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Alnatura Magazin - April 2017

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16 Alnatura Magazin 04.2017 Daniel Myaoa – einer von etwa 450 Bio-Bauern, die ihre Palmernte an Serendipalm liefern – schneidet die reifen Fruchtbüschel mit einer verlängerten Sichel vom Baum.

HERSTELLER-REPORTAGE Palmöl? – So passt es! Palmöl ist nicht per se schlecht. Es kommt darauf an, wie es gewonnen wird. Alnatura Partner Rapunzel bezieht das Palmöl, das der Bio-Pionier im Allgäu verarbeitet, aus zwei nachhaltigen Fair-Trade-Projekten: »Natural Habitats« in Ecuador und »Serendipalm« in Ghana. Unser Autor war vor Ort in Ghana. Es fühlt sich an wie Dschungel. Wir stapfen durch kniehohes Gebüsch im Süden des afrikanischen Landes, in der schwülen Luft sirrt und summt es, grün gefiltertes Licht fällt durch die Bäume. Doch es ist kein Urwald, durch den wir uns im Gänsemarsch bewegen, sondern der Ölpalmenhain von Daniel Myaoa. Der Bio-Bauer geht voran, mit einer fünf Meter langen Bambusstange über der Schulter, an der eine Sichel befestigt ist. Damit schneidet er die Fruchtbüschel ab, die in den Kronen seiner Ölpalmen wachsen. Mit einem Rums fallen die gut zehn Kilogramm schweren Büschel auf den Boden. Während Daniel den nächsten erntereifen Baum sucht, trägt sein Sohn Stephen drei der Büschel die 300 Meter bis zum nächsten Fahrweg: In einer Blechwanne auf dem Kopf – 20-mal am Tag. Daniel Myaoa ist einer von 450 Bio-Bauern, die Serendipalm beliefern. Jeder von ihnen hat zwei, drei Hektar Land, das er mit Ölpalmen und zum Beispiel Kakao bepflanzt, dazu ein Feld fürs eigene Essen: Mais, Kochbananen, ein paar Mangound Papayabäume. Serendipalm zahlt ihnen zehn Prozent mehr als den marktüblichen Preis. »Und ich bekomme mein Geld sofort und muss ihm nicht hinterherlaufen, wie viele meiner konventionellen Kollegen«, lobt Daniel. Auch der Traktor mit Hänger, der die Früchte abholt, kostet ihn nichts. Das Fahrzeug bringt die Ernte ins nahe Asuom, eine Kleinstadt, vier Autostunden von der Hauptstadt Accra entfernt. Dort sitzt Serendipalm, ein Projekt des Bio-Kosmetikherstellers Dr. Bronner’s, der das Palmöl für seine Seifen verwendet. Rapunzel sichert als größter Abnehmer neben Dr. Bronner’s und als fachkundiger Partner die Weiterentwicklung von Serendipalm und steht auch vor Ort mit Rat und Tat immer wieder zur Seite. »Ganz bewusst setzen wir weiterhin Palmöl ein – aber eben von unseren Hand in Hand-Partnern, die wir gut kennen und deren nachhaltige Arbeit vor Ort wir sehr schätzen«, erklärt Pressesprecherin Eva Kiene. »Das Palmöl soll genauso wie die anderen Rohstoffe in Rapunzel-Produkten unseren Ansprüchen an ein bio-faires Lebensmittel genügen.« Fairer Lohn für harte Arbeit Das Herz von Serendipalm ist die Cleaning Hall, ein Gebäude so groß wie eine Schulturnhalle, aber viel luftiger. Das Dach steht auf Metallstützen, nur die untersten zwei Meter sind gemauert. Trotzdem ist die Arbeit schweißtreibend. Zwei junge Männer springen auf den ankommenden Hänger, eine anderthalb Meter lange Holzstange mit Eisenspitze in der Hand. Damit heben sie die Fruchtbüschel schwungvoll vom Wagen, ihre Kollegen stapeln sie in der Halle zu zwei Meter hohen rechteckigen Vorratshaufen. Von dort schnappen sich drei Männer mit der behandschuhten linken Hand ein Büschel und hacken mit scharfen Äxten und vier, fünf Schlägen die Früchte samt ihrer dornigen Umhüllung vom Strunk ab. Mit ihren kräftigen Oberarmen und den coolen blauen Schutzbrillen wirken sie wie aus einem Werbeprospekt. Doch das ist das wahre Leben. Tageslohn 20 Cedis, das sind knapp 5 Euro. Aus unserer Sicht nicht viel für acht Stunden harte Arbeit. Doch viel in einem Land, in dem der Mindestlohn bei acht Auf dem Kopf tragen die Erntehelferinnen in Ghana die frisch von der Palme geschnittenen Fruchtbüschel aus den Ölpalmenhainen der Bio-Bauern. Durch den üppigen Unterwuchs erinnern die Anbauflächen eher an richtigen Dschungel – ein starker Kontrast zu den konventionellen Monokulturen.

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