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Alnatura Magazin - Dezember 2017

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GESELLSCHAFT Die andere

GESELLSCHAFT Die andere Bank Die Autorin Sabine Cole erzählt, wie sie es schaffte, das Geldinstitut zu wechseln, und warum sie ihr Geld mittlerweile einem Girokonto der GLS Gemeinschaftsbank anvertraut. Ich versuche wenig Fleisch zu essen und wenn, dann nur bio. Meinen Kaffee transportiere ich in einem Coffee-to-go-Becher aus Glas. Ich benutze Stofftaschen, koche frisch, ignoriere das Verfallsdatum auf Milchprodukten, spende manchmal Geld oder Zeit für andere, hupe wenig und versuche auch ansonsten freundlich zu sein. Im Rahmen meiner Möglichkeiten arbeite ich also an einer positiven Karma-Bilanz. Nur bei meiner Bank benehme ich mich bisher geradezu ignorant. Ich lese Artikel über unsittliche Finanz- Jonglage, rege mich über Cum-Cum-Geschäfte, Panama Papers, Vorstandsvorsitzende und deren Peanuts auf und bin trotzdem seit ewigen Zeiten bei einem Institut, das ich eigentlich verachte. Im Hinterstübchen weiß ich genau, wie besonders absurd das ist, verglichen mit den lässlichen Sünden, wie zum Beispiel aus Faulheit Papier in den falschen Mülleimer zu werfen. Heute mache ich einen Schritt nach vorne. Ich bin seit 13 Jahren Nichtraucher und seit heute Ex-Systembanken-Nutzer. Ich eröffne ein Konto bei der GLS Gemeinschaftsbank. Es gibt Die Neu-Kundin auf der Dachterrasse der GLS Filiale in Hamburg. Neben ihr ein Bienenstock. 34 Alnatura Magazin 12.2017

ANZEIGE Nachhaltiges Bankgeschäft Die GLS Bank steht mit ihrer sozial-ökologischen Ausrichtung für die Verbindung von Sinn, Sicherheit und Gewinn. Ziel ist eine nachhaltige Entwicklung der Gesellschaft, Geld ein soziales Gestaltungsmittel. Dieser zukunftsweisende Ansatz soll für nach folgende Generationen die natürlichen Lebensgrundlagen erhalten und weiterentwickeln. auch andere nachhaltige Banken, ich habe mich für diese entschieden. Zum Beispiel, weil man das zweitgrößte Automatennetz, nämlich das der Volks- und Raiffeisenbanken, nutzen kann. Der Aufwand für die Kontoeröffnung ist ungefähr so groß wie Schuhe im Laden anprobieren und dann online bestellen. Beim gleichen Laden zum gleichen Preis wohlgemerkt! Ich informiere mich in der Hamburger Filiale und mache dann den Datenkram online. Die Bankberaterin in der Filiale ist sehr nett. Sie redet nicht mit mir, als sei ich geistig umnachtet, sondern erklärt mir verständlich das Konzept der Bank: Weil man als Bank nach nachhaltigen Gesichtspunkten seit einigen Jahren kaum mehr wirtschaften kann, bilden die GLS-Bankkunden eine Art Solidargemeinschaft. Jeder zahlt 60 Euro im Jahr und sichert damit den anderen ab. Außerdem kostet das Konto 3,80 Euro im Monat. Dazu kommen noch die Kosten für Bank- und/oder Kreditkarte. Menschen, die sich das nicht leisten können, zahlen nach Prüfung der Finanzlage weniger. Auch Schüler und Studenten erhalten vergünstigte Tarife, weil sie ja noch in der Ausbildung sind. Eine Bank, die umsonst ein Konto führt, muss sich die gesparten Gebühren auf undurchschau baren Wegen woanders wieder reinholen. Das tut diese Bank nicht. Das Geld, das ich über mein Girokonto ventiliere, wird von der GLS Gemeinschaftsbank nur in Projekte und Unternehmen investiert, die vor ökologischen und ethischen Kriterien bestehen. Es wird also zum Beispiel nicht in Konzerne Geld gepumpt, die Kinderarbeit zulassen oder Immobilienspekulanten finanzieren. Prozente kriege ich auf meinem Girokonto keine. Die gibt es aber nirgendwo mehr. Meine Bankberaterin sagt: »Es ist leicht geworden, sein Geld anzulegen. Und schwer zugleich.« Leicht, weil man wirtschaftlich gesehen kaum noch etwas falsch machen kann. Schwer, weil es sich nicht mehr einfach so vermehrt. Festgeld habe ich aktuell nicht. Aber ich könnte es in klar beschriebenen Projekt-Ressorts anlegen. Ich kann auch Mitglied der Bank werden. Das kostet 500 Euro pro Anteil und ein Anteil reicht schon aus. Ich denke darüber nach, weil mir die Idee gefällt, Anteilseigner einer Bank zu sein. Dann würde mein Geld auch welches verdienen. Im Moment bin ich froh, wenn mein Geld nicht anschaffen geht, sondern sich anständig benimmt und ich weiß, wo es herkommt und wo es hingeht. Noch ein Wort zum Schluss: Für diesen Text bekomme ich kein Geld. Die GLS Gemeinschaftsbank zahlt auch nichts für diese Magazinseite, denn sie ist bereits Finanzierungspartner beim Bau des Alnatura Campus in Darmstadt. Das finde ich aus Gründen der Transparenz erwähnenswert. ››› Gastbeitrag Sabine Cole für die GLS Gemeinschaftsbank eG

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