Aufrufe
vor 2 Monaten

Alnatura Magazin April 2019

Oster-Rezepte für jeden Feiertag // Warenkunde: Hühnereier // Die Herkunft der Alnatura Eier

SÜDDEUTSCHE ZEITUNG

SÜDDEUTSCHE ZEITUNG FAMILIE »Die Kindheit wird überschätzt« Die Psychologin Jule Specht untersucht, ob und wie sich Menschen im Laufe des Lebens ändern. Mit einer überraschenden Erkenntnis: Die ersten Jahre sind weniger prägend als lange angenommen. Redaktion: Frau Specht, wie wichtig ist die Kindheit für das spätere Leben? Jule Specht: »Wie ein Kind aufwächst, wie viel Liebe und Unterstützung es bekommt, wie viel Geborgenheit ihm seine Umgebung bietet – das spielt eine wichtige Rolle für das Wohlergehen, das schon.« Aber? »Die Kindheit wird oft überschätzt. Ich glaube, da greifen Relikte aus den Anfängen der Psychoanalyse, in der die Kindheit als Schlüssel für die psychische Entwicklung des Menschen gesehen wurde. Ich als Persönlichkeitspsychologin bewerte das anders und das bestätigen auch neuere Forschungen. Man weiß heute: Für die Persönlichkeit eines 50-Jährigen können Ereignisse aus den vergangenen zwei Jahren entscheidender sein als andere, die viele Jahrzehnte zurückliegen.« In vielen Erziehungsratgebern wird aber heute noch der Kindheit eine zentrale Bedeutung beigemessen für Glück und Unglück im weiteren Leben. Es wird viel über »Bonding« in den frühen Lebensjahren geschrieben und wie wichtig es ist, eine enge Beziehung zu seinen Kindern aufzubauen. »Kinder brauchen zuverlässige Bezugspersonen, das stimmt. Aber auch Kinder, die einen schwierigen Start ins Leben haben, können glückliche Erwachsene werden. Natürlich sollten Eltern für ihre Kinder da sein und ihnen gute Startbedingungen geben, aber selbst wenn etwas Schlimmes passiert, heißt das nicht automatisch, dass es die Entwicklung des Kindes für immer beeinflusst. Kinder sind robuster, als man denkt. Und sie lernen. Und zwar nicht nur aus Situationen in der Familie, sondern auch in vielen anderen Situationen. In der Schule, unter Freundinnen und Freunden. Und ein Mensch lernt natürlich auch nicht nur in der Kindheit, sondern wird sein ganzes Leben von seiner Umwelt und seinen Erfahrungen geprägt.« Ich kann also mit einer unglücklichen Kindheit noch ein glücklicher Mensch werden? »Natürlich. Alles andere wäre auch eine sehr hoffnungslose Vorstellung. Man weiß heute zum Beispiel, dass Kinder eigentlich nur eine Bezugsperson brauchen, um sich gut entwickeln zu können. Diese Bezugsperson muss nicht ein Elternteil sein, das kann einfach jemand sein, dem das Kind vertrauen kann und der für es da ist. Und die Kindheit ist zwar der erste und auch sehr prägende, aber nicht der alles entscheidende Abschnitt in einem Leben.« Was heißt das für Eltern heute? Sie sollen sich weniger unter Druck setzen, alles richtig zu machen? »Druck ist selten gut und alles richtig macht ohnehin niemand, eine gewisse Gelassenheit ist also durchaus sinnvoll. Es gibt Untersuchungen, die sehr klar zeigen, 46 Alnatura Magazin April 2019

Foto unsplash / jenn evelyn ann Sie haben vorhin gesagt, für die Persönlichkeit eines 50-Jährigen seien die Ereignisse der gerade erst zurückliegenden Jahre möglicherweise wichtiger als die aus seinen frühen Jahren. Zeigt sich nicht schon als Kind, welcher Mensch man später sein wird? »Lange dachte man: Mit 30 ist die Persönlichkeit eines Menschen ausgereift. Aber die Persönlichkeit eines Menschen ändert sich ein Leben lang. Wenn ich ein schüchternes Kind bin, heißt das nicht, dass ich eine schüchterne Erwachsene werde. Ich werde vielleicht keine Partyqueen, aber doch vielleicht geselliger, gehe mehr aus mir heraus. Die stetige Veränderlichkeit der Persönlichkeit widerspricht der veralteten Vorstellung, dass bereits in der Kindheit wesentliche Charak tereigenschaften festgelegt seien.« ››› Das Interview führte Kathrin Zinkant. »Kinder brauchen eigentlich nur eine Bezugsperson, um sich gut entwickeln zu können. Diese Bezugsperson muss nicht ein Elternteil sein, das kann einfach jemand sein, dem das Kind vertrauen kann und der für es da ist.« Jule Specht, 32, ist Professorin an der Berliner Humboldt-Universität. Einer ihrer Forschungsschwerpunkte ist die Persönlichkeitsentwicklung. Zuletzt von ihr erschienen: »Charakterfrage – Wer wir sind und wie wir uns verändern« dass es die Identitätsentwicklung sogar stören kann, wenn Eltern permanent um das Kind herum sind, aufpassen, jede Situation kontrollieren. Ich habe überhaupt nichts dagegen, wenn Eltern sich weiterbilden und Ratgeber lesen, und ich finde es gut, dass Eltern sich heute mehr Gedanken über die Entwicklung ihrer Kinder machen. Wichtig ist einfach, den Kindern ein liebevolles und sicheres Umfeld zu bieten und einem Kind zu ermöglichen, sich auszuprobieren und zu entfalten.« Was ist ein sicheres Umfeld? Seinen Kindern etwas zu essen zu geben und sie zu Bett zu bringen? »Sicherheit bedeutet für ein Kind: Meine Eltern interessieren sich für mich, sie reden viel mit mir, hören zu, wenn ich Sorgen habe, haben Zeit für mich und zeigen mir gegenüber Respekt.« Trotzdem haben Eltern Angst, dass ihr Kind beispielsweise auf die schiefe Bahn gerät und sie daran mitschuldig sind. »Fast nichts im Leben ist monokausal. Man kann nicht sagen: Die Eltern haben versagt. Das Kind hatte die falschen Freun de. Es hat in der Schule gelitten. Es ist fast immer ein Zusammenspiel aus vielen Faktoren. Das Zuhause ist einer davon.« Ein Heft für Sie – und Ihre Kinder! Das Interview in voller Länge finden Sie im Magazin »Süddeutsche Zeitung Familie«, das es ab jetzt am Kiosk oder im Abo zu kaufen gibt! »Süddeutsche Zeitung Familie« besteht aus zwei Teilen, einem für Kinder und einem für Erwachsene. Die Hefte können nebeneinander und miteinander gelesen werden. Das Kinderheft eignet sich für Kinder ab vier Jahren und ist komplett werbe frei. Unter sz.de/alnatura können Sie eine Test ausgabe gratis bestellen!

Neu eingetroffen

Alnatura Kostbar-Rezeptjournal 2. Ausgabe 2019
Alnatura Magazin April 2019
Alnatura Magazin März 2019
Alnatura Magazin Februar 2019
Alnatura KostBar-Rezeptjournal - Frühling 2019
Alnatura Magazin Januar 2019
Alnatura Magazin Dezember 2018
Alnatura kocht – saisonale Rezepte aus der KostBar
Alnatura Magazin November 2018
Alnatura Magazin Oktober 2018
Alnatura Magazin August 2018
ALNATURA MAGAZIN JULI 2018
Alnatura Kostbar Journal Mai 2018
Alnatura Magazin April 2018
Alnatura Magazin März 2018
Alnatura Nachhaltigkeitsbericht 2017/2018
Alnatura Magazin Februar 2018
Alnatura Magazin Januar 2018

digitale Sammlung

Alnatura Kostbar Journal Mai 2018
Was ist das Besondere an Alnatura?
Alnatura Backwaren vom Bio-Bäcker
Alnatura Weihnachtsrezepte
Nachhaltigkeit bei Alnatura
Alnatura Magazin März 2018
Alnatura Kostbar-Rezeptjournal 2. Ausgabe 2019
Alnatura Magazin April 2019
Alnatura Magazin März 2019
Alnatura Magazin Februar 2019
Alnatura Magazin Januar 2019
Alnatura Magazin Dezember 2018
Alnatura Magazin November 2018
Alnatura Magazin Oktober 2018
Alnatura Magazin August 2018
ALNATURA MAGAZIN JULI 2018
Alnatura Magazin April 2018
Alnatura Magazin März 2018
Alnatura Magazin Februar 2018
Alnatura Magazin Januar 2018
Alnatura Magazin - Dezember 2017
Alnatura Magazin Oktober 2017
Alnatura Magazin - August 2017
Alnatura Magazin - Juli 2017
Alnatura Magazin - Mai 2017
Alnatura Magazin - Februar 2017
Alnatura Magazin - Januar 2017
Teil 1/12: Wirtschaft
Teil 2/12: Religion
Teil 3/12: Freiheit
Teil 4/12: Sprache
Teil 5/12: Medizin
Teil 6/12: Pädagogik
Teil 7/12: Eurythmie
Teil 8/12: Ökologie
Teil 9/12: Kunst
Teil 10/12: Heilpädagogik
Teil 11/12: Naturwissenschaften
Teil 12/12: Landwirtschaft
Alnatura Nachhaltigkeitsbericht 2017/2018
Nachhaltigkeitsbericht 2015/2016
Alnatura_Nachhaltigkeitsbericht 2013/2014
Nachhaltigkeit bei Alnatura
© 2017 by Alnatura