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Alnatura Magazin April 2020

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Osterrezepte rund ums Ei // Warenkunde & Rezepte: Rhabarber // Hersteller-Reportage: GEPA

40 JAHRE »ALTERNATIVER

40 JAHRE »ALTERNATIVER NOBELPREIS« Davi Kopenawa und der Schutz des Amazonas-Regenwaldes Er ist ein Wanderer zwischen Kulturen und damit ein Weltenretter der ganz besonderen Art: Schamane und Häuptling im magisch lebendigen Amazonas- Regenwald zwischen Brasilien und Venezuela, zugleich aber Klimaaktivist und Menschenrechtler vor der UN, mitreißender Redner auf den Bühnen der Welt und nun auch frisch geehrter Träger des »Alternativen Nobelpreises«. Die Rede ist von Davi Kopenawa Yanomami. Dem Brückenbauer, der das uralte indigene Wissen nutzen will, um einen stabilen Pfad in die Zukunft zu bauen. Es geht eine eigene Aura von dem stämmigen, eher kleinen Mann mit diesem stillen Lächeln und den warmen und scharf beobachtenden Augen aus. Seine Bewegungen sind bedacht, seine Wahrnehmung nimmt den ganzen Raum ein, die Sprache ist langsam, präzise. Im Betondschungel der Metropolen ist er nur Gast, sein Zuhause ist das lebendige Gewebe des unberührten Waldes voller Wesenheiten – Flora, Fauna, Ahnen, unsichtbare beseelte Kräfte, die er »Shapiri« nennt und die ihm bei seiner Arbeit helfen. Davi Kopenawa ist nach seiner eigenen Schätzung 64 Jahre alt und hat doch Zeitalter erlebt, in denen sich die ganze Geschichte der Menschheit spiegelt. Zu seiner Geburt war der Stamm der Yanomamis noch unentdeckt, wenigen Wald läufern bekannt als kriegerisches »unsichtbares Volk« jenseits des Randes der bekannten Welt. In seiner Kindheit tauchten erst die Ethnologinnen und Ethnologen auf, die sein Volk zu erforschen vorgaben, dann bald schon Menschen, die Gold, Abenteuer und ihren eigenen Vorteil suchten. Sie brachten nicht nur Perlenschmuck, Kleidung und Metall ins verborgene Paradies, sondern auch Malaria, Grippe, Typhus. Davis Eltern starben, wie viele andere, an den Krankheiten der Städter, die in der Waldwelt tödliche Seuchen wurden. Verzweiflung und Neugier trieben den jungen Krieger aus dem Wald in die Städte, wo er Portugiesisch lernte und seine Wurzeln fast verlor. Doch die Einsicht, in der »zivilisierten« Welt zwar auf bunten, faszinierenden Wegen zu laufen, die aber in eine letztlich tote Welt führten, ließen den Ruf des Waldes wieder lauter werden. Davi Kopenawa kehrte zurück und erzählte an den Feuern warnend von der fremden Welt, ersann Strategien der Abgrenzung und des Schutzes, organisierte sein Volk, wuchs an der Gefahr, wurde Häuptling, Schamane und internationaler Aktivist. Er setzte Land- und Selbstverwaltungsrechte für sein Volk durch, schuf mit der Organisation Hutukara eine eigene Vertretung der 40 000 Stammesmitglieder, machte die Yanomamis mit seinem Buch »The Falling Sky« weltbekannt, engagiert sich für Klimaschutz und Menschenrechte. Heute gilt Davi Kopenawa als der wichtigste Sprecher indigener Völker in Südamerika. Und er wird dringend gebraucht: Denn seitdem der ultrarechte Jair Bolsonaro zum Präsidenten Brasiliens wurde, sind die erreichten Ziele in Gefahr. »Fremde Menschen überfallen unser Land, vergiften die Flüsse, bringen Krankheiten und Tod«, klagt Davi Kopenawa an: »Wir brauchen die Unterstützung der Stadtmenschen weltweit.« Die Regierung seines Landes erlaubt es Goldsuchenden, illegal im Yanomami- Land zu schürfen, fordert Siedlerinnen und Siedler auf, indianisches Land für Viehfutteranbau zu roden, will an die Bodenschätze heran und provoziert riesige Waldbrände. Gewalt gegen engagierte Indigene nimmt zu, schon zahlreiche wurden ermordet, Ermittlungen behindert. Davi Kopenawas Ziele sind vielfältig: Er fordert Schutz und Respekt für seine Kultur, Menschenrechte und Demokratie auch für ethnische Minderheiten, internationale Garantien für den eigenen Weg indigener Kulturen. Die Politikerinnen und Politiker Europas bittet er, Druck auf die auto ritäre brasilianische Regierung auszuüben, die Rechte der indigenen Bevölkerung zu respektieren. An ge sichts der drängenden Klima krise setzt er auf eine Koalition der globalen Zivilgesellschaft und eine Zusammenarbeit der Generationen, um die Organe der lebenden Erde zu schützen und gesunden zu lassen. Der Amazonas-Regenwald als »Lunge des Planeten« braucht dabei besondere Aufmerksamkeit: »Wir verteidigen den Wald, weil wir ihn lieben!« Er sieht die indigenen Völker als erfahrene Regenwaldschützer, die vor Ort aktiv sind. Und seine Warnung ist deutlich: »Wenn die modernen Menschen weiterhin den Wald zerstören und uns vergessen, wird großes Unglück über die nächsten Generationen kommen. Jeder kann sich beteiligen am Schutz der Erde!« ››› Geseko von Lüpke

Der Right Livelihood Award kurz gefasst Der Right Livelihood Award, eher bekannt als der »Alternative Nobelpreis«, wird seit 40 Jahren an Menschen verliehen, die erfolgreich an einer nachhaltigen und enkelkindertauglichen, freien, gerechten und friedlichen Zukunft bauen. Die bislang 178 Persönlichkeiten aus 70 Ländern gelten als »Heldinnen der Gegenwart« und Pioniere einer anderen Welt. 1980 verkaufte der deutsch-schwedische Philanthrop Jakob von Uexküll seine wertvollen Briefmarken und stiftete die heute weltbekannte Auszeichnung. Davi Kopenawas Thesen Davi Kopenawa erhielt den »Alternativen Nobelpreis« im Jahr 2019. • Die Regenwälder der Erde müssen von ihren Bewohnerinnen und Bewohnern geschützt werden. Wenn die indigenen Völker aussterben, ist das der Anfang vom Ende der Menschheit. • Klimaschutz braucht Menschenrechte, Demokratie, soziale Gerechtigkeit und den Schutz kultureller Vielfalt. Nicht nur Arten, auch Kulturen sind bedroht. • Indianische Völker können überleben, wenn die Welt solidarisch ist, Druck auf autoritäre Regierungen ausübt und Landraub und illegale Goldsuche bekämpft. In der nächsten Ausgabe berichten wir von der Preisträgerin Wangari Maathai aus Kenia und ihren Einsatz für Umweltschutz und Frauenrechte. Alnatura Magazin April 2020 43

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