszeichnen. Doch wird der Genuss allzu oft von zahlreichen kleinen Kernen getrübt. Deshalb erfreuen sich die kernlosen Varianten immer größerer Beliebtheit. So zum Beispiel die Clementine, die 1912 zufällig in Algerien entdeckt wurde und vermutlich eine Kreuzung aus Mandarine und Orange ist. Ebenfalls kernlos und nach der japanischen Provinz benannt, in der sie gezüchtet wurde, ist die Satsuma. Zitrone Sie kann im Gegensatz zu den bisher genannten Früchten ganzjährig geerntet werden. Denn die Zitrone wächst an einem bis zu sechs Meter hohen Baum und blüht und fruchtet ununterbrochen. Die Heimat der meist gelbschaligen Frucht vermutet man in der Grenzregion zwischen Indien und Pakistan. Um 1150 ist sie in Europa, genauer gesagt in Spanien, angekommen. Charakteristisch ist ihr hoher Gehalt an Zitronensäure, für deren Namen sie auch Pate stand. Diese Säure macht sich natürlich auch geschmacklich deutlich bemerkbar. Doch verzehrt man den sauren Saft kaum pur, sondern nutzt ihn vielmehr zum Würzen und Abschmecken von Speisen und Getränken. Limette Diese meist grünschalige Frucht wird als die kleine Schwester der Zitrone gehandelt, denn in ihrer Größe liegt sie meist deutlich hinter jener. Hinsichtlich des Geschmacks ist eine Limette ähnlich sauer wie die Zitrone, doch hat sie ein würzigeres Aroma. Daher wird sie gerne zum Verfeinern von Limonaden, Sirup und Cocktails verwendet. AW Alnatura Magazin 12.2017 7

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